| AINRING (schu) - Über das
Bürgersonnenkraftwerk in Ainring informierten sich Vertreter
dreier österreichischer Gemeinden aus dem Lungau. Organisiert
hatte die Exkursion die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energien Salzburg
für solarinteressierte Gemeindevertreter aus dem Bundesland Salzburg.
Hermann Schubotz und Wolfgang Hirner zeigten den Gästen die Ainringer
Photovoltaik-Anlagen und erklärten ihnen, wie Bürger an
der Nutzung von Sonnenenergie beteiligt werden können.
Zuerst besichtigten die Besucher aus dem Nachbarland die Photovoltaik-Anlage
auf dem Dach der Schultumhalle in Mitterfelden. Vorstandsmitglied
Hermann Schubotz vom Bürgersonnenkraftwerk Ainring erklärte
die Funktionsweise. An einer Anzeigetafel konnten die Gäste
die aktuelle Leistung der Anlage ablesen. Diese schwankt während
des Tages durch Wolken und Sonnenstand. Bei leicht bewölktem
Himmel erreichte sie zwei Drittel der Maximalleistung. Außerdem
werden die Tagesleistung, die insgesamt erzeugte Menge an Solarstrom
und die eingesparten Kilogramm an CO2 angezeigt.
Danach nahmen die Gäste die Solarstrom-Module in Augenschein.
Die Anlage ist für eine maximale Leistung von zehn Kilowattpeak
(kWp) ausgelegt. Sie produzierte seit dem Jahr 2002 über 90.000
Kilowattstunden (kWh) umweltfreundlichen Stroms, wodurch der Bedarf
von rund drei Haushalten pro Jahr gedeckt wird. Insgesamt betreut
die Sonnenkraftgesellschaft in Ainring fünf Photovoltaik-Anlagen
auf drei Dächern mit einer Gesamtleistung von 43 kWp.
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Gäste aus dem Lungau
besichtigen die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Sporthalle in
Mitterfelden. Links Referent Hermann Schubotz und der Vizebürgermeister
der Gemeinde Ramingstein im Lungau. Foto: Schubotz |
Laut einem Solaratlas liefert die Sonne
in Südostbayern fast den Höchstbetrag in Deutschland,
und man kann mit einem Ertrag von 900 bis über 1.000 kWh Solarstrom
pro installiertem kWp Photovoltaik rechnen, führte Schubotz
weiter aus.
Die stabile Sonneneinstrahlung und der Verkauf des Solarstroms
an den örtlichen Stromversorger zu einem festgelegten Preis
sichere die finanzielle Lage der Bürgergesellschaft. Im Jahr
2001 wurde das Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) erlassen.
Dadurch seien die Bürgerkraftwerke vor allem in Bayern, wie
Pilze aus dem Boden geschossen.
Laut Schubotz haben im Landkreis Berchtesgadener Land die Mitglieder
der Solargesellschaften in den Jahren 2001 bis 2006 für 1,6
Millionen Euro Anlagen mit einer Leistung von über 310 kWp
installiert. Dazu kämen die von den Bürgerkraftwerken
motivierten und angeregten privaten Solardächer. Die aktuelle
Diskussion um die Laufzeiten der Atomkraftwerke gebe eine weitere
Gelegenheit für Bürger, in Solarstrom-Anlagen oder andere
Formen der erneuerbaren Energien zu investieren.
Zum Ende seines Vortrags merkte Schubotz an, dass Österreich
sich dadurch auszeichne, kein eigenes Atomkraftwerk zu besitzen,
jedoch von Ländern mit zum Teil sehr alten Atomkraftwerken
„umzingelt" sei. Dadurch sei das Nachbarland neben den
bestehenden Wasserkraftwerken zum weiteren Einsatz von erneuerbaren
Energien prädestiniert.
Anschließend stellte Wolfgang Hirner Möglichkeiten
der Organisation von Bürgerbeteiligungsgesellschaften vor.
Die Schwerpunkte liegen dabei auf dem Anmieten von Dächern
und der Finanzierung durch die Bürger. Mit einem gemütlichen
Beisammensein klang für die Besucher aus dem Salzburger Land
der Ausflug nach Hinring aus. |
Die Anlage auf dem Dach des Lagerhauses in Hammerau
erläuterte Wolfgang Hirner von der Energiegenossenschaft Berchtesgadener
Land der VolksbankRaiffeisenbank. Diese 30 kWp-Anlage wurde im vergangenen
Jahr errichtet. Zu sehen waren die vier koffergroßen Wechselrichter,
die den solaren Gleichstrom in Haushaltswechselstrom umwandeln und
in das öffentliche Netz einspeisen.
Die letzte Station war die 15 kWp Anlage des Bürgersonnenkraftwerks
in Feldkirchen auf dem Dach der Grundschule. Diese speist seit 2005
Strom ins Verbundnetz ein. Außerdem gibt es in Feldkirchen
eine 30 kWp-Anlage auf einer Scheune und eine 13 kWp große
Anlage auf einem Privathaus.
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Hermann Schubotz hielt nach der Besichtigung der
Anlagen einen Vortrag über das Entstehen und Wirken
einer Bürgerbeteiligungsgesellschaft zur Erzeugung solaren
Stroms. Zum Erfolg des Projekts gehören die Menschen, die die
Notwendigkeit des Umbaus der Energieversorgung auf erneuerbare Energien
verstanden haben und bereit waren, dafür ihr Geld einzusetzen.
Dies sei in Ainring hervorragend gelungen. Es kamen Personen aus
allen Bevölkerungsschichten und aus allen Parteien zusammen,
sodass 17 Mitglieder die Gesellschaft gründeten und sich weitere
60 Förderer an dem Projekt beteiligten. Der weitere Finanzbedarf
wurde über ein Darlehen gedeckt, so Schubotz.
Ein lokales Elektro- und Solartechnik Unternehmen lieferte und
installierte die Anlagen.
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