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FREILASSING (sr) - Die Sanierung des Freilassinger
Freibads wird vermutlich teurer als geplant. Wie berichtet, hat
das Bad am Sonntagabend seine Pforten geschlossen. Nun laufen vorbereitende
Arbeiten, beispielsweise muss die Innen-einrichtung abgebaut werden.
Bis die Bagger anrollen, wird es aber noch dauern. Dem Vernehmen
nach sind die Ausschreibungen noch nicht abgeschlossen und das,
obwohl das Bad seit Montag „startklar" wäre.
Grund für die Verzögerung ist wahrscheinlich, dass das
beauftragte Ingenieur-büro Wach den vom Stadtrat vorgegebenen
Kostenrahmen von 4,7 Millionen Euro nicht einhalten kann. Seit Ende
Juli ist dies angeblich im Rathaus bekannt. Seither ist Sommerpause,
eine Stadtratssitzung findet erst wieder am 22. September statt.
Wolfgang Wach vom beauftragten Ingenieurbüro hielt sich gestern
bedeckt. „Es kann noch gar keine abschließende Kostenschätzung
geben, weil die Ausschreibungen ja noch laufen." Erst Mitte
September rechnet er damit, dass sämtliche Angebote von Firmen
vorliegen.
Dass aber die Ausschreibungen noch laufen, obwohl das Bad schon
seit Montag geschlossen ist, legt den Verdacht nahe, dass die Planung
durcheinander geraten ist. Die Stadt hat gewusst, dass die Bagger
verspätet anrollen werden. Trotzdem blieb sie bei dem Schließungstermin
31. August. |
Angesichts des schönen Spätsommerwetters
und des Umstands, dass noch Schulferien sind, hätte man das
Bad ja auch länger auflassen können. Zweiter Bürgermeister
Karlheinz Knott: „Wir haben uns intensiv darüber Gedanken
gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir trotzdem am Sonntag
zusperren." Die Firmen stünden schon „Gewehr bei
Fuß" und könnten bereits morgen anfangen, so Knott.
Man habe dies nicht noch durch eine nach hinten verschobene Schließung
verkomplizieren wollen. Schließlich werde die Zeit bis zum
Spatenstich bereits genutzt, zum Beispiel wird die Inneneinrichtung
abgebaut.
Nach einer eigens einberufenen Sitzung im Rathaus am Dienstagnachmittag
erklärte Knott gegenüber der Heimatzeitung: „Die
Kostenermittlung dauert noch an. Es kann Veränderungen geben",
sagte er in Bezug auf die Freibadsanierung. In diesem Falle müsse
sich der Stadtrat auf seiner Sitzung am 22. September damit befassen.
Aus Stadtratskreisen hört man unterschiedliche Stimmen: Da
ist die Rede von höheren Kosten, die unter Umständen durch
steigende Preise und die Frage der Qualität bedingt sind. Das
Vertrauen in das Ingenieurbüro ist auf dieser Seite durchaus
da. Die Kompetenz der Bäderplaner wird anerkannt. Doch andere
stellen infrage, dass es heuer überhaupt noch zur Sanierung
kommt. |
Es wurden gegenüber der Heimat-zeitung sogar
Zweifel geäußert, dass die Ausschreibungen überhaupt
schon angelaufen sind. Dem widerspricht aber zweiter Bürgermeister
Karlheinz Knott. Die Verzögerungszeit beim Sanierungsbeginn
bezifferte der stellvertretende Rathauschef auf lediglich acht bis
14 Tage. „Die Bagger werden wohl Ende September anrollen",
meinte er auf Anfrage.
Ob die Sanierung pünktlich zu Beginn der Badesaison 2009
abgeschlossen sein wird, könne man nicht sagen, so Knott. Vieles
hänge von den Witterungsverhältnissen im Winter ab. Wie
so oft am Bau, so der zweite Bürgermeister, könnten die
Kosten vorher schwer genau eingeschätzt werden. Nachträgliche
Korrekturen nach oben seien keine Seltenheit. Wie schwierig eine
genaue Schätzung tatsächlich ist, zeigt der Blick nach
Bad Reichenhall, wo das Stichwort Schwimmbad regelmäßig
die Gemüter erhitzt. So waren bei der Erweiterung der Rupertus
Therme samt Schwimmbad anfangs 14 bis 16 Millionen Euro veranschlagt,
dann schössen die Kostenschätzungen auf 23 Millionen Euro
nach oben, bevor sie bei rund 20 Millionen Euro landeten. Auch bei
dem isolierten Sportbad an der Münchner Allee gingen die Kostenschätzungen
weit auseinander. War anfangs von etwa 4,5 Millionen Euro die Rede,
sprach man später von sieben Millionen Euro.
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