| |
FREILASSING (es) - Deutlich spürte
man beim Treffen des Bürgerarbeitskreises Freibad Freilassing
(BaFF), dass es in die Endphase der Freibadplanung geht. Am 10.
März ist Stichtag, dann soll der endgültige Beschluss
im Stadtrat gefällt werden. Zuvor wollen die Mitglieder des
BaFF noch alle Möglichkeiten der Mitwirkung nutzen.
Arbeitskreisleiter Hermann Schubotz stellte mit Hilfe der Folien
des Architekturbüros heller und Romstätter noch einmal
die wichtigsten Ergebnisse der Planer vor, die in der vergangenen
Woche im Rahmen einer öffentlichen Stadtratsitzung gezeigt
worden waren (wir berichteten). Die Ergebnisse aus den 920 vom BaFF
verteilten Fragebögen brachte er in Zusammenhang mit den derzeit
geplanten Änderungen, wobei der Warmbadetag vor allem aus wirtschaftlichen
Gründen als einziger Punkt keine Berücksichtigung erfahren
hatte.
Im Jahresmittel besuchten 95.000 Gäste das bad, wobei 95
Prozent bei Schönwetter zum baden gingen. Aus den Eintrittsgeldern
konnten 30 Prozent der Betriebskosten gedeckt werden. Die „Oftbader"
und „Langbader" stellten laut Umfrage den größeren
Teil der Badnutzer. Die aktuelle Planung sieht nun im Schwimmerbereich
vier statt der bislang acht Bahnen vor, was eine Verkleinerung ier
Wasserfläche auf 500 Quadratmeter bedeuten würde.
Im Nichtschwimmerbereich soll die Fläche von bisher 680 auf
750 Quadratmeter erweitert werden. Berücksichtigt wurde dabei
die Tatsache, dass 75 Prozent der Besucher des Freibads Nichtschwimmer
sind und 25 Prozent Schwimmer.
Weiter ist eine Stütztemperatur von 22 Grad geplant, was
bedeutet, dass die 22 Grad nie unterschritten, an sonnigen Tagen
aber überschritten werden können. |
Als finanzieller Rahmen steht noch immer der Betrag
von vier Millionen Euro. Welche Sonderwünsche außerhalb
dieser Marke angedacht wurden, zeigte Schubotz in einer weiteren
Folie der Planer und schlug vor, einen Sprungturm etwa für
einen Sponsor auszuschreiben, nach dem er benannt werden könnte.
Die Folie mit den zwölf durchgerechneten Heizmöglichkeiten
sorgte im weiteren Verlauf des Abends für hitzige Diskussionen.
Während Max Aicher vehement für sein Blockheizkraftwerk
eintrat, das er ohne Anfangsinvestition anbietet und wegen der Stromeinspeisevergütung
für 50.000 Euro jährlich auf zehn Jahre garantiert wetterunabhängige
Badtemperaturen von 24 beziehungsweise 27 Grad liefern will, traten
die Bademeister Boris Tempelin und Werner Stöhr für die
von den Planern als wirtschaftlichste Variante vorgestellte Kombination
aus Solar-Absorbermatten und Gas-Zuheizer ein. Stadtrat Max Standl
bestätigte die statistik-gestützte Meinung der Bademeister:
„Beim schlechten Wetter gehen die Leute einfach nicht zum
Baden."
Max Aicher und Tim Blagrave meinten jedoch, mit höheren Wasser-temperaturen
auch bei kühler Witterung mehr Gäste anlocken zu können.
Blagrave machte den Vorschlag einer Wärmehalle mit Schwimm-kanal
nach draußen, wobei ein wärme-gedämmtes Gebäude
wieder höhere Kosten verursachen würde. „Wir wollen
doch kein Naturbad mit Nirosta-Verkleidung, weil wir nur Naturbad-Temperaturen
haben", meinte Max Aicher. Mit Solarabsorbern und Gas-Zuheizer
seien die Standard-Temperaturen zu halten, so die Bademeister. Erich
Grassl gab zu bedenken, dass die Absorbermatten nach etwa zehn Betriebsjahren
erneuert werden müssten, was zusätzliche Investitionen
bedeute. Allgemeine Zustimmung gab es zum Kleinkinderbecken mit
im Eingangsbereich geringer Wassertiefe.
|
„Für die Kinder ist das eine Fetzengaudi
und entlastet den tieferen Bereich, wenn die Kleinen im Flachen
planschen", sagte Boris Tempelin.
Die geplante Größe des Schwimmer-beckens hielten die
meisten für zu gering. Bürgermeister Josef Fiatscher zitierte
den Planer Johann Wach, laut dem ein Schwimmerbecken mit vier Bahnen
Standard sei. Max Aicher schlug vor, die Becken großzügiger
zu gestalten und stattdessen beim Kiosk einzusparen, den man später
erweitern könne, was jedoch wenig Zustimmung fand. Max Standl
meinte, dass eine Sanierung nur Sinn habe, wenn sie in einem Bauabschnitt
durchgeführt werden könne.
„Bei schönem Wetter ist jedes Bad zu klein, bei schlechtem
zu groß", merkte Werner Stöhr an. Der vergrößerte
und neu gestaltete Nichtschwimmerbereich würde mehr Kinder
binden, die dann nicht im Schwimmerbecken wären. Zudem müsse
man für größere Becken wieder mehr in Technik und
Wasseraufbereitung, Filter und Umwälzung investieren.
Auch die Frage der gefährlichen Straßen-querung kam
einmal mehr zur Sprache, wobei sich die Anwesenden rasch einig waren,
für eine Unterführung zu plädieren, die knapp 100.000
Euro kosten würde. Hermann Schubotz fasste für den „Katalog
der Bürgermeinung", den er dem Stadtrat am 3. März
übergeben will, mit allgemeiner Zustimmung zusammen: Die Frage
der Beheizung solle öffentlich ausgeschrieben werden, die Priorität
sei mehr auf Wasserflächen und Energie zu legen als auf den
Gastronomiebereich, und die Unterführung ist ebenfalls im Wunschkatalog
enthalten.
|
|