Lokalpresse vom 7. Juni 2010
Noch kein Holzbeschaffungsplan
Leserbrief von Heidi Jersch, zum Pressebericht zur Diskussionsveranstaltung am 20.05.10 zum Fernwärme-Kraftwerk in Freilassing
 

Leserbrief zum Pressebericht zur Diskussionsveranstaltung am 20.05.10 zum Fernwärme-Kraftwerk in Freilassing

Herr Wazula erklärte bei der Veranstaltung, dass allein für das geplante Freilassinger Heizkraftwerk jährlich eine Waldfläche von 13.5 x 13.5 Kilometer verbrannt wird. Also stelle man sich einen Kahlschlag vor etwa von Freilassing bis Laufen – Waginger See -Teisendorf und das pro Jahr nur für Freilassing. Man muss annehmen, dass schon allein wegen der Rentabilität Harvestereinsatz notwendig ist. Dadurch wird aber der Boden so verdichtet, dass in dem geschädigten Boden für ca 30 Jahre keine Feinwurzelung mehr stattfindet. Dann benötigt nach meinen Erkenntnissen ein Baum ca. 80 bis 100 Jahre Wachstumszeit, bis er geerntet werden kann. Das in dieser langen Zeit gespeicherte CO² raucht in Nullkommanix bei der Verbrennung aus dem Kamin. Mich beeindruckte die Menge sehr. Dabei habe ich an den Transport noch gar nicht gedacht. Dazu erklärte einer der Herren von der Salzburg AG, dass das Holz aus der Region beschafft würde und man auch eng mit Berchtesgaden zusammenarbeite. Jetzt existiert aber in Berchtesgaden ein Heizkraftwerk in einer ähnlichen Größe wie das geplante Freilassinger Heizwerk. Aber auch die Berchtesgadener wollen ihre Hackschnitzel selbstverständlich aus der Region beziehen. Wie soll das nun funktionieren? Muss man es sich so vorstellen, wie bei der wunderbaren Brotvermehrung? In Bezug auf Hackschnitzel allerdings fehlt mir der Glaube, dass die Werksbetreiber dies schaffen.
Zum anderen ist mir noch gut erinnerlich, dass Herr Dr. Müller vom Forstbetrieb Berchtesgaden in einer früheren Veranstaltung erklärte, dass Hackschnitzel zu einem großen Teil über die Zentralstelle in Regensburg beschafft werden. Da drängt sich mir unweigerlich ein Vergleich auf: Auf der Suche nach giftfreiem Babyspielzeug fand ich hauptsächlich den Vermerk “Designed in Germany“. Muss man da Parallelen ziehen? Jedenfalls Ross und Reiter wurden in Bezug auf den Holzbeschaffungsplan in Freilassing immer noch nicht genannt.

Heidi Jersch, 83395 Freilassing

 
     

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