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FREILASSING (st) - Nach dem zustimmenden
Beschluss des Stadtrats zum Biomasse-heizkraftwerk machen die Gegner
nun ernst. Sie hoben einen Bürgerarbeitskreis „Bürger-begehren
Biomasse-heizkraftwerk Freilassing" aus der Taufe mit dem erklärten
Ziel, den Bürger entscheiden zu lassen, ob er ein solches Kraftwerk
will oder nicht. „Wir werden eine konkrete Alternative aufzeigen",
so Hias Kreuzeder, einer der Sprecher des Arbeitskreises, in dem sich
Kaminkehrer und Heizungsbauer, aber auch „ganz normale Bürger",
wie Bert Enzinger betont, zusammen-geschlossen haben. Neben dem Landwirt
und dem FWGVorsitzenden stehen Bezirkskaminkehrermeister Wolfgang
Wagner und Heizungsbauer Rudolf Unterrainer mit an vorderster Front.
„Wir sind der Meinung, dass dieses Großprojekt nicht
sinnvoll ist", erklärte Bert Enzinger. Es gebe bessere
Alternativen. Auch die Mitglieder ihres Arbeitskreises seien für
den Einsatz erneuerbarer Energien, aber mit anderen Technologien
und Strukturen.
Die Summe von rund 20.000 Euro nennt Wolfgang Wagner, die der
Besitzer eines Einfamilienhauses alles in allem investieren müsste
für einen Anschluss an das von der Stadt geplante Werk. Für
dieses Geld könnte jeder fast schon einen Vollwärmeschutz
an seinem Haus anbringen und damit wirklich Kohlendioxid einsparen.
In dem von der Stadt geplanten Werk werde das Kohlendioxid von einem
100 Jahre alten Baum in fünf bis sechs Stunden freigesetzt.
Besser wäre es, die Stadt würde mit dem Geld aktive
Wärmedämmung bei den Freilassinger Hausbesitzern fördern.
Damit könnte der Energiebedarf erheblich reduziert werden,
was tatsächlich zum Klimaschutz beitragen würde.
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Sie sind die Sprecher des Bürgerarbeitskreises (von links): Rudolf
Unterrainer, Hias Kreuzeder, Wolfgang Wagner und Bert Enzinger. Foto:
Stronk
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Eine „Frechheit" ist in seinen Augen
die von der Stadt verbreitete Nachricht, der Agenda Arbeitskreis
Wirtschaft und Energie habe sich einstimmig für ein Biomasseheizkraftwerk
ausgesprochen. Da seien zwei Sätze aus dem Zusammenhang gerissen
worden.
Wenn schon, dann müsste man den ganzen Beschluss des Arbeitskreises
veröffentlichen. Eine Verwirklichung des Biomasseheizkraftwerks
nach den jetzigen Vorstellungen missachte alle dort enthaltenen
zwölf Punkte. Den restlichen Energiebedarf könnte man
laut Bert Enzinger mit kleineren dezentralen Anlagen decken. Betreiber
sollten die Bürger selbst sein, die auch die Vergütung
für den gleichzeitig erzeugten Strom selbst kassieren könnten.
Bei dem großen zentralen Werk besteht nach Meinung der Arbeitskreismitglieder
die Gefahr, dass nicht die Energieeinsparung im Vordergrund steht,
sondern der Gewinn aus der Stromerzeugung. Somit könnte die
Versuchung zur Verbrennung auch in Zeiten hoch sein, in denen nicht
viel Wärmeenergie benötigt wird. Hias Kreuzeder glaubt,
dass die Salzburg AG im Hintergrund steht. |
„Es ist der Versuch, Eham II zu bauen, nichts
anderes", so der streitbare Biobauer, der früher für
die Grünen im Bundestag saß, seiner ehemaligen Partei
aber längst enttäuscht den Rücken gekehrt hat. Auch
mit dem Abstimmungsverhalten der Grünen/ Bürgerliste im
Stadtrat ist er nicht einverstanden: „Für mich als ehemaligen
Grünen ist das eine Schande." Es gehe hier um die grundsätzliche
Entscheidung, ob man weniger Energieverbrauch wolle oder nicht.
Bei der veranschlagten Summe für dieses Werk könnte man
die Wärmedämmung bei 2.000 Hausbesitzern mit jeweils 5.000
Euro fördern.
„Wir glauben, eine bessere Alternative anbieten zu können",
so Bert Enzinger. Darüber wollen die Betreiber des Bürgerbegehrens
die Bürger in den nächsten Wochen und Monaten eingehend
informieren. Nähere Informationen gibt es auch im Internet
unter www.fernwaerme-freilassing.de. |
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