| Leserbrief zum Artikel vom 6.6.2010 Zusammenarbeit mit der
Salzburg AG: Fernwärmenutzer sehen Riesenchanchen
Das geplante Kraftwerk will auf fossile Energieträger verzichten
und „Weg von Kohle Öl und Gas “ kommen, das ist
auch gut so, aber „hin zum Holz“ springt zu kurz und
kann sich als Rohrkrepierer auf dem Holzweg erweisen. Trotz mehrfacher
Ankündigung „Holz ist in unserer Region ausreichend vorhanden“
wird kein Holzversorgungsplan für jährlich 27.000 Tonnen
Waldhackgut vorgelegt. Kein Planer würde ein Werk bauen, ohne
die benötigten Betriebsmittel zu sichern. Es muß also
einen Plan geben.
Wenn Holz aus der Region genutzt wird, ist das schön und
gut wie im Teisendorfer Werk, aber wie ist die Region definiert,
reicht Südostbayern bis nach Tschechien, Sibirien oder sogar
Brasilien? Auch dort wird gelegentlich bairisch gesprochen. Man
fragt sich wie reagiert wird, wenn die bayerischen Vorräte
verbraucht sind und das dann eingeführte Holz nach Taiga oder
Tropen duftet. Es ist fraglich ob das Werkl dann geschlossen wird,
weil es kaum Holz mehr aus der Region gibt und der Zuwachs abgeerntet
ist.
Die Überproduktion von Wärme soll nach Salzburg verkauft
werden. Kein vernünftiger Mensch heizt mehr als er benötigt.
Man kann die Leistung des Werks im Sommer reduzieren, um weniger
Holz zu verbrauchen und damit CO2 erzeugen. Salzburg testet Thermosolarflächen,
Freilassing würde sich anbieten.
Ist man wirklich sicher, mit dem großen Biomasse Kraftwerk
die beste Lösung für Freilassing gefunden zu haben? Die
Alternativen wurden nicht ernsthaft auf Nachhaltigkeit geprüft
und auf CO2-Ausstoss und Effizienz berechnet bzw. eventuelle Varianten
wie im Falle Freibad 2007 nicht vorgelegt
Die Wärmeverluste der Leitungen sollen gering sein: Aber wenn
Anschlusswillige dazu angeregt werden, zuerst ihre Häuser zu
dämmen und damit ihren Wärmebedarf zu reduzieren, dann
ist der Fernwärmebedarf geringer oder es können mehr Häuser
versorgt werden.
Hermann Schubotz, Freilassing
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