Freilassinger Anzeiger vom 21. November 2008
Bürger können Klima schützen und sparen
 

Berchtesgadener Land. Bürger aus dem Landkreis können aktiv zum Klimaschutz beitragen. Eine Studie zum Thema „Wege für Verbraucher zum klimaschonenden Handeln" startet im November. Interessierte können bei Treffen in Ainring lernen, ihren Alltag umweltbewusst zu gestalten und gleichzeitig ihre Lebensqualität zu verbessern. „Wir wollen neue Wege finden, die Freude machen", sagte Dr. Christian Ganzert von der Klima-Werkstatt der Technischen Universität München beim Auftakttreffen im Traunsteiner Rathaus.

Ziel der Studie ist es herauszufinden, was der Bürger tun kann, um seinen Alltag klima-freundlicher zu gestalten. Es sollen neue umweltschonende Wege beim Heizen, Kochen, Autofahren, Stromverbrauch und in der Ernährung gefunden werden. Dabei geht es aber nicht um Einschränken und Sparen, sondern vielmehr um ein Plus an Lebensfreude.

Die Studentinnen Julia Knechtel von der Universität Salzburg und Silvia Herrmann von der Humboldt Universität Berlin erstellen für jeden Teilnehmer der Studie eine persönliche Klimabilanz. In fünf Gruppentreffen, einschließlich eines Abschlussfestes im Traunsteiner Rathaussaal mit Auszeichnung der „Klimahelden", erfahren die Teilnehmer Nutzen, Chancen und eigene Handlungs-spielräume. Dabei werden sie von Experten beraten.

„Wir sind überzeugt, dass Menschen mit neuen Möglichkeiten experimentieren möchten und dabei an Lebensqualität gewinnen", so Projektleiter Dr. Ganzert. Die Studie beginnt mit persönlichen Interviews der Teilnehmer. Im Mai 2009 wird ein Resümee aus den wissenschaftlichen Auswertungen gezogen. Dann zeigt sich, ob und wie sich die Frage, wie das Klima geschützt und gleichzeitig die Region gestärkt und Geld gespart werden kann, beantworten lässt.

Die Studie verbindet das Projekt der Klima-Werkstatt mit den beiden Regionalwährungen „Chiemgauer" und „Sterntaler". Die Klima-Werkstatt ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziertes Projekt, das in der Region Chiemgau - Inn - Salzach - Berchtesgadener Land durchgeführt wird. Regionale Akteure, die aktiv zum Klimaschutz beitragen wollen, sollen mobilisiert und gebündelt werden.

„Chiemgauer" und „Sterntaler" sind zwei Regionalwährungen, die in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land seit fünf Jahren den regionalen Zahlungsverkehr ergänzen. Nachhaltiges Wirt- schatten soll unterstützt und ausgebaut und die heimische Wirtschaft, Vereine und soziale Einrichtungen gefördert werden. Interessierte können sich noch an den Treffen in Ainring beteiligen. Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos. Weitere Informationen erteilt Gudrun Rehrl, Telefon 08654/58340.