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Bad Reichenhall (schu) Ein beantragtes
Kleinwasser-kraftwerk am Luitpoldwehr bewegt zur Zeit die Gemüter.
Eine seltene Allianz aus örtlicher CSU, Fischereiverein und Bund
Naturschutz hatte sich vehement gegen das Kraftwerk ausgesprochen.
Es war von verletzten Fischen, drohender Überschwemmungen, fehlende
Umweltverträglichkeit, Beeinträchtigung des Landschaftsbildes
und Zerstörung der Lebens-bedingungen zahlreicher Tier- und Pflanzenarten
die Rede. Nach der Besichtigung des Wasserkraftwerkes Rott in Freilassing
im Rahmen der Freilassinger Energietage hatten die Antragsteller Gelegenheit,
in einer Gruppe der Besucher ihr geplantes Kraft näher zu erläutern.
Nach der Besichtigung des fünf Megawatt starken
Wassekraftwerkes in Freilassing mit moderner Fischtreppe erklärte
Elektromeister Franz Wolferstetter, Ehemann der Antragstellerin
Irene Wolferstetter, den Zuhörern die Eckdaten des beantragten
Kraftwerkes. Das Luitpoldwehr sei das ehemalige Triftwehr der Saline
Bad Reichenhall. Beim bestehenden Wehr solle im Wehrkörper
an der rechten Seite der Verlandung das Kraftwerk eingebaut werden.
Mit einer Leistung von 290 kW könnten über 1,1 Million
Kilowattstunden (kWh) umweltfreundlicher Strom im Jahr erzeugt werden,
also ein Junior im Vergleich zu dem gerade besichtigen 5 MW Kraftwerk
mit 28 Millionen kWh. Mit dieser Menge Strom aus dem Kraftwerk am
Luitpoldwehr könnten 315 Haushalte in Bad Reichenhall mit Strom
versorgt werden. Um diese gleiche Menge mit Solarstromanlagen zu
erzeugen, müssten 80 zusätzliche Photovoltaik-Anlagen
zu je 15 kWp, wie die Grösse des Bürgersonnenkraftwerkes
in Freilassing, errichtet werden.
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Wird am Luitpoldwehr bald die Wasserkraft zur Versorgung Bad Reichenhaller
Haushalte in Strom umgewandelt oder scheitert das Projekt an der vereinten
Gegenwehr von Fischern, Naturschützern und der Mehrheitsfraktion
im Stadtrat ? Foto: Hermann Schubotz
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Im Landkreis gibt es 444 Photovoltaik Anlagen, die
2,7 Millionen kWh erzeugen. Beim geplanten Kraftwerk solle lediglich
das bestehende Gefälle der Saalach ohne Schwellbetrieb ausgenützt
werden, der Fluss werde weder aufgestaut, noch ändere sich
der Stand des Oberwassers oder Unterwassers. Zur Verbesserung der
ökologische Situation am Triftwehr sei der Bau eines naturnahen
"Raugerinne Beckenpass" geplant. In dieser hintereinander
geschalteten Reihe von 30 Einzelbecken je sechs Quadratmeter soll
mit einer Wassermenge von 400 Liter per Sekunde eine Durchgängigkeit
in Form einer Fischtreppe für Fische und andere Flussbewohner
hergestellt werden.
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Die Antragsteller können es nicht nachvollziehen,
wenn die Bundesregierung sich für den Ausbau der Erneuerbaren
Energien um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 einsetzt unter gleichzeitiger
Reduzierung der CO2-Emissionen um 20 Prozent, aber konkrete Projekte
zur Erreichung dieser Ziele vor Ort laufend auf Widerstände
stossen würden. Wenn wenigstens die Nein-Sager zur Nutzung
der Wasserkraft eine Alternative zum Ersatz der fossilen Energien
nennen würden, so käme man sicher ins Gespräch und
könne einen Kompromiss finden. Mit der Verbreitung von haarsträubenden
Geschichten sei der Diskussion um erneuerbare Energien allerdings
nicht gedient, meinte etwas konsterniert Franz Wolferstetter. -schu-
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