Freilassinger Anzeiger vom 22. August 2009
Wehrgerechtigkeit ist einfach herzustellen
Leserbrief von Hermann Schubotz
  Zum Artikel "Erinnerung an den Widerstand vom 21.Juli.2009

Die kürzlichen Diskussionen über Berufsarmee oder Wehrpflicht, Gelöbnis der Rekruten und Meldungen von Politikern, die sich positionieren wollen und von jungen Männern, die sich beschweren, bringen es wieder an den Tag, die mangelnde Wehrgerechtigkeit.

Nur etwa 50 Prozent eine Jahrgangs wird noch zum Dienst einberufen, der andere Teil kann früher mit seiner Ausbildung beginnen oder eher ins Berufsleben einsteigen, zum Nachteil für die Wehrdiener. Dabei wäre eine Wehrgerechtigkeit für alle so leicht herzustellen. Alle jungen Leute, Männer wie Frauen, taugliche und nichttaugliche werden ein ganzes Jahr in den Dienst des Staates gestellt. Und, das ist das Wichtige an der Sache, sie sollen frei wählen können zwischen Wehrdienst, Zivildienst, sozialem oder ökologischem Jahr, etc. Dies ohne Ausnahme, denn für jeden jungen Menschen wird es eine Verwendung finden. Die staatlichen und sozialen Einrichtungen können sich auf einen regelmässigen Strom von „Jahresverpflichteten“ einstellen und ihre Personalknappheit damit mildern.

Dieses eine „Staatsjahr“ kann auch dazu verwendet werden, eventuelle Defizite in staatsbürgerlicher Bildung, Wissen um demokratische Abläufe und gelebte Toleranz und in Kenntnis des Grundgesetzes und Menschenrechte auszubügeln. Auf diese Art bekäme die Gesellschaft eher loyale und verständige Staatsbürger, als wenn ein Teil überhaupt nicht und der andere Teil rund nur zu Hälfte „dienen“ muss, und damit bis zu einem Jahr für Ausbildung und Karriere verliert.

Hermann Schubotz
Freilassing

 
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