Freilassinger Anzeiger vom 26. August 2008
Bürgersonnenkraftwerk Ainring erzielt Gewinn
Überschuss für Rückzahlung von Darlehen - April und Juni die stärksten Monate
 

Ainiring (schu) Zur Jahreshauptversammlung 2007 des Bürger-Sonnen-Kraftwerkes Ainring konnte Versammlungsleiter Hermann Schubotz die anwesenden Gesellschafter und einige Gäste begrüssen. Im Rechenschaftsbericht berichtete er über die Erweiterung der Anlage in Feldkirchen auf 15 Kilowatt-peak (kWp), so dass beide Photovoltaik-Anlagen nun die gleiche Leistung aufbringen würden und damit gut zu vergleichen seien.  Mit einem Gewinn konnte das vergangene Jahr abgeschlossen werden. Der Überschuss soll für die Rückzahlung von aufgenommenen Dahrlehen verwendet werden.

Im Sommer hatte Schubotz wieder unter Mithilfe von Gesellschaftern die bewährten und voll belegten Solarbastelkurse durchgeführt, denen die Kinder im Ferienprogramm der Gemeinden über die Jahre ein gleichbleibend starkes Interesse entgegenbrachten. Dort wird aus einer Fischdose ein schwimmfähiges Boot gebaut, das allein aus der Kraft der Sonne im Brunnen des Rathauses vorwärts fuhren.

Im Herbst vergangenen Jahres zeigten Österreichische Politiker Interesse daran, wie das Deutsche EEG (Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien) in der Praxis umgesetzt werde. Hermann Schubotz zeigte den Politikern und den Medienvertretern drei Photovoltaik-Anlagen in Feldkirchen und vier weitere im Landkreis, bei denen Bürgervereinigungen, Privatpersonen, gewerbliche Betriebe, Kommunen und ein Landwirt ihre Dächer nutzten, um die kostenlose Solarstrahlung der Sonne in wertvollen umweltfreundlichen Strom umzuwandeln. Die Salzburger waren erfreut über die breite Akzeptanz und Umsetzung des Gesetzes in Bayern und wünschten sich genau das gleiche Gesetz für Österreich, es müsse nicht einmal übersetzt werden, so Dr. Heidi Reiter, Abgeordnete im Salzburger Landtag. Über den Besuch im Nachbarland erschien ein ausführlicher Bericht im ORF-Salzburg.

Die Gesellschafter und Gäste des Bürgersonnenkraftwerkes Ainring nach ihrer Jahreshauptversammlung. Foto: Schubotz
Die Gesellschafter und Gäste des Bürgersonnenkraftwerkes Ainring nach ihrer Jahreshauptversammlung. Foto: Schubotz
 
 

Im Rahmen der Aktion Sonnenenergie im Berchtesgadener Land kam die Ausstellung auch ins Ainringer Rathaus, die Bürgermeister Hans Eschlberger im Juni eröffnete. In drei Fachvorträgen wurden die Vorteile der Nutzung der Sonnenenergie und der Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung im Landkreis dargestellt. Die Gemeinde Ainring sei vorbildlich in Sachen Einsatz und Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, was durch die Erweiterung des Fernheizwerkes im vergangenen Jahr zur Erzeugung von Wärme und Strom eindrucksvoll belegt wurde. Sie sei auf dem guten Wege zu einer 100% erneuerbaren Energien Gemeinde zu werde, meinte Schubotz.

Bei den eigenen Solarstromanlagen liege der Ertrag mit 993 kWh per kwp über den Erwartungen von 920 kWh, das sind 8% mehr. Somit wurden mit den beiden PV-Anlagen 27.000 kWh Solarstrom erzeugt und damit 17 Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) vermieden. Die Monate April und Juni seine besonders ertragreich gewesen, wie man aus den Grafiken auf der webseite www.sonnenkraft-ainring.de ablesen kann, schloss Schubotz den Rechenschaftsbericht des Vorstandes.

Anschliesssend wurde der Rechnungsabschlussbericht vorgetragen. Das Jahr endete mit einem Gewinn, der für die Rückzahlung der aufgenommenen Darlehen verwendet werden sollte, wie die Gesellschafter einstimmig beschlossen. Der Vorstand wurde damit einstimmig entlastet.

Nach dem Ende der offiziellen Gesellschafterversammlung zeigte Mitglied Karl Schwarzbeck einen Film über Parabolrinnen Solaranlagen und deren Verwendung im heissen Klima Spaniens. Die gebündelte Sonnenenergie bringt Wasser in einem Rohr zu Verdampfen und treibt damit einen Generator an, der Strom erzeugt.

Hermann Schubotz berichtete kurz von seinem Besuch auf der neuen Intersolar Messe in München. Beeindruckend waren die vielfältigen Techniken zur Nachführung einer Solarstromanlage, so dass ständig der optimale Einstrahlungswinkel von 90 Grad und damit der optimale Ertrag gewährleistet sei. Die kombinierte Nachführung der Module in horizontaler und vertikale Erben bringe einen Mehrertrag von 30 - 40% gegenüber einer stabilen Anlage.

Grosse Freiflächenanlagen besonders in Spanien, die ein ähnlich gutes Stromeinspeisegesetz wie das EEG besitzen, und Beteiligungsmodelle wurden dargestellt. Für unsere intensiv genutzte Landeschaft biete sich allerdinge eher die Installierung von Solarstromanlagen auf den vielfach ungenutzen Hausdächern an.

Leider werde die Degression der Einspeisevergütung im Jahre 2009 statt der vorgesehenen minus 5 Prozent auf knapp 9 Prozent erhöht, d.h. ab 2009 werden die eingespeisten Kilowattstunde mit 9% weniger als 2008 vergütet. Statt 46,75 in 2008 gibt es nur 42 Cent pro solarer Kilowattstunde und das dann aber 20 Jahre lang konstant. Dieser Umstand sollte jeden Solar-Interessenten dazu motivieren, seine geplante Anlage noch in diesem Jahr ans Netz zu bringen. -schu-

 

 

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