Freilassinger Anzeiger vom 30. August 2009
In erneuerbare Energien statt Mondfahrten investieren
Leserbrief von Hermann Schubotz
 

Leserbrief zum Artikel "Die Bundesregierung drängt zum Mond, vom 13.August 2009

Mit Verwunderung muss man lesen, das die Bundesregierung zum Mond drängt. Waren wir nicht schon dort vor 40 Jahren? Will sich die Bundesregierung einen planetarischen sicheren Auslandssitz aufbauen, zu dem sie flüchten kann, wenn auf der Erde der Boden für sie wegen Klimawandel und Milliarden neuer Schulden zu heiß geworden ist? Oder was gibt es sonst am Mond zu holen? Man will die deutsche Forschungs- und Wirtschaftskraft unter Beweis stellen.

Ich möchte die Argumentation des Artikels umkehren. Wenn wir schon fünf Milliarden Euro in eine ökologisch höchst fragwürdige und wirtschaftlich kurzsichtige Abwrackprämie für 10 Jahre alte noch fahrtüchtige Autos gesteckt haben, denn wer kauft sich im nächsten Jahr noch ein neues Auto, dann sollten wir doch die für die Mondlandung anvisierten 1,5 Milliarden in die weitere Erforschung der erneuerbaren Energien stecken, z.B. Erhöhung des Wirkungsgrades bei der Photovoltaik, preisgünstige und lang haltende Stromspeichermedien, Effizienz von Elektro-Autos, etc.

Das wären Investitionen in unsere Zukunft und den Wirtschaftstandort Deutschland, die sich auch wieder bezahlt machen und damit die deutsche Vorreiterrolle in der Umwelttechnik aufrecht erhalten.

Damit wäre deutscher Forschungs- und Wirtschaftskraft besser gedient und ein Nutzen für die gesamte Weltbevölkerung geschaffen, als eine neue Monderforschung aus Prestige Gründen.

Lassen wir den Mann im Monde in Ruhe und kümmern wir uns um die Probleme hier auf der Erde, davon haben wir genug.

Hermann Schubotz, Freilassing

 
__