Lokalpresse vom 7. Juni 2010
Stopft sich die Salzburg AG die Taschen voll?
Zum Leserbrief von Ernst Wohlschlager, von Wolfgang Wagner
  Stopft sich die Salzburg AG die Taschen voll?

Zum Leserbrief von Ernst Wohlschlager

Die Salzburg AG ist eine Aktiengesellschaft. Spätestens nach der Spar-Klausur der Bundesregierung an diesem Wochenende, wenn angedacht wird, die Sozialversicherungsbeiträge, Steuern und sonst was zu erhöhen, wird auch der einfache Bürger wissen, dass Aktiengesellschaften, Banken und Hedgefonds auf dem Weg zum maximalen Gewinn bereit sind jegliche Moral und Charakter wie auch soziales Gewissen über Bord zu werfen. Vor kurzem war in einer überregionalen Zeitung zu lesen, dass ein Pförtner des wohl größten deutschen Elektrokonzerns in manchen Jahren mehr Steuern in Deutschland zahlt als sein Arbeitgeber.

Keine Aktiengesellschaft dieser Welt wird jemals wissentlich ein Geschäft einfädeln von dem keine Gewinne zu erwarten sind. Dies wäre Veruntreuung gegenüber den Aktionären.

Ohnehin hat Herr Wohlschlager ja zum Besten gegeben, dass planmäßig spätestens nach fünf Jahren der Netzausbau abgeschlossen sein soll. Spätestens dann werden Gewinne ausgeschüttet werden. Und zwar an die Gesellschafter. Dies ist übrigens ein völlig normaler Vorgang. Die Salzburg AG hat nach Pressemeldungen des ORF im Jahr 2009 einen Gewinn von 33 Millionen Euro erzielt. Davon gingen über 15 Millionen an Stadt und Land Salzburg denen ca. 74 Prozent der Anteile gehören. Die Stadtwerke München erlösten im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von knapp 400 Millionen, davon gingen 250 Millionen Euro an die Stadt als alleiniger Eigentümer.

Gibt es für das Freilassinger Projekt nach der Haushaltssperre überhaupt noch Fördermittel und wenn ja - welche? Gibt es diese nicht, brauchen Bürgermeister und mehrheitlicher Stadtrat keine Angst haben. Sie müssen nicht untertauchen, denn im Gegensatz zum Subventionsbetrug ist die „politische Lüge“ nicht strafbar. Leider. Denn von diesen gab und gibt es in dieser Auseinandersetzung seitens der Befürworter eine große Zahl. Stellvertretend für die übrigen „Argumente“ der Befürworter mag der Bürger das Eingeständnis eines Stadtrates sehen, wonach seit jeher klar war, dass die benötigten Mengen an Hackschnitzel auf keinen Fall in der näheren Region geerntet werden können.

Wolfgang Wagner, Freilassing

 

____
zurueck
Umwelt-Webdesign-21, Nachrichten aus Agenda21 Umwelt Natur Energie Photovoltaik Solar und Klima
Web: www.umwelt-webdesign.info  | eMail  | Impressum  | designed by Primaweb  | ©1994-2010  | Datum: 07.06.2010