Freilassinger Anzeiger vom 4. August 2008
Betreiber rechnen mit 5 Prozent Rendite
Bürger-Solaranlage auf dem Freilassinger Feuerwehrhaus läuft störungsfrei
 

Freilassing (schu) Die drei Fotovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Freilassinger Feuerwehrhauses mit einer Gesamtleistung von 15 kWp (kilowatt-peak) liefen das vergangene Jahr störungsfrei und wandelten die kostenlose Energie der Sonne in umweltfreundlichen Strom um. Dies berichtete der Vorsitzende des Bürgersonnenkraftwerkes Freilassing Dominik Zauner in der Jahreshauptversammlung.

Im Jahresbericht erläuterte Zauner, dass es keine Defekte oder Ausfälle bei den Photovoltaik-Anlagen im vergangenen Jahre gegeben habe, und somit die drei Anlagen auf dem Dach des Feuerwehrhauses in Freilassing mit einer Gesamtleistung von 15 kWp (kilowatt-peak) das ganze Jahr die kostenloses Energie von der Sonne in umweltfreundlichen Strom umwandeln konnten. Er berichtete, dass im Jahr 2012 der Kapitaldienst aus den zwei Darlehen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau erledigt sei und damit der gesamte Ertrag den Gesellschaftern zur Verfügung stehe. Die gesetzliche festgelegte Einspeisevergütung aus dem Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energie (EEG) sei bis ins Jahr 2021 garantiert und somit könne hoch gerechnet jeder Gesellschafter mit einer Rendite seiner Einlage von knapp unter 5% rechnen. Somit werde mit der Solarenergie zwar keine goldene Nase verdient, wie in Medien immer wieder kolportiert, jedoch eine Rendite jenseits des Sparbuches und das mit Erneuerbaren Energien erreicht.

Es entspannte sich eine kurze Diskussion über die Ablesbarkeit und Dokumentation der Leistung der drei PV-Anlagen, damit diese den Mitgliedern auch über die Jahre hinweg belegt werden könne. Ein Mitglied versprach, diese Frage mit dem Bürgermeister und den Verantwortlichen des Feuerwehrhauses zu klären, so dass eine regelmässige Ablesung der Solarerträge möglich sei.

Vorstandsmitglied und Schatzmeisterin Ilse Fegg trug daraufhin den Kassenbericht vor. Der Stromertrag decke den Kapitaldienst, die übrigen Kosten würden durch die Zinseinnahmen getragen. Der Vorstand wurde einstimmig für das Jahr 2007 entlastet.

Die Gesellschafter waren mehrheitlich der Meinung, keine neuen Mitglieder aufzunehmen, da die drei Projekte finanziert und am Laufen sein. Für ein neues Projekt solle eine neue Gesellschaft, eventuell auch mit Mitgliedern dieser Gesellschaft, gegründet werden und mit einem eigenen Finanzierungsmodell der PV-Anlagen versehen werden. Wenn ein Gesellschafter ausscheiden wolle, so könne er seine Anteile an Mitgesellschafter verkaufen oder eine Nachfolger finden.

Vorstandsmitglied Hermann Schubotz berichtete kurz von seinem Besuch auf der Intersolar in München, die wegen Platzenge in Freiburg nun regelmässig auf dem Messegelände in München stattfinden werde. Beeindruckend waren die vielfältigen Techniken zur Nachführung einer Solarstromanlage, so dass ständig der optimale Einstrahlungswinkel von 90 Grad und damit der optimale Ertrag gewährleistet sei. Die kombinierte Nachführung der Module in horizontaler und vertikale Erben bringe einen Mehrertrag von über 35% gegenüber einer starren Anlage. Grosse Freiflächenanlagen besonders in Spanien, die ein ähnlich gutes Stromeinspeisegesetz wie das EEG besitzen, und Beteiligungsangebote wurden dargestellt. Sinnvoll sein das nur in Regionen mit viel brachliegender Flächen, betonte Schubotz, für unsere intensiv genutzte Landschaft bieten sich mehr die Installierung von Solarstromanlagen auf den vielfach ungenutzen Hausdächern an.


Die Gesellschafter und Besitzer des Bürgersonnenkraftwerkes Freilassing nach ihrer Jahreshauptversammlung 2008

Die 15 kW Photovoltaik Anlag auf dem frisch gestrichenen Feuerwehrhaus in Freilassing
Es wurde auf der Messe ein neuer Grundstoff für das Silizium für Photovoltaik Module angekündigt, so dass sich die Herstellung der Module weiter verbilligen werde. Leider werde die Degression der Einspeisevergütung im Jahre 2009 statt der vorgesehenen minus 5 Prozent auf knapp 9 Prozent erhöht, d.h. ab 2009 werde für die eingespeiste Kilowattstunde 9% weniger als 2008 vergütet, und das dann 20 Jahre lang konstant was jeden Interessenten dazu motivieren solle, seine Anlage noch heuer ans Netz gehen zu lassen. -schu-
 

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