Leserbrief von Hermann Schubotz vom 17. Januar 2009
Denn sie wissen, was sie nicht tun
Leserbrief zum Kommentar „Anlass zur Überprüfung“ vom 8.Jan 2009
 

Mit dem umgewandelten Filmtitel „Denn sie wissen, was sie nicht tun“ möchte ich die Erwiderung zum Kommentar von Gerd Probst einleiten.

Er fordert die Überprüfung der nationalen Energiepolitik, wie wahr und angesichts der jährlich im Neuen Jahr auftauchenden Gaskrise sehr notwendig. Aber was dann kommt, ist Schnee von vorgestern, Kohleverflüssigung, Kohle für Jahrhunderte und die alte Mär der sicheren Atomkraftwerke. Den Erneuerbaren Energien traut er nicht einmal in 10 Jahren zu, den Energiebedarf zu decken. Die Umweltbewegung hat Konzepte, in der eine Umstellung der Energieversorgung bis zum Jahre 2030 möglich ist. Und hier kommt der obige Spruch zum Tragen: Das Establishment weiss, was es nicht tut, nämlich diese Konzepte umsetzen. Spätestens seit den UN Klimaberichten im Jahre 2007 zur Klimakatastrophe und den konkreten Umweltplänen vom Friedensnobelpreisträger AL Gore sind die Lösungen bekannt und erprobt und werden von Bürgerinitativen und privaten Hausbesitzern umgesetzt, aber das ist zu wenig.

In Deutschland wurde im Jahre 2000 das Gesetz zum Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) geschaffen und hat in der nationalen Wirtschaft einen Boom an Umsatz, Arbeitsplätzen und Exporten geschaffen, der sich in jedem Jahr fortsetzt. Andere Länder nehmen sich das Gesetz zum Vorbild. Die erneuerbaren Energien mit Wind, Wasser, Solar und Biomasse basieren auf der kostenlosen Sonnenenergie und sind unendlich und nachwachsend vorhanden. Warum um Himmelswillen nutz man diese Energieformen nicht noch intensiver, anstatt als Beispiel dem Pflanzenöl mit einer „Mineral“-ölsteuer das Wasser abzugraben ? Die aktuelle Energie-Gas-Krise ist ein Machtspielchen um Rohstoffe, Geld und Einfluß und wird sich jedes Jahr wiederholen.


Wann wachen die Verantwortlichen in Deutschland endlich auf und nehmen diese Versorgungskrisen zum Anlass, die Nutzung der heimischen Sonnenenergie intensiver zu erforschen und auszubauen und endlich in das Projekt Energieautonomie mit erneuerbaren Energien einzusteigen ?

In Zeiten der Bankenkrise stehen urplötzlich hunderte von Milliarden von Euro zur Verfügung, für diejenigen, die als Banker aus Profitgier und als Autobauer mit veralteten Spritfressern die Marktlage nicht erkannt und Milliarden verpulvert haben und nun um staatliche Unterstützung betteln. Für die Intensivierung der Solarforschung, die uns aus der sich stetig verschärfenden Energiekrise führen könnte, standen im Vergleich zu diesen Grössenordnungen nur Almosen zur Verfügung.

Und was passiert bei uns im Landkreis BGL?. Wir nähern uns stetig der magischen Jahreszahl 2030, in der sich der Landkreis BGL mit erneuerbaren Energien versorgen soll. Es geschieht herzlich wenig. Die aktive Agenda21 Bewegung und die Aktion „Sonnenenergie vom Watzmann bis zum Wendelstein“ hat man einschlafen lassen, ohne eine passende und professionelle Nachfolge Organisation zu schaffen. Solarprojekte werden verhindert und verschleppt.

Die verantwortlichen Herren kennen die Lösungen, setzen sie aber aus welchen Gründen auch immer nicht in der gebotenen Intensität um. Da hilft ein Aufruf zur Überprüfung der Energie Politik mit gleichzeitigen Hinweis auf fossile Energien herzlich wenig. Es muss eine wirkliche zum Ursprung führende Überprüfung der Energiesituation und der Versorgungssicherheit erfolgen, und kein Kopf in den Sand stecken oder Hoffen auf ein Ende des kalten Winters, oder dass die Russen und Ukrainer sich vertragen oder dass im Sommer wieder weniger Energie benötigt wird.

Hermann Schubotz, Freilassing

 
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