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FREILASSING - Die Grüne/ Bürgerliste
Freilassing hat auf ihrer jüngsten Ortsversammlung die Pläne
der Stadt für den Bau eines Biomasse-heizkraftwerks in Freilassing
verteidigt. „In Kopenhagen haben die Politiker versagt",
heißt es in ihrer Pressemitteilung, und: „Wenigstens in
Freilassing soll sich das nicht wiederholen." Die Grünen
fordern die Gegner des Kraftwerks auf, „ihre destruktive Haltung
zu überdenken".
„Schon längst könnten wir mit modernster Technologie
den Kohlendioxid-Ausstoß verringern und gleichzeitig Arbeitsplätze
schaffen", so die Vorsitzende Marie-Luise Thierauf bei der
Versammlung im Bistro „Beim Lois". „Wir sollten
nicht weiterhin das Geld ins Ausland schicken, um Öl zu kaufen,
sondern endlich mit unseren nachwachsenden Rohstoffen arbeiten."
Die Vorteile des Biomasseheizkraftwerks liegen für die Grünen/Bürgerliste
auf der Hand. Ilse Fegg, Vorstand im Bürgersonnenkraftwerk
Freilassing, führte die Argumente aus: Statt Öl und Gas
würden regionales Hackgut verwendet und Tausende Tonnen klimaschädliches
Kohlendioxid eingespart. Die Wertschöpfung bleibe im Lande
und stärke die regionale Wirtschaft, aber auch den Geldbeutel
der Nutzer.
Auf der Versammlung der Kraftwerksgegner, die einen Bürgerentscheid
planen, wurde gerade auch Kritik an den Grünen laut (wir berichteten),
die sich im Stadtrat offen zu den Kraftwerksplänen bekannten.
Die Grünen holen nun zum Gegenschlag aus: „Nicht jeder
Kaminkehrer und Heizungsbauer erkennt auf Anhieb neue Chancen und
Vorteile. Einige kleben zu sehr an alten, überholten Rechten,
Gewohnheiten und ehemals Gelerntem", heißt es in der
Pressemitteilung zur Ortsversammlung. |
Scharf kritisierte dort Wolfgang Fieweger, ehemaliger
Stadtrat und Referent der Aktion „Sonnenenergie vom Watzmann
bis zum Wendelstein", das Verhalten der Freien Wählergemeinschaft,
deren Stadtratsfraktion sich mit Ausnahme vom zweiten Bürgermeister
Karlheinz Knott gegen die Kraftwerkspläne stellte.
„Diese haben mit ihrer Fraktion im Stadtrat Zugang zu sämtlichen
Quellen und stellen den Umweltreferenten, der sich in die Materie
eigentlich hätte einarbeiten sollen. Sie haben bisher wenig
zur Sache beigetragen und verkünden nun plötzlich, in
den nächsten Monaten ein besseres Konzept anzubieten."
Zu den grundlegenden Aufgaben einer Stadt gehöre es, die
Versorgung mit Wasser, Strom oder Heizenergie zu einem bürgerfreundlichen
Preis sicherzustellen. Erdöl sei knapp, und die Gaslieferungen
seien unsicher, in jedem Fall sei mit extremen Preissteigerungen
zu rechnen. Die Stadt habe deshalb eine gewisse Fürsorgepflicht
und die Aufgabe, zukunftsorientiert zu planen, bemerkte Stadträtin
Elisabeth Hagenauer.
„Überall um uns herum entstehen doch Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
und Biomasseheizkraftwerke, und meines Wissens ist man damit rundum
zufrieden. Warum holt man sich nicht vor Ort Informationen?",
riet Karl Lutz den Initiatoren des Bürgerbegehrens.
Nicht auf sich sitzen lassen wollen die Freilassinger Grünen
die Kritik, die Hias Kreuzeder bei der Versammlung zum Bürgerbegehren
an ihnen übte. „Das einstimmige Abstimmungsverhalten
der Grünen/Bürgerliste als Schande abzukanzeln, damit
macht sich ausgerechnet der ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete
Hias Kreuzeder geradezu lächerlich", so der Stadtratsfraktionssprecher
Ernst Wohlschlager. |
Wohlschlager begrüßte grundsätzlich
die demokratische Auseinandersetzung bei so einer bedeutenden Investition
in Freilassing, zeigte sich aber sehr verärgert über „Fehlinformationen,
die bewusst von den Gegnern zur Verunsicherung der Freilassinger
Bevölkerung gestreut werden".
Als Beispiel brachte er die zur Sprache gebrachten Investitionskosten
in Höhe von 20.000 ` Euro für den Anschluss eines Einfamilienhauses
an die Wärmeversorgung. „Sollte es sich nicht um einen
Kommafehler handeln", so Wohlschlager, „dann hat der
Bezirkskaminkehrermeister Wolfgang Wagner mit dieser Aussage den
Rest seiner Glaubwürdigkeit verspielt."
Die Grünen geben die Kosten mit 500 bis 1.500 Euro, im Höchstfall
2.000 Euro, an und berufen sich auf Angaben einer Freilassinger
Installationsfirma. Diese Zahlen habe auch Franz Aicher, kaufmännischer
Leiter der Stadtwerke, bestätigt, gab Ernst Wohlschlager auf
Nachfragen der Heimatzeitung an.
„Immer darauf zu warten, dass andere den ersten Schritt
tun, macht uns alle zu Verlierern im Kampf um eine lebenswerte Zukunft.
Eine reine Verhinderungsmentalität, wie sie derzeit der Bürgerarbeitskreis
Bürgerbegehren Biomasseheizkraftwerk' an den Tag legt, ist
kontraproduktiv.
Der Versuch, positive Fakten mit falschen Zahlen schlechtzureden
und damit sinnvolle Investitionen in die Zukunft zu verhindern,
darf nicht so stehen bleiben", so die Grünen-Ortsvorsitzende
Marie-Luise Thierauf abschließend.
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