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Bad Reichenhall(schu): Zuerst waren
alle verduzt, einmal das Publikum im gut besetzten Magazin 4 in Bad
Reichenhall, warum die beiden Bühnenarbeiter erst jetzt kamen,
denn die Vorstellung sollte schon begonnen haben, und dann die beiden
Bühnenarbeiter, die im stark oberösterreichischem Dialekt
fragten, was denn das viele Publikum jetzt schon hier wolle, sie müssten
doch erst die Bühne aufbauen. Sie hätte den Auftrag, für
ihre Brüder Lainer und Linhart eine Bühne zum Thema Nachhaltigkeit
aufzubauen. Da nun die Eintrittsgelder bereits bezahlt seien, werden
man auch aus Energiespargründen ein Vorprogramm liefern, bis
dann die Brüder eingetroffen seien. Hoffentlich werde man am
Honorar beteiligt, schmunzelte Linhart. |

Foto970 Günther Lainers Augen rollen mit, als er seine Jonglierkunst
mit ausländischen Apfelsinen Beim Kabarett Abend des Aktionsbündnisses
"Sonnenenergie im Berchtesgadener Land" im Magazin 4 unter
Beweis stellte. Foto: Hermann Schubotz

Foto 978 Als österreichischer und spanischer Apfel verkleidet
sinnieren die Kabarettisten Günther Lainer und Manfred Linhart
im Magazin 4 über den Sinn des Lebens, die Nachhaltigkeit, kurze
Reifezeit und lange Transportwege.
Über den Beifall erstaunt frage Lainer, ob sie als klatschfreudiges
Reisepublikum mitkämen, wenn sie sich als Nachwuchskabarettisten
bewerben würden. Sie bekamen ein begeistertes "Jaaaaa"
und belohnten dies mit einer letzten Zugabe.
Den Programmtitel "Später ist vorbei" konnten sich
die neugierigen Zuschauer wohl damit erklären, dass der Anfang
bereits vorbei war, wenn man später zur Vorstellung kam. |
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Geschickt liess der schwergewichtige Lainer seinen
dünnen Kollegen Linhart die Arbeit verrichten, während
er Regieanweisungen gab und seine Jausensemmel dabei verzehrte.
Zum Aufwärmen wurde die Szene Apfel und Kiwi gespielt, wobei
Lainer den schwierigen Part erhielt und 15 mal Apfel sagen musste,
während Linhard dazwischen nur einmal Kiwi zu sagen hatte.
Und die Lehr' von der Geschicht', kaufe keine Kiwi nicht, den diese
verursachen 15 mal so viel Transportkosten wie ein einheimischer
Apfel.
Organisiert hatte die Humor-Veranstaltung das Aktionsbündnis
"Sonnenenergie im Berchtesgadener Land", ein Zusammenschluss
von Kommunen, Handwerkern, örtlichen Banken und Umwelt- und
Agenda21 Gruppen. Der Sprecher der Gruppe, Prof. Bernhard Zimmer
aus Piding berichtete dem Publikum über die ungewöhnlichen
Umweltarbeiter im Berchtesgadener Land. Die Bündnismitarbeiter
hätten Besichtigungen von Häusern mit Sonnenenergie und
Heizungen mit nachwachsenden Rohstoffen organisiert und eine Ausstellung
über "Energie von der Sonne" zusammengestellt, die
fast pausenlos im ganzen Landkreis ausgebucht war und sich somit
als Highlight der Aktion auszeichnete.
Dazu fanden in Freilassing Energietage mit Besichtigungen von Wasser-
Pflanzenöl- und Photovoltaik Kraftwerken und Vorträgen
über den Energiebedarfsausweis statt. Als weiteren Höhepunkt
hatten die Solar-Aktivisten den Umweltjournalisten Dr. Franz Alt
im November letzen Jahres zu einem Vortrag" über "Die
Sonne schickt uns keine Rechnung" eingeladen. Nun zum Abschluss
der ernsthaften Arbeit wolle man sich und dem Publikum eine andere
Sicht der Dinge und einen emotionalen Zugang zur Umweltproblematik
gönnen. Die vielen Lacher und Rufe nach Zugaben bewiesen, dass
es gelungen war.
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Neben geistreichen Sketchen zeigt der stabile Günther
Lainer seine Geschicklichkeit in der Jongliererei mit Apfelsinen,
während er über die Nachhaltigkeit sinnierte. Geschickt
wurde auch das Publikum ins Geschehen verwickelt, wie auch beim
Umweltthema die Betroffenen zu Beteiligten gemacht werden sollen.
Eine Teisendorferin und ein Surheimer sollten in Geschwindigkeit
aus dem nachhaltigen Spielzeug Lego (vom Grossvater auf den Vater
und Sohn vererbt) einen überdimmensionierten Eierbecher und
einen zu klein geratenen Elefanten bauen, beide wurden zu Siegern
erklärt.
In einer weiteren Apfelszene spielten Sie Alois aus der Steiermark
und Roberto aus Andalusien, der sich wortkarg anhören musste,
wie der Steiermärker Apfel über die unreife Ernte und
die langen Transportwege schwadronierte, bis er schliesslich gekauft
wurde. Auch als Quizmaster versuchte sich der dünne Manfred
Linhart und holte flugs jemand aus dem Publikum dazu. Als es um
Agenda21 Fragen ging, war die Mitbegründerin der Pidinger Agenda21
Gruppe in ihrem Element. Auf Fragen wie, für welches Jahrhundert
die Agenda21 gedacht sei und wo die Rio Agenda21 gegründet
wurde, fand sie schnell eine Antwort.
Während sich ihr Quizgegner Lainer schwer tat bei Fragen wie
"wieviel CO2 spart ein Autofahrer ein, wenn er statt seiner
100 Kilo schweren Schwiegermutter seine Frau und Tochter mit auf
die Reise nehme" und somit der Pidingerin das Feld überlassen
musste. Nach dieser schweren Denkarbeit griff Linhart zur Gitarre
und Lainer sang hintergründige Lieder über die Umwelt,
die Liebe und die Nachhaltigkeit. Nach gut zwei Stunden waren die
echten Kabarettisten Brüder immer noch nicht aufgetaucht, und
die beiden Bühnenarbeiter, meinten nun wirklich mit dem Bühnenaufbau
beginnen zu müssen, liessen sich aber noch zu zwei Zugaben
hinreissen. |
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