Südostbayerische Rundschau vom 5. September 2009
Werkeln wie auf einer Bootswerft
Kinder bastelten mit Hermann Schubotz Solarboote im Tittmoninger Ferienprogramm Haus der Erneuerbaren Energien
  Tittmoning (schu) Im Tittmoninger Ferien-programm hat heuer Hermann Schubotz von der Solarinitiative BGL einen Solarbastelkurs für Kinder angeboten, und dies mit vollem Erfolg: 29 Buben und Mädchen trafen sich am Haus der erneuerbaren Energien und übten sich in der Tradition der Tittmoninger Bootsbauer. Nur sollten diese mit moderner Technologie ausgestattet werden und sich mit der Kraft der Sonne bewegen.

Die jungen Bootsbauer hatten viel Spaß beim Basteln von Solarbooten und konnten gleichzeitig erkennen, dass die kostenlos zur Verfügung stehende saubere Energie aus der Sonne in brauchbares Spielzeug umgesetzt werden kann. Die fertigen Solarboote aus einer Fischdose und Karton bestanden ihren Tauglichkeitstest im angrenzenden Teich, indem sie ohne fremde Hilfe ihre Runden fuhren, allein mit der Kraft aus dem Sonnenlicht. Die Energie kam aus einer kleinen Photovoltaikzelle, die mit dem erzeugten Strom einen kleinen Elektromotor antrieb. Das Hans am Wasserkraftwerk wurde kurzfristig zur Bootswerft umfunktioniert.

(Unter dem Schatten der grossen Bäume am Haus der erneuerbaren Energien empfahl Kursleiter Hermann Schubotz mit seinen beiden Helfern aus Oberösterreich und Bad Reichenhall, die benötigten Teile ganz im Stil eines Ingenieurs nach den vorgelegten Bauplan erst mit dem Lineal auszumessen und anzuzeichnen und erst danach das Material aus Gurken- oder Spargel Karton mit der Schere auszuschneiden. Das Werk sollte gerade ausgerichtet und ordentlich verarbeitet werden, denn die Solarboote sollte eine Weile in Funktion bleiben und auch den Erbauern ein verdientes Lob der Familien einbringen. )

Zunächst maßen die Solarbauer die Abdeckung für die mitgebrachte leere Fischdose fachgerecht aus, schnitten sie aus uns klebten den Deckel mit einer Heissklebepistole auf der Dose fest und verschlossen sie damit wieder. Somit entstand ein wasserdichter und schwimmfähiger Bootskörper. Für diesen Rumpf bastelten die Kinder zwei aus mehreren Teilen bestehende Halterungen für die Photovoltaik Zelle und den Solarmotor und klebten sie dann gerade ausgerichtet auf der Fischdose fest.

Immer wieder wurden die vorgelegten Musterteile untersucht, damit die Ständer und Stabilisatoren an der richtigen Seite der Halterung angeklebt wurden und nach ordentlicher Facharbeit aussahen. Die mitgelieferten Strohhalme wurden genau in der Mitte durchgeschnitten und der roten Antriebspropeller mit Klebe und Geschick an einem Ende festgeklebt. (Solange die Klebe noch weich war, konnte der Propeller direkt in Richtung des Strohhalmes ausgerichtet werden, damit das Solarboot später auch möglichst gerade fuhr).


Die Kinder bastelten eifrig an ihren Solarbooten. Die Boote aus einer Fischdose, Gurkenkarton, Strohhalmen und Solarzelle mit Solarmotor fuhren bei Sonnenlicht über den Fischteich. Foto: Schubotz

 
 

Den kleinen, gut 20 Gramm schweren Elektromotor Motor klebten die jungen Schiffsbauer auf die Halterung und achten darauf, das er nicht am Bootsrand schrammte und damit die Antriebsenergie verloren ging.

Aus Sicherheitsgründen lötete der Kursleiter Hermann Schubotz die Solarzellen an den beiden Drähten des Motors fest und befestigte diese Zelle nun auf der Halterung. Das einfallende Sonnenlicht erweckte die Solarboote sofort zum Leben.
Der Stromfluß von der Solarzelle zum Motor funktionierte, die Schraube drehte sich in der Luft. Schnell erkannten die Solarbastler, dass das einfallende Sonnenlicht die Photovoltaikzelle anregte, Strom zu erzeugen und dieser den kleinen Motor antrieb. Nun ging es im Eilschritt zum Fischteich, um die Boote in ihrer eigentlichen Funktion zu testen. Alle Boote bestanden den Test.

Als Besonderheit bei diesem Solarbastelkurs erwies sich die Tatsache, dass selbst der für die Heissklebepistole und den Lötkolben benötigte Strom aus erneuerbaren Quellen stammte, denn der Strom wurde nämlich direkt aus der Wasserkraftturbine angezapft.

Die jungen Solarbastler aus Tittmoning und Oberösterreich konnten auf praktische Art erleben, wie man die kostenlose Sonnenenergie auch im täglichen Leben wie hier beim Basteln von Spielzeug nutzbar machen kann. In der Pause zeigte Hermann Schubotz den Kindern die am Haus angebrachten Tafeln und erklärte, das es neben der Sonnenenergie noch weitere erneuerbare Energieformen gibt, wie Elektrizität Strom aus Wind und Wasserkraft und Wärme und Strom aus Biomasse aus Holzabfällen und auch das Energiesparen ein wichtige Rolle spiele. Weitere Informationen zu Solarbastelkursen und mehr Fotos sind auf der Internetseite www.solarbasteln.de zu finden. -schu-

 

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