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FREILASSING - Das mögliche Bürgerbegehren
gegen ein Biomasse-heizkraft war zentraler Punkt bei der jüngsten
Ortsversammlung der Grünen/ Bürgerliste Freilassing. Wie
aus der Pressemitteilung hervorgeht, übten die Mitglieder dabei
Kritik an den Betreibern des Bürgerbegehrens und warfen unter
anderem den Kaminkehrern den Missbrauch ihrer Monopolstellung vor.
Sie zeigten sich nicht erstaunt darüber, dass die Gegner des
Biomasseheizkraftwerks die erforderliche Anzahl der Unterschriften
einholen konnten. „Die Situation ist ja auch zu unangenehm",
weiß Ortsvorsitzende Marie-Luise Thierauf aus eigener Erfahrung
und auch aus Gesprächen mit Nachbarn:
„Vor der Haustür steht der Kaminkehrer, meist seit Jahren
der Mann, der zweimal im Jahr kontrolliert, ob mit dem Kamin, der
Heizung alles zum Besten steht. Man hat also Vertrauen und will
den guten Mann, dem man wegen einer womöglichen Monopolstellung
ausgeliefert ist, nicht verprellen. Absolut verständlich, dass
die Mehrheit einfach unterschreibt, vermutlich großteils in
der Annahme oder der Hoffnung, dass sich das Biomasseheizkraftwerk
dadurch nicht verhindern lassen wird."
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Es stelle sich hier neben der Frage der juristischen
vor allem auch die Frage der ethischen Korrektheit eines solchen
Vorgehens einer Berufsgruppe, sagte Thierauf. Schließlich
hätten die Kaminkehrer eine Monopolstellung und einen staatlichen
Auftrag.
Weniger verständlich ist den Grünen laut der Ortsvorsitzenden,
dass die Kaminkehrerlobby offensichtlich nur Angst um die vielen
einzelnen Kamine habe und nicht akzeptieren wolle, dass sich ihr
Arbeitsfeld wie nahezu in allen Berufsgruppen auch wandelt. In allen
anderen Städten und Gemeinden, in denen (im Landkreis: Berchtesgaden/Schönau
am Königssee, Teisendorf und Ainring) Biomasseheizkraftwerke
mit großem Erfolg betrieben werden, hätten sich die Kaminkehrer
der Wandlung ihres Berufs zu stellen gewusst.
Absolut inakzeptabel ist für den langjährigen stellvertretenden
Kreisvorsitzenden des Bund Naturschutz, Wolfgang Fieweger, die Vorgehensweise
eines BN-Vorsitzenden, der sich ganz offen gegen alle Beschlüsse
seines eigenen Verbandes stelle. Elisabeth Hagenauer, viele Jahre
2. Vorsitzende des BN Freilassing betonte, dass es seltsamer Weise
bei der Planung und beim Bau in den drei anderen Gemeinden im Landkreis
keine Gegenstimmen aus diesem Lager gab. Nur in Freilassing habe
sich lautstark eine kleine Gegnerschaft formiert mit angeblichen
Argumenten, die den Leitlinien des BUND vollkommen konträr
laufen. |
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