Wozu ein beheiztes Freibad ?
In der Freibad-Diskussion am Montag 11.2. wurde behauptet, dass
eine wechselwarme Wassertemperatur ab 22°C durch Solarabsorber
ausreiche.
Demgegenüber steht der Standpunkt, dass eine Beheizung von
24°C / 27°C Voraussetzung dafür ist, dass sich Menschen
im Wasser eine Zeitlang aufhalten können, ohne zu unterkühlen.
Ist das Wasser zu kalt, ist es mit dem Spaß vorbei. Beim Bürgerentscheid
gegen den Kleinbadeteich war die Beheizung des Freibads ausschlaggebend.
Eine regelmäßige Wassertemperatur von 24°C im Schwimmer-
und 27°C im Nichtschwimmerbecken ist auch Voraussetzung dafür,
* dass Kinder das Schwimmen überhaupt erlernen,
* dass Schwimmen der Gesundheitsprävention dient,
* dass Kurse z.B. Wassergymnastik angeboten werden können (mind.
26°C),
* trainiert werden kann (im Jugendsport darf unter 24°C nicht
trainiert werden),
* dass Ältere ins Wasser gehen können,
* dass Baden zu Rehabilitation empfohlen werden kann (Orthopädie),
* dass regelmäßiges Schwimmen durch die gesamte Saison
ermöglicht ist. Schwimmen ist der Sport mit den geringsten
Verletzungsrisiko.
Mit einer beheizten Freibadanlage wird auch ein überregionaler
touristischer Anreiz geschaffen nach Freilassing zu kommen, der
Verkauf der Saisonkarten würde gesteigert und damit eine erhöhte
Nutzung und Auslastung zu ermöglicht. Das touristische Engagement
der Stadt Freilassing würde hier vorbildlich und sinnvoll zum
Tragen kommen. Dieses sollte zusätzlich durch eine Veranstaltungsplanung
fürs Freibad gefördert werden.
Der Bademeister Werner Stöhr richtet dagegen seinen Blick
bei der Diskussion nur auf die Tageseinnahmen (auf die Besucher,
die jeweils eine Eintrittskarte lösen) und nicht auf die Zahl
der Stammgäste, die tatsächlich das Bad regelmäßig
auch an Regentagen oder beim ersten Sonnenstrahl frequentieren.
Die zählen für ihn leider nicht. Dies ist aber eine zu
kurze Sichtweise. Denn ein wechselwarmes Bad ist in den häufigen
Übergangszeiten von Schlechtwetter zu Gutwetter nichts wert.
Die Stammgäste fallen weg und keiner kauft mehr eine Saisonkarte,
weil das Wasser meistens zu kalt ist.
Wird dagegen für das gut beheizte Freibad angemessen geworben
und sind die Wege von der Umkleidekabine zum Wasser möglichst
kurz gehalten, denn wird die Anlage nicht nur an den Spitzentagen
gut frequentiert, sondern als wertvolles Angebot durchgehend hervorragend
angenommen.
Mag. Elke Michel-Blagrave, Freilassing
|