| |
Kopenhagen (dpa) - Ringen um die Zukunft unseres
Planeten: Mit einem eindringlichen Appell, die Erderwärmung gemeinsam
zu bremsen, hat in Kopenhagen am Montag der größte Klimagipfel
der Welt begonnen. Die Zeit für bloße Erklärungen
sei vorbei, sagte UN-Klimachef Yvo de Boer in seiner Eröffnungsrede.
Er forderte verbindliche Klimaschutzziele und eine sofortige Finanzzusage
über 10 Milliarden US-Dollar (6,7 Milliarden Euro) jährlich
von 2010 bis 2012 für die armen Länder. |
Die Konferenz ringt auch um ausreichende
Finanzzusagen, damit sich Entwicklungsländer an den Klimawandel
anpassen können, und technische Hilfen für eine klimafreundliche
Entwicklung. Zudem wird vorgeschlagen, dass Länder mit großen
Urwaldgebieten Geld für deren Schutz erhalten. In der zweiten
Woche des Gipfels werden 110 Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen
erwartet,darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident
Barack Obama.
Wie dringend etwas getan werden muss, zeigten zwei wissenschaftliche
Studien, die am Montag öffentlich wurden. Sie weisen beide
darauf hin, dass der Klimawandel noch weit verheerendere Auswirkungen
haben könnt als bislang angenommen.
Ein britisches Forscherteam von der Universität Bristol kommt
zu dem Schluss, dass die Temperatur um 30 bis 50 Prozent stärker
als zusätzliches Kohlendioxid (C02) in der Erdatmosphäre
reagieren wird, als es der Weltkli marat berechnet hat.
|
|
| |
Bis zum 18. Dezember kämpfen Regierungsvertreter
aus 192 Staaten um weitreichende Klimaziele. So viele Länder
wie nie zuvor haben Vorschläge vorgelegt, um ihren Ausstoß
an Treibhausgasen zu reduzieren oder zu bremsen. Ob dies für
eine Einigung reicht, ist zweifelhaft.
Der Ministerpräsident des Gastgeberlandes Dänemark, Lars
Lokke Rasmussen, schwor die Verhandlungspartner aus aller Velt auf
»schwierige, aber notwendige Entscheidungen« ein. Eine
Einigung sei greifbar nahe, sagte Rasmussen und appellierte an die
Delegationen: »Lasst uns nicht auf das konzenrieren, was uns
trennt, sondern auf das, was uns verbindet.«
|
Der Vorsitzende des Weltklimarates, Rajenra Pachauri,
unterstrich am Montag die Notwendigkeit, die Erderwärmung im
Bereich von 2 bis 2,4 Grad zu drosseln.
Sonst drohten katastrophale Auswirkungen. Die globale Durchschnittstemperatur
sei im 20. Jahrhundert bereits um 0,74 Grad gestiegen, der Meeesspiegel
um 17 Zentimeter.
Sollte das Grönland- Eis schmelzen, könnte er um sieben
Meter klettern. In Afrika bedrohe Wassermanel 75 bis 250 Millionen
Menschen bis zum Jahr 2020.
|
|