Freilassinger Anzeiger vom Samstag/Sonntag, 25./26. September 2010
Jahresgewinn gehalten trotz verregnetem Sommer
Jahreshauptversammlung der Gesellschafter des Bürgersonnenkraftwerks Ainring

AINRING (schu)- Zur Jahreshaupt-versammlung hatte der Vorstand des Bürgersonnenkraftwerks Ainring seine Mitglieder in das Gasthaus Gamstatter geladen. Versammlungsleiter Hermann Schubotz berichtete den Gesellschaftern und Gästen über die Erträge der Solarstromanlagen auf der Turnhalle in Mitterfelden und auf der Grundschule in Feldkirchen. Beide hätten trotz des regenreichen Junis im Sommer 2009 genau die Zielgerade erreicht, heißt es in der Pressemitteilung des Bürgersonnenkraftwerks.

Die Anlage in Feldkirchen habe dank besserer Dachneigung sogar 13 Prozent Mehrertrag geliefert. Mit dem Gesamtertrag von knapp 30.000 Kilowattstunden Umweltstrom kann der Strombedarf von etwa zehn Haushalten gedeckt werden.

Der gewonnene Solarstrom wird jedoch nach dem Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) gegen eine auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Insgesamt haben die Solarstromanlagen des Ainringer Bürgersonnenkraftwerks heuer die Klimabilanz mit rund 20 Tonnen vermiedenem Kohlendioxid entlastet. Die Internetseite der Gesellschaft www.sonnenkraft-ainring.de zeige stabile Zugriffe von rund 2.500 Besuchern pro Monat. Sie diene auch als Anlaufstelle für künftige Bürgerkraftwerke, die sich über den neunjährigen Verlauf in Ainring erkundigen wollen.

2009 hatte Hermann Schubotz unter Mithilfe von Gesellschaftern und zahlreichen Helfern wieder die bewährten Solarbastelkurse in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein sowie Salzburg durchgeführt. Dabei lernten die Kinder spielerisch die Solartechnik kennen. Insgesamt konnten 2009 in 17 Kursen über 200 Kinder für die Nutzung der kostenlosen Sonnenenergie begeistert werden. Heuer waren über 550 Teilnehmer angemeldet.

Die Leistung der vier Photovoltaik-kraftwerke sei heuer durch die beiden Regenmonate Mai und Juni beeinträchtigt, schloss Schubotz seinen Bericht.

Der Rechenschaftsbericht wie auch der anschließende Rechnungsbericht wurden einstimmig angenommen und der Vorstand für 2009 entlastet. Der bisherige Vorstand mit Georg Thesz, Siegfried Eschlberger und Hermann Schubotz wurde bei der alle drei Jahre fälligen Vorstandswahl einstimmig wiedergewählt.

Die erzielten Gewinne werden nicht ausgeschüttet, sondern zur Rückzahlung der aufgenommenen Kredite verwendet. Die Förderer des Bürgersonnenkraftwerks bekämen wie zu jedem Jahresanfang ihre zugesagten Zinserträge ausbezahlt.

Ebenso muss der an die Förderer zu zahlende Zinssatz jedes Jahr neu bestimmt werden. Der Antrag eines Gesellschafters, diesen aufgrund der Marktzinslage auf 1,5 Prozent zu senken, wurde mehrheitlich abgelehnt. Der Zinssatz wurde bei drei Prozent gelassen, mit der Begründung, die Förderer hätten im Gründungsjahr 2001 maßgeblich zum Umfang und zum Gedeihen des Bürgerkraftwerks beigetragen. Ohne diesen Beitrag hätte man die Investition in die Solarstromerzeugung um die Hälfte reduzieren müssen. Nun sollten sie auch am Erfolg und Ertrag der Gesellschaft teilhaben.
Hermann Schubotz erläuterte anschließend den Energiebericht des Kreistages BGL, der den Fortschritt zum Ziel der Umstellung auf erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 darlegen sollte.

Das Ziel sei allerdings laut eines Kreistagsbeschlusses von 2001 keine Energie-Autarkie, also energetische Selbstversorgung, sondern die Versorgung des gesamten Landkreises mit erneuerbaren Energien.

Im Bericht wird Ainring mit der Errichtung der Photovoltaikanlage in Feldkirchen erwähnt, und ebenso die Anlagen auf dem Fernheizwerk und beim erneuerten Freibad. In Ainring gebe es 121 Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von über tausend Kilowatt (kW).

Das stelle eine Verzehnfachung der Solarleistung seit 2001 dar. Die Anlagen der Bürgerkraftwerke tragen dazu mit 43 kW bei. Im gesamten Landkreis gebe es 890 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 12.900 kW.

Um die hoch gesteckten Ziele des Kreistagsbeschlusses zu erreichen, ist eine Vernetzung aller im BGL relevanten Akteure sowie der bereits bestehenden Initiativen entscheidend, heißt es zum Schluss des Berichts, also auch die Bürgerkraftwerke, ergänzte Schubotz.

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