Freilassinger Anzeiger vom 17. Januar 2010
Die Unkultur der Nicht-Kommunikation
Leserbrief von Hermann Schubotz
 

Die Unkultur der Nicht-Kommunikation

Im Zusammenhang der anstehenden Diskussionen zur Errichtung eines Biomasse Heizkraftwerkes in Freilassing muss ich deutlich sagen, dass alle Beteiligten einen Mangel an Kommunikationsfähigkeit aufweisen.

Zu einer der wichtigsten Zukunftsfragen unserer Stadt, der Wärme und Energieversorgung, werden voreilige Beschlüsse gefasst, ohne die Bevölkerung umfassend zu informieren. Da werden Angebote zum Gespräch nicht angenommen, Standpunkte durchgepaukt, mit Halb-Wahrheiten gearbeitet, Briefe und Fragen nicht beantwortet, auf Vorschläge nicht eingegangen, sondern einfach ignoriert, denn wir haben ja die Mehrheit im Stadtrat, so einfach geht es nun aber nicht. Jetzt droht ein Bürgerentscheid, der die Bevölkerung ähnlich wie beim Freibad in zwei Teile teilt. Damals ging es 80 zu 20 Prozent gegen den einstimmigen Beschluss des Stadtrates, ist hier eine ähnliche Niederlage zu erwarten ?

Warum wird nicht über alle Varianten und die dahinter stehenden Intentionen wie nachhaltige ökologische Energieversorgung oder auch ein Salzburg-Verbund ausführlich und mit offenen Karten informiert, so das der interessierte Bürger weiß, worauf er sich dann einlässt ?

Warum setzen sich nicht alle Beteiligten an einen Tisch, und besprechen die anstehenden Themen in aller Offenheit und informieren die Bevölkerung über die Ergebnisse ?

Die Medien stehen bereit, diese Informationen über Presse und Rundfunk und Fernsehen zu verbreiten, so dass sich jeder Freilassinger Bürger und auch Wärmekunde informiert fühlt.

Also Leute redet mehr miteinander, anstatt euch beleidigt zurückzuziehen.

Hermann Schubotz, Freilassing

 
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