Freilassinger Anzeiger vom 10. August 2010
Bürger-Sonnenkraftwerke Freilassing sind schuldenfrei
Gewinne künftig an Gesellschafter - Solarstrom-Aktive beantragen Nutzung stadteigener Dachflächen

FREILASSING (schu) - Bei den Bürgersonnenkraftwerken Freilassing sind die für die beiden ersten Photovoltaik-anlagen aufgenommenen Kredite zu rund 70 Prozent getilgt. Das gab Vorsitzender Dominik Zauner auf der Jahreshauptversammlung bekannt. Sein Vorschlag, sie gänzlich aus vorhandenen Mitteln zurückzuzahlen, wurde einstimmig angenommen. Somit ist die Gesellschaft schuldenfrei und kann in Zukunft erwirtschaftete Gewinne an die Gesellschafter ausschütten.

Zweiter Vorsitzender Hermann Schubotz trug den Rechen-schaftsbericht vor. Die Gesellschaft habe 32 Mitglieder und sechs Förderer und betreibe drei Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Feuerwehrhauses mit einer Gesamtleistung von 14,52 Kilowattpeak, die im Jahre 2009 mit 996 Kilowattstunden Strom überdurchschnittlich viel Strom erzeugt hätten.

Die Gesellschaft verfolge den Zweck, regenerative Energiequellen zu nutzen, insbesondere durch Sonnenkraft Strom zu erzeugen und Solarstromanlagen auf Grundstücken in der Region zu errichten. Das Interesse und Bewusstsein der Bürger an den originalen Energiequellen wie Sonnenkraft, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie soll geweckt und gefördert werden.


Der wiedergewählte Vorstand der Bürgersonnenkraftwerke Freilassing (von links): Hermann Schubotz, Ilse Fegg und Vorsitzender Dominik Zauner.

Schubotz erinnerte an den Kreistagsbeschluss aus dem Jahre 2001, in dem eine Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 beschlossen wurde.

Er zitierte aus dem Zwischenbericht des Landratsamtes, dass es in Freilassing 78 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1,1 Megawatt gebe.

Der Landkreis verbrauche insgesamt 373 Millionen Kilowattstunden Strom, davon würden bereits drei Prozent aus Solarstrom-anlagen, 20 Prozent aus Wasserkraftanlagen und drei Prozent aus Biomasse-Kraftanlagen ins Netz eingespeist. Der Rest werde mit österreichischem Strom aus Wasserkraft gedeckt.

Die Solarstrom-Aktiven aus Freilassing und dem Landkreis verstehen sich als Teil einer landkreisweiten Initiative und sind stolz, diese Bewegung mit der Gründung im Jahr 2001 mit angeschoben zu haben, und bewerben sich deshalb um einige der von der Stadt Freilassing angebotenen Dächer zur solaren Nutzung.

Den Kassen- und Jahresbericht trug Schriftführerin IIse Fegg vor. Nach dem Rechnungs-prüfungsbericht von Siegfried Popp wurde der Kassenbericht angenommen und der komplette Vorstand entlastet.

Als Aktivitäten beschrieb Schubotz die auch von Mitgliedern der Bürger-sonnenkraftwerke Freilassing unterstützten Solarbastelkurse im Landkreis, den Besuch der Intersolar-Messe in München und aktive Beteiligung an den Diskussionen und Informations-veranstaltungen zum geplanten Biomasseheizkraftwerk in Freilassing, das inzwischen über einen Bürgerentscheid abgelehnt wurde.

Uber die Internetseite www.sonnenkraft-freilassing.de werden die Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit über die Aktivitäten und Leistungen der Gesellschaft informiert.

Die Webseite bekomme mittlerweile rund 1.400 Besuche im Monat, teilte Schubotz mit. Die Seite wird weiter betrieben und es soll ein Weg gefunden werden, die Erträge der Solaranlagen transparenter zu machen.
Die übermäßige Reduzierung der Einspeisevergütung nach dem EEG (Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien) zu Beginn des Jahres und dann zum 1. Juli um insgesamt 25 Prozent kommentierte Schubotz mit einem Artikel des Solarfördervereins aus Aachen mit dem Titel „Der Todeskampf der Photovoltaik in Deutschland und Torschlusspanik und Ende der kleinen PV-Anlagen".

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