Südostbayerische Rundschau vom 11. Februar 2008
Auch über Umwelt darf gelacht werden
Die Kabarettisten Lainer und Linhart brachten dem Publikum Lösungen zur Umwelt näher
  Bad Reichenhall(schu): Zuerst waren alle verduzt, einmal das Publikum im gut besetzten Magazin 4 in Bad Reichenhall, warum die beiden Bühnenarbeiter erst jetzt kamen, denn die Vorstellung sollte schon begonnen haben, und dann die beiden Bühnenarbeiter, die im stark oberösterreichischem Dialekt fragten, was denn das viele Publikum jetzt schon hier wolle, sie müssten doch erst die Bühne aufbauen. Sie hätte den Auftrag, für ihre Brüder Lainer und Linhart eine Bühne zum Thema Nachhaltigkeit aufzubauen. Da nun die Eintrittsgelder bereits bezahlt seien, werden man auch aus Energiespargründen ein Vorprogramm liefern, bis dann die Brüder eingetroffen seien. Hoffentlich werde man am Honorar beteiligt, schmunzelte Linhart. Günter Lainer
Foto970 Günther Lainers Augen rollen mit, als er seine Jonglierkunst mit ausländischen Apfelsinen Beim Kabarett Abend des Aktionsbündnisses "Sonnenenergie im Berchtesgadener Land" im Magazin 4 unter Beweis stellte. Foto: Hermann Schubotz
Günther Lainer und Manfred Linhart im Apfelregal
Foto 978 Als österreichischer und spanischer Apfel verkleidet sinnieren die Kabarettisten Günther Lainer und Manfred Linhart im Magazin 4 über den Sinn des Lebens, die Nachhaltigkeit, kurze Reifezeit und lange Transportwege.
Über den Beifall erstaunt frage Lainer, ob sie als klatschfreudiges Reisepublikum mitkämen, wenn sie sich als Nachwuchskabarettisten bewerben würden. Sie bekamen ein begeistertes "Jaaaaa" und belohnten dies mit einer letzten Zugabe.

Den Programmtitel "Später ist vorbei" konnten sich die neugierigen Zuschauer wohl damit erklären, dass der Anfang bereits vorbei war, wenn man später zur Vorstellung kam.
 
 

Geschickt liess der schwergewichtige Lainer seinen dünnen Kollegen Linhart die Arbeit verrichten, während er Regieanweisungen gab und seine Jausensemmel dabei verzehrte. Zum Aufwärmen wurde die Szene Apfel und Kiwi gespielt, wobei Lainer den schwierigen Part erhielt und 15 mal Apfel sagen musste, während Linhard dazwischen nur einmal Kiwi zu sagen hatte. Und die Lehr' von der Geschicht', kaufe keine Kiwi nicht, den diese verursachen 15 mal so viel Transportkosten wie ein einheimischer Apfel.

Organisiert hatte die Humor-Veranstaltung das Aktionsbündnis "Sonnenenergie im Berchtesgadener Land", ein Zusammenschluss von Kommunen, Handwerkern, örtlichen Banken und Umwelt- und Agenda21 Gruppen. Der Sprecher der Gruppe, Prof. Bernhard Zimmer aus Piding berichtete dem Publikum über die ungewöhnlichen Umweltarbeiter im Berchtesgadener Land. Die Bündnismitarbeiter hätten Besichtigungen von Häusern mit Sonnenenergie und Heizungen mit nachwachsenden Rohstoffen organisiert und eine Ausstellung über "Energie von der Sonne" zusammengestellt, die fast pausenlos im ganzen Landkreis ausgebucht war und sich somit als Highlight der Aktion auszeichnete.

Dazu fanden in Freilassing Energietage mit Besichtigungen von Wasser- Pflanzenöl- und Photovoltaik Kraftwerken und Vorträgen über den Energiebedarfsausweis statt. Als weiteren Höhepunkt hatten die Solar-Aktivisten den Umweltjournalisten Dr. Franz Alt im November letzen Jahres zu einem Vortrag" über "Die Sonne schickt uns keine Rechnung" eingeladen. Nun zum Abschluss der ernsthaften Arbeit wolle man sich und dem Publikum eine andere Sicht der Dinge und einen emotionalen Zugang zur Umweltproblematik gönnen. Die vielen Lacher und Rufe nach Zugaben bewiesen, dass es gelungen war.

Neben geistreichen Sketchen zeigt der stabile Günther Lainer seine Geschicklichkeit in der Jongliererei mit Apfelsinen, während er über die Nachhaltigkeit sinnierte. Geschickt wurde auch das Publikum ins Geschehen verwickelt, wie auch beim Umweltthema die Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden sollen. Eine Teisendorferin und ein Surheimer sollten in Geschwindigkeit aus dem nachhaltigen Spielzeug Lego (vom Grossvater auf den Vater und Sohn vererbt) einen überdimmensionierten Eierbecher und einen zu klein geratenen Elefanten bauen, beide wurden zu Siegern erklärt.

In einer weiteren Apfelszene spielten Sie Alois aus der Steiermark und Roberto aus Andalusien, der sich wortkarg anhören musste, wie der Steiermärker Apfel über die unreife Ernte und die langen Transportwege schwadronierte, bis er schliesslich gekauft wurde. Auch als Quizmaster versuchte sich der dünne Manfred Linhart und holte flugs jemand aus dem Publikum dazu. Als es um Agenda21 Fragen ging, war die Mitbegründerin der Pidinger Agenda21 Gruppe in ihrem Element. Auf Fragen wie, für welches Jahrhundert die Agenda21 gedacht sei und wo die Rio Agenda21 gegründet wurde, fand sie schnell eine Antwort.

Während sich ihr Quizgegner Lainer schwer tat bei Fragen wie "wieviel CO2 spart ein Autofahrer ein, wenn er statt seiner 100 Kilo schweren Schwiegermutter seine Frau und Tochter mit auf die Reise nehme" und somit der Pidingerin das Feld überlassen musste. Nach dieser schweren Denkarbeit griff Linhart zur Gitarre und Lainer sang hintergründige Lieder über die Umwelt, die Liebe und die Nachhaltigkeit. Nach gut zwei Stunden waren die echten Kabarettisten Brüder immer noch nicht aufgetaucht, und die beiden Bühnenarbeiter, meinten nun wirklich mit dem Bühnenaufbau beginnen zu müssen, liessen sich aber noch zu zwei Zugaben hinreissen.

 

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