Freilassinger Anzeiger vom 12. Juni 2010
Liegt Freilassing in Burkina Faso? Alles rosa oder was?
Leserbrief von Wolfgang Wagner
  Liegt Freilassing in Burkina Faso? Alles rosa oder was?

Der Beitrag von Frau Rosenberg ist amüsant zu lesen und sehr gut gelungen. Nur der Schluss passt nicht. Geht es doch nicht um ein Farbenspiel. Dass der Bürgerentscheid durchgeführt werden kann steht ausser Zweifel. Schon anders sieht es mit dessen Rechtmässigkeit aus. Wie vom Landratsamt bestätigt, ist eine Wahlanfechtung, insbesondere wegen der falsch bedruckten Kuverts in keinster Weise ausgeschlossen. Möglicher Ausgang: ungewiss. Etwa vom Chef der Verwaltung genauso gewollt?

Die Verwaltung der Stadt Freilassing, und damit ist ausschließlich als deren Chef der Erste Bürgermeister gemeint, hat zur Durchführung einer ordnungsgemäßen Wahl einen Zeitraum von mindestens neun Wochen für sich beansprucht und einen Termin im Mai abgelehnt. Im Ergebnis könnte man nun fast meinen wir würden diesen Bürgerentscheid nicht in Freilassing, wo es ja bekanntermaßen nicht der erste Wahlgang ist, sondern z.B. in Burkina Faso durchführen.

Völlig unwürdig wird das Ganze dann durch die Wortmeldung von Helmut Fürle. Fritz Braun wollte mit seiner Anfrage nur die Rechtmässigkeit des Wahlganges und damit elementarer Grundregeln ordnungsgemäßer Wahlen sicherstellen. Für Helmut Fürle sind also ordnungsgemäß und rechtmäßig durchgeführte Wahlen oder Bürgerentscheide "kleinkariert" und verursachen nur unnötige Kosten. Hierzu gibt ihm der Erste Bürgermeister auch noch Recht. Für den Bürger entstehen keineswegs zusätzliche Kosten. Mir ist nichts davon bekannt, dass die Stadtbediensteten für diese Anfrage Überstunden hätten ableisten müssen.

Helmut Fürle ist es der laufend Kosten verursacht. Schon in meiner Zeit als Elternbeirat und auch Vorsitzender des Gremiums in der HS Freilassing waren seine Abwesenheitszeiten für Kinder und Eltern ein erhebliches Ärgernis. Unterrichtsdefizite mussten entweder hingenommen oder durch kostenpflichtige Nachhilfe aufgeholt werden. Das damalige Verhalten der Schulleitung machte sogar eine Intervention beim Kultusministerium notwendig.

Welche politische Grundbildung sollte man von unserer Jugend erwarten dürfen, wenn ein Schulleiter der auf die Erziehung hunderter Kinder einwirken kann, rechtmäßige Wahlen als "kleinkariert" bezeichnet.

Wolfgang Wagner
83395 Freilassing
ehem. Elternbeiratsvorsitzender der HS Freilassing
 
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