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FREILASSING (hud) - Mit einem
zehn Punkte-Programm gingen die neuen Vorsitzenden des Agenda-Arbeitskreises
„Energie" am Donnerstagabend in die Sitzung (wir berichteten).
Kernaussage des Papiers: Für einige wenige Sportler könnten
nicht zwei beheizte Bäder angeboten werden, wem 22 Grad zu
wenig seien, der könne ins Badylon ausweichen, das elf Monate
im Jahr geöffnet sei. „Freilassing muss wirtschaftlich
denken, und da können wir nicht für eine Handvoll Dauer-schwimmer
so viel Geld in die Hand nehmen", sagte Wolfgang Wagner. Die
Mehrheit der Mitglieder stimmte den „Komforteinbußen"
zu, selbst eine bisher von den Planern genannte Stütztemperatur
von 22 Grad Wassertemperatur wollten sie nicht garantieren.
13 Mitglieder des Arbeitskreises „Energie" unter dem
neuen Vorsitzenden Wolfgang Wagner und einem nach wie vor sehr aktiven
Ex-Vorsitzenden Hermann Schubotz stritten heftig um die Frage, wie
das Wasser im Freibad künftig geheizt werden soll. Einig war
man sich, dass es keine fossilen Brennstoffe sein sollen, aber auch
sogenannten alternativen Energien wie Bio-Öl oder Holz-Pellets
erteilten sie eine Absage.
„Max Aicher kann sein Blockheizkraftwerk woanders bauen,
das haben wir ihm auch so deutlich schon gesagt", sprach Wagner
deutliche Worte. Vielmehr wolle man ein wechsel-warmes Bad anbieten,
das nur mit Sonnenenergie beheizt wird. Wechselwarm heißt
dann, dass das Wasser in einer Schlechtwetterperiode entsprechend
abkühlt und das Wasser erst nach zwei, drei Sonnentagen wieder
22 Grad erreicht. „Wem das Wasser bei Schlechtwetter zu kalt
ist, der muss eben ins Badylon gehen", meinte Wagner.
Auf verlorenem Posten standen bei den neuen Mehrheits-verhältnissen
Hermann Schubotz und Elektromeister Kurt Gruber. Sie erinnerten
an den Bürgerentscheid, in dem sich die Mehrheit klar für
ein warmes Wasser ab 24 Grad ausgesprochen hätte.
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Vier Bahnen sind nach Ansicht der Planer ausreichend, doch auch die
Mitglieder des Agenda-Arbeitskreises „Energie" wollen mehr.
In ihrer Empfehlung an den Stadtrat sind jetzt fünf bis sechs
Bahnen enthalten. Foto: Hudelist
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Wagner meinte allerdings, ein Arbeitskreis sei nicht
an einen Bürgerentscheid gebunden, sondern solle eine eigenständige
Empfehlung an den Stadtrat abgeben. Ullrich Zeeb als Vertreter der
Stadt stellte fest, dass im Bürgerentscheid nicht von einer
Temperatur die Rede gewesen sei.
Ein Teilnehmer des Arbeitskreises bezeichnete es sogar als dekadent,
im Zeitalter des Klimawandels für warmes Badewasser im Sommer
Brennstoffe „in die Luft zu jagen". Bei dieser strikten
Auslegung meinte ein weiterer Teilnehmer, müsse man ja sogar
fragen, ob man nicht doch wieder ein Naturbad wolle. Wagner vertrat
mehrmals seine Meinung, dass es unsozial sei, dass eine Mehrheit
der Freilassinger für das ständige Heizen eines Freibades
zahlen müsste, das bei Schlechtwetter eben nur wenige besuchen.
„Die Statistik und die Planer sagen uns ganz klar, dass
Badegäste nur bei Schönwetter kommen, und dann ist das
Wasser mit den Solarabsorbern genug aufgeheizt." Schubotz hingegen
sah den sozialen Aspekt wichtiger als den wirtschaftlichen. „Das
Freibad ist ein sozialer Treffpunkt für ältere Damen,
die sich bei jedem Wetter zum Schwimmen treffen wollen." |
Die Mehrheit stimmte allerdings dem Vorschlag „wechsel-warmes
Bad" zu, auch die garantierten 22 Grad wurden ersatzlos gestrichen,
da sonst eine Zusatzheizung nötig wäre.
Auch bei der Frage, wie groß das neue Schwimmerbecken sein
soll, schloss sich die Mehrheit der Agenda-Mitglieder zuerst den
Vorstellungen der Planer an. „Vier Bahnen reichen aus, mehr
können wir mit den geplanten 40 Quadratmetern Sonnenkollektoren
nicht erwärmen, da müssten wir schon den Parkplatz überdachen,
um Platz für die Sonnenabsorber zu bekommen." In einer
Abstimmung waren dann aber doch sieben Mitglieder für fünf
statt nur vier Bahnen, sechs Mitglieder waren für sechs Bahnen.
Einige vorbereitete Punkte wie „Komfort-einbußen sind
in Kauf zu nehmen" wurden wieder gestrichen, generell wollte
man dem Stadtrat aber die Empfehlung geben, eine Entscheidung zu
treffen, die weitsichtig sei und nicht den Kindern einen Schuldenberg
hinterlasse. Trotz Umbau solle das Freibad in Brodhausen außerdem
bei seinem moderaten Eintrittspreis bleiben.
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