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Zum Artikel „Vor weitreichender Entscheidung
zur Biomasse" in der Ausgabe vom 9. Dezember:
Erst dämmen, dann heizen, lautet das Gebot der Stunde, nicht
nur für die Schonungg des Klimas, sondern auch des Geldbeutels.
Anstatt aufwändige Fernheizwerksysteme zu bauen, soll in kleinen
Einheiten, einige Häuser zusammen, im Sommer die Sonnenenergie
so gespeichert werden, dass sie im Winter zum Heizen zur Verfügung
steht. Die Laufener Baugenossenschaft macht es uns vor und zeigt,
dass es funktioniert. Bevor im Stadtrat eine irreversible Entscheidung
getroffen wird, muss erst geklärt werden, woher die Hackschnitzel
kommen.
Diese von mir vor vielen Monaten gestellte Frage bleibt bis heute
unbeantwortet. Bezieht man sie auf dem Weltmarkt, gerät man
in ähnliche Abhängigkeiten wie bei den fossilen Energieträgern.
Lange Transportwege verursachen Schadstoffemissionen zulasten der
Ökobilanz. Aus heimischen Wäldern ist die Bedarfsdeckung
unwahrscheinlich. Nicht umsonst verkehren seit Monaten lange Hackschnitzel-Güterzüge
aus der Eifel von Gerolstein über Euskirchen nach Salzburg
und Hallein. Die abgestellten Garnituren können regelmäßig
im Freilassinger Bahnhof beobachtet werden. Verteuern sich in den
nächsten Jahren die Transportkosten mehr als linear voraus
kalkulierbar, sind die jetzt angestellten Rechenmodelle gegenstandslos.
Dem bis an die Grenze belasteten Hauseigentümer fehlt dann
zudem das Geld für zukunftsfähige bezahlbare Alternativen,
wie die konsequente Nutzung der Sonnenenergie. Zu den Grundsätzen
einer ökologisch sinnvollen Holznutzung gehört, Holzprodukte
zu fördern, die Kohlendioxid langfristig speichern. Holz, das
verbrannt wird, setzt das gesamte Kohlendioxid in Minutenschnelle
frei. Durch den gestiegenen Holzeinschlag ist in den letzten 20
Jahren in Deutschland die jährliche Kohlenstoffbindung in unseren
Wäldern von 17 Millionen Tonnen pro Jahr auf 4,7 Millionen
Tonnen gesunken. Energetische Nutzungen in Form von Scheitholz,
Pellets oder Hackschnitzel dürfen daher nur in einer gesamtökologischen
Betrachtung erfolgen.
Dabei sind die drei Hauptkriterien zu beachten: Energieeffizienz,
Waldortnähe und Biotopholzerhaltung. Beim geplanten Feilassinger
Werk ist voraussichtlich keins dieser Kriterien erfüllt.
Michael Behringer, Ainring, Bund Naturschutz |
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