| „Quo vadis" Freibad?
Zu den Leserbriefen und Berichten über das Freilassinger Freibad:
Als im vorigen Jahr der Bürgerentscheid gegen ein Naturbad
mit großer Mehrheit durchging, taten die Bürger das nicht,
um die Stadträte zu ärgern, sondern weil sie ein warmes
Wasser wollten. Nun, so scheint es, will man aus Energiesparsamkeit
das Wasser im neuen Freibad wieder etwas kälter, 22 und 27
Grad, halten.
In meiner knapp 20-jährigen Tätigkeit als Bademeister
im Badylon und im Freibad war es in Freilassing und in allen anderen
Bädern üblich, eine Wassertemperatur von 24 Grad im Schwimmerbecken
und von 28 Grad im Nichtschwimmerbecken anzubieten. Ich kann mir
nicht vorstellen, dass sich dies in den letzten Jahren geändert
hätte.
Thermalbäder, mit Wellness und Sauna-garten, schießen
an allen Orten aus dem Boden und ziehen, trotz Eintrittspreisen
von zehn bis 20 Euro je nach Attraktion, hunderte von Besuchern
an. Die Rupertus Therme musste an den Osterfeiertagen mehrmals für
Stunden wegen Überfüllung geschlossen werden.
Sollte im künftigen Freilassinger Freibad eine Wassertemperatur
von 22 beziehungsweise 27 Grad angeboten werden, und das scheint
einigen noch zu hoch zu sein, so werden die Besucher nicht wie angenommen
ins Badylon gehen, sondern sie werden sich ein wärmeres Freibad
suchen und zum Beispiel nach Ainring gehen. Dann hätte man
sich das Geld für ein Bürgerbegehren sparen können
und das in Anschaffung und Unterhalt billigere Naturbad bauen können.
Ich hoffe, dass man hier nicht auf der falschen Seite zu sparen
anfängt. Natürlich sollte die sparsamste und geeignetste
Energiequelle zum Aufheizen des Beckenwassers verwendet werden.
Aber bitte zum „Aufheizen", sonst sehe ich für
das neue Freibad keine Zukunft.
Willi Huber, Freilassing
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