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FREILASSING (st) - Die Initiatoren des Bürgerbegehrens
zum Freibad lassen nicht locker. Während Planer und Stadträte
der Meinung sind, eine Mindest-Wassertemperatur von 22 Grad sei
ausreichend (wir berichteten), beharren sie auf ihrer Forderung,
den Schwimmern müssten mindestens 24 Grad angeboten werden,
im Nichtschwimmerbecken 26 Grad. Darüber hinaus sollte das
Sportbecken sechs Bahnen haben und nicht fünf, wie vom Stadtrat
beschlossen. Der Vorsitzende des Bürgerarbeitskreises Freibad
Freilassing [BaFF) hat sich nun mit einem offenen Brief an die Stadträte
gewandt, in dem er diese Forderungen begründet. Rund 150 Personen
haben ihn unterzeichnet.
„Wir, die Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Freibad,
und viele Schwimmer und Badegäste im Freibad sind sehr besorgt
darüber, wie sich die Beschlussfassung um die Sanierung des
Freibades entwickelt hat", schreibt Schubotz. Er spricht von
„Missachtungen der Intention des Bürgerbegehrens"
und zitiert aus dem Sachvortrag von Andrea Schenk in der Stadtratssitzung
am 23. Juli, in dem es heißt: Der Bürgerentscheid zur
Sanierung des Freibades wurde dahingehend beschlossen, dass das
jetzige konventionelle Bad nicht zum Naturbad umgebaut wird, sondern
in seiner jetzigen Ausdehnung und Funktionalität saniert wird.
„Sind die Änderungen, die die Stadt zusammen mit den
Planern im Bereich Temperatur und Sportbeckengröße beschlossen
haben, ein Angriff auf diese Aussage?", fragt der Verfasser
des offenen Briefs und meint wohl Ja.
Für eine Kurzstudie habe die Stadt 22 Grad im Schwimmerbecken
und 26 Grad im Nichtschwimmerbecken vorgegeben. Der ehemalige Bademeister
Willi Huber nenne 24 und 28 Grad. Das Bürgerbegehren sei von
24 Grad und 27 Grad ausgegangen. |
In benachbarten Bädern beträgt die Temperatur
nach Schubotz Angaben mindestens 23 Grad.
„Die übliche höhere Wassertemperatur im Nichtschwimmerbecken
von 28 Grad im Freilassinger Freibad führte dazu, dass sich
Familien hier besonders wohlfühlten, um ihrem Nachwuchs das
Schwimmen beizubringen", schreibt der BaFF-Sprecher. Die garantierte
warme Wassertemperaturen sei bisher ein wichtiger Vorteil für
das Freibad gewesen. Mit wechselwarmen Wassertemperaturen sowie
mit Mindesttemperaturen von nur 22 Grad in einem oder beiden Hauptbecken
gehe dieser Vorteil verloren. Die „Stammschwimmer", die
unabhängig von der Witterung täglich schwimmen, würden
ihre Saisonkarte woanders kaufen, falls die Wassertemperaturen niedriger
werden als sie jetzt sind, befürchtet Schubotz. Ähnlich
würden auch andere Badegäste auf umliegende Freibäder
ausweichen.
Wenn die Sonne scheint, kämen auch Schulklassen ins Schwimmbad
zum Sportunterricht. „Das Bild bibbernder Schulkinder mit
blauen Lippen ist nicht das, was sich die Eltern unter Schulsport
im beheizten, familienfreundlichen Freibad Freilassing vorstellen",
meint Schubotz. Auch beim Schwimmverein dürften Kinder und
Jugendliche nicht trainieren, wenn das Wasser kälter als 24
Grad ist. „Wenn das Freibad keine warmen Wassertemperaturen
garantieren kann, ist absehbar, dass unsere treuen Badegäste
nach Ainring abwandern, wo das Wasser garantiert warm ist",
so die Schlussfolgerung des BaFF. Dabei würden Wassertemperaturen
von 24 und 26 Grad mit Solarabsorber und einer mobilen Hackschnitzelheizung
nur Mehrkosten von 9.000 Euro verursachen.
Bei der Größe des Sportbeckens gehe es wieder um die
Intention des Bürgerbegehrens, „eine Sanierung des Bades
in seiner jetzigen Ausdehnung und Funktionalität". |
Ein 50-Meter-Becken sei sowohl für die „normalen
Schwimmer" ein Genuss als auch ein Ort wo Schwimmvereine für
Wettkämpfe trainieren können. Ein Becken mit fünf
Bahnen werde nicht ausreichen. Im Badylon gebe es Konflikte, wenn
Bahnen abgetrennt werden müssen für die Wasserwacht, für
Freilassinger oder Bad Reichenhaller Vereine. Es werde einfach zu
eng.
Bei der Abstimmung im Stadtrat hätten zehn Stadträte
einschließlich des Bürgermeisters für sechs Bahnen
gestimmt, elf dagegen. Diese hätten mit dieser äußerst
knappen Mehrheit von einer Stimme eine Festlegung auf ein zu kleines
Freibad bestimmt, sag Schubotz. Mit der aktuellen Entscheidung werde
die Größe des Sportbeckens für die nächsten
30 bis 50 Jahre festgelegt.
Mit sechs Bahnen behielte das Becken seine Funktionalität,
bisher sind es sogar acht. Eine weiten Bahn kostet laut Planer 110.000
Euro mehr, das seien 2,3 Prozent der Gesamt-investitionen von zurzeit
4,7 Millionen Euro.
„Ein langfristiges Denken ist hier angebracht. Teile der
Attraktionen im Kleinkinderbereich können nachträglich
erweitert oder geändert werden, eine weitere Bahn später
anzubauen, ist jedoch nahezu unmöglich" so Schubotz.
„Wir denken, dass eine Beibehaltung der
Temperaturen von 24 und 26 Grad und eine Reduzierung auf mindestens
sechs Bahnen möglich ist. Denn dann stimmt wieder vieles überein:
Ein wichtiger Teil unserer Badegäste ist zufrieden, die bisherige
Werbung eines beheizten Freibades stimmt, die zukünftig relativ
geringen Heizkosten machen es ökonomisch möglich, dass
Freilassing kein Kalt-Bad wird, sondern die üblichen Temperaturen
von beheizten Freibädern wie in Ainring und Salzburg hat. Und
die Schwimmvereim können wieder trainieren", fasst der
Verfasser zusammen,
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