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Der Streit um die Beheizung des Freibads
Es gibt im Grunde vier Vorschläge, wie das Wasser im Freibad
beheizt werden kann. Alle diese Vorschläge können im Sinn
der Agenda21 auf ihre ökonomische, ökologische und soziale
Auswirkungen hin untersucht werden.
Vorschlag A: Nur Solarabsorber, keine Zusatzheizung. Die Temperaturschwankung
wird zwischen 15°C und 30°C sein.
Vorschlag B: Solarabsorber mit Zusatzheizung, um eine Mindesttemperatur
von 22°C zu gewährleisten.
Vorschlag C: Solarabsorber mit Zusatzheizung, um eine Mindesttemperatur
von ca. 24°C (wie es bis jetzt immer war) im Sportbecken und
ca. 26°C im Nichtschwimmerbecken (wie es bis jetzt immer war)
zu gewährleisten.
Vorschlag D: will die gleichen Temperaturen wie Vorschlag C und
bevorzugt den Einsatz eines mit Pflanzenöl betriebenen Blockheizkraftwerks.
Es produziert Ökostrom und sorgt mit der Abwärme für
durchgehend angenehme Badetemperaturen. Das ist der Vorschlag von
Herrn Max Aicher.
1.) Welcher ist am billigsten?
Vorschlag A ist am billigsten. Aber das Wasser bleibt die längste
Zeit kalt. Im Mai ist die Sonne zu schwach, um mit dieser Methode
den Wasserkörper aufwärmen zu können. Nach Schlechtwetterperioden
braucht es einige Tage, bis man wieder ins Wasser kann. Die Badegäste
kommen nicht mehr und gehen woanders baden. Sie kaufen ihre Saisonkarte
gleich woanders. Das schadet dem Ruf und der Besucherzahl des Bades.
Ist es dann immer noch am billigsten? Es wirkt geizig.
Vorschlag B mit 22°C ist einiges teuerer als Vorschlag A, aber
wärmer als Vorschlag A. Mit 22°C werden zwar die Stammgäste
auch nicht mehr an Schlechtwettertagen erscheinen, aber für
die Stadt scheint dies aus betriebswirtschaftlichen Gründen
egal zu sein.
Vorschlag C: das Ingenieurbüro Wach hat für die Stadt
kalkuliert, dass Vorschlag C je nach Heiztyp um 3.000 bis 7.000
Euro pro Jahr teuerer als Vorschlag B ist. Für diesen Zusatzpreis
hat das Bad jeden Tag eine Temperatur, die sich jeder wünscht,
der in ein Freibad kommt und jeder mag.
Den Eintrittspreis von 2 Euro auf 2,18 Euro zu erhöhen würde
ausreichen, um diese extra Kosten von 7.000 Euro allein durch das
Besucherverhalten wieder einzuholen.
Vorschlag D scheint teuerer zu sein, ist aber attraktiv weil es:
(a) für die nächsten 20 Jahre einen stabilen Preis (unabhäng
von den steigenden Weltmarktpreise) anbietet,
(b) ein warmes Schwimmbad verspricht ("Warmbad Freilassing")
mit sogar mehreren Optionen wie eine verlängerte Badesaison
und Warmwasser Massagedüsen anbietet,
(c) keine Investitions- und Verbrauchskosten für die Stadt
verursacht.
2.) Welcher ist am ökologischsten?
Alle Vorschläge können mit erneubaren Energien arbeiten.
Vorschlag A ist harmlos, aber zugleich dann wirkungslos, wenn benötigt.
Vorschlag B und C sind sehr ähnlich.
Vorschlag D ist für Deutschlands Klimapolitik sogar gewünscht
und gefördert, weil Ökostrom aus nachwachsenden Rohstoffe
produziert wird und die dabei entstehende Wärme sinnvoll für
das Freibad genutzt wird.
3.) Welche ist mehr Sozial?
Vorschlag A verspricht der nächsten Generation zu helfen durch
Geldsparen und Verzicht.
Vorschlag B verspricht dasselbe, aber um guten Willen zu zeigen,
gibt es 22°C.
Mit Vorschlag C und D wird das Freibad zu einen wertvollen und herausragenden
Freizeitangebot.
Wetterunabhängig kann das Freibad genutzt werden, an jedem
Tag, bei jedem Wetter kommen Stammgäste und es können
Schwimmvereine trainieren.
Beim ersten Sonnenstrahl treffen sich Menschen in der frischen Luft,
fühlen sich hier willkommen und wohl im beheizten Freilassinger
Freibad, seien es Familien, Touristen, Neugierige, spontane Besucher,
Schulkinder, Oma und Enkelkind. Mit garantierten angenehmen Wassertemperaturen
werden sie ihre Freude am Schwimmen spontan geniesen und müssen
nicht tagelang waren, bis sie ins Wasser können.
Unser jetziges Freibad soll erneuert werden: Was haben wir bis
jetzt gehabt? Ein freundliches beliebtes Familienbad für Jeden;
mit angenehmen Wassertemperaturen am jeden Tag der Saison: So soll
unser erneuertes Freibad sein! Das habe die Freilassinger mit Ihrem
Votum bereits klar ausgedrückt
Tim Blagrave, Freilassing |