Freilassinger Anzeiger vom 14. März 2009
Normalverdiener reiben sich irritiert die Augen
Leserbrief von Hermann Schubotz
  Leserbrief zu „schärfere Regeln für Managergehälter“ vom 12.3.2009

Lohnerhöhungen und Managergehälter,

Nun sollen die Managergehälter in einem angemessenen Verhältnis zur Leistung und zum Lohnniveau in der Firma stehen. Der Normalverdiener reibt sich verwundert die Augen, Aha, Soso, war das bisher nicht schon so und muss nun korrigiert werden ?

Der Aufsichtsrat soll die Vergütungen reduzieren können, wenn es dem Unternehmen schlechter geht, und ein Kontrollgremium soll die Vergütungen kontrollieren und nicht Einzelpersonen im „stillen Kämmerlein“. Willkommen in der Gegenwart, liebe Vorständler, denn auf diesem Niveau werden der deutsche Arbeitnehmer und die kleinen Selbständigen und Handwerksbetriebe schon immer behandelt. Jetzt erleben Sie auch den scharfen Wind der „sozialen“ Marktwirtschaft. Wieviel mehr darf ein Vorstand verdienen, 10x 30x 50x als ein Durchschnittsverdiener ?

Lohn und Rentenerhöhungen werden immer im Prozent verhandelt, mit dem Zusatz mindestens etwa 250 Euro mehr. Warum eigentlich ? Kostet die Butter 0,000008 Promille des Monatsgehaltes oder kostet sie 85 Cent. Mit 3 Prozent Lohnerhöhung kann sich der Vorstand Tonnen weise Butter kaufen, der Normalverdiener eben ein paar Päckchen. Warum geht man nicht gleich zu einem festen Betrag per Monat über, der Rentner wird sich freuen und muss nicht den Taschenrechner bemühen, um herauszufinden, was nun 2,75% für seine Rente bedeuten, ein sogenanntes „sattes Plus für die Senioren“. Das Plus ist halt satter für die Vorstandsrentner, ein fester Betrag wäre eventuell Peanuts für ihn. Die Lösung wäre, das gesamte Volumen für Lohn- oder Renten- Erhöhungen durch die Anzahl der betroffenen Arbeitnehmer oder Rentner teilen und jeder bekommt seinen festen Betrag.

Etwas mehr Bescheidenheit, klare überschaubare Regeln und gerechtere Verteilung des gemeinsam geschaffen Vermögens würden uns in dieser Zeit gut zu Gesicht stehen.

Hermann Schubotz, Freilassing

 
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