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Bad Reichenhall (schu) Ein beantragtes Kleinwasserkraftwerk am Luitpoldwehr
bewegt zur Zeit die Gemüter. Eine Allianz aus örtlicher
CSU, Fischereiverein und Bund Naturschutz hatte sich vehement gegen
das Kraftwerk ausgesprochen. Es war von verletzten Fischen, drohender
Überschwemmungen, fehlender Umwelt-verträglichkeit, Beeinträchtigung
des Landschafts-bildes und Zerstörung der Lebens-bedingungen
zahlreicher Tier- und Pflanzenarten die Rede.
Nach der Besichtigung des Wasserkraftwerkes Rott in Freilassing
im Rahmen der Freilassinger Energietage hatten die Antragsteller
Gelegenheit, in einer Gruppe der Besucher ihr geplantes Kraft näher
zu erläutern und mit dem Plan einer Fischtreppe die Horrormeldungen
zu entkräften. Das meldet Hermann Schubotz, Vorsitzender des
Freilassinger Agenda21 Energiearbeitskreises.
Elektromeister Franz Wolferstetter, Ehemann der Antragstellerin
Irene Wolferstetter, erklärte den Zuhörern die Eckdaten
des beantragten Kraftwerkes. Das Luitpoldwehr sei das ehemalige
Triftwehr der Saline Bad Reichenhall. Beim bestehenden Wehr solle
im Wehrkörper an der rechten Seite der Verlandung das Kraftwerk
eingebaut werden. Mit einer Leistung von 290 kW könnten über
1,1 Million Kilowattstunden (kWh) umweltfreundlicher Strom im Jahr
erzeugt werden. Mit dieser Menge Strom aus dem Kraftwerk am Luitpoldwehr
könnten 315 Haushalte in Bad Reichenhall mit Strom versorgt
werden. (Um die gleiche Menge mit Solarstromanlagen zu erzeugen,
müssten 80 zusätzliche Photovoltaik-Anlagen zu je 15 kWp,
wie die Grösse des Bürger-sonnenkraftwerkes in Freilassing,
errichtet werden.)
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Wird am Luitpoldwehr bald die Wasserkraft in Strom umgewandelt ? Oder
scheitert das Projekt an der Gegenwehr aus der Bevölkerung ?
Foto: Hermann Schubotz
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Beim geplanten Kraftwerk solle das bestehende Gefälle
der Saalach ohne Schwellbetrieb ausgenützt werden, der Fluss
werde weder aufgestaut, noch ändere sich der Stand des Oberwassers
oder Unterwassers.
Zur Verbesserung der ökologische Situation am Triftwehr sei
der Bau eines naturnahen "Raugerinne Beckenpass" geplant.
In dieser hintereinander geschalteten Reihe von 30 Einzelbecken
je sechs Quadratmeter soll mit einer Wassermenge von 400 Liter per
Sekunde eine Durchgängigkeit in Form einer Fischtreppe für
Fische und andere Flussbewohner hergestellt werden.
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(Die Antragsteller können es nicht nachvollziehen,
wenn die Bundesregierung sich für den Ausbau der Erneuerbaren
Energien um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 einsetzt unter gleichzeitiger
Reduzierung der CO2-Emissionen um 20 Prozent, aber konkrete Projekte
zur Erreichung dieser Ziele vor Ort laufend auf Widerstände stossen
würden. Wenn wenigstens die Nein-Sager zur Nutzung der Wasserkraft
eine Alternative zum Ersatz der fossilen Energien nennen würden,
so käme man sicher ins Gespräch und könne einen Kompromiss
finden. Mit der Verbreitung von haarsträubenden Geschichten sei
der Diskussion um erneuerbare Energien allerdings nicht gedient, meinte
etwas konsterniert Franz Wolferstetter. ) |
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