Lokalpresse vom 10. Juli 2007
Leserbrief zu "Klimaschutz bedeutet weniger Lebensqualität
von Hermann Schubotz

 Am 9. Juli 2007 meldete die Presse (Freilassinger Anzeiger) das Zitat DIHK-Präsidenten Braun: "Klimaschutz bedeutet weniger Lebensqualität"

Nun, warum sagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun, solch einen Satz. Will er uns warnen, will er uns auf härtere Zeiten einschwören?
Er meint, durch die Klimaziele könnten die Autokonzerne »gezwungen werden, Autos in der Höchstgeschwindigkeit und in ihrer Motorleistung zu beschränken, sodass man wie früher mit 34-PS-Autos nach Italien fahren werde".

Was wäre denn die Alternative zum Kampf gegen den Klimawandel, Herr Braun, mit Vollgas in die Klimakatastrophe und nach mir die Sintflut?

Er meint, "Die Bürger müssten künftig auf lieb gewonnene Gewohnheiten verzichten". Kein Bürger verbraucht bewusst und böswillig übermäßig Energie und stellt den Kühlschrank kälter ein als nötig oder lässt "aus lieb gewonnener Gewohnheit" seine elektrischen Unterhaltungsgeräte laufen, wenn er nicht zu hause ist, und erzeugt damit CO2-Ausstoß, denn das betrifft auch seinen eigenen Geldbeutel. Er tut dies meistens aus Unwissenheit über den Zusammenhang von Energieverbrauch und CO2-Klimagaserzeugung. Und hier sind Sie angesprochen, Herr Braun, weil die "Industrie" viel zu spät auf den Zug der Energiesparenden Geräte und Kraftfahrzeuge aufgesprungen ist.

Seit Jahrzehnten ist das Klimaproblem bekannt, hier hätte die Elektro- und Autoindustrie beginnen können, wirklich energiesparende und attraktive Autos und Geräte zu entwickeln, die auch vom Autofahrer und den Haushalten angenommen werden würden.

Also anstatt auf die starke Einschränkung der Lebensqualität durch den Klimaschutz hinzuweisen, sollten lieber Geräte entwickelt werden, die z.B. keinen Strom durch Stand-by Schaltung verbrauchen. Und verbrauchsarme Autos und Dieselfahrzeuge, die von Haus auch Pflanzenöl tanken können und nicht erst teuer umgerüstet werden müssen.

Alle Bewohner dieser Erde, besonders aus den Industriestaaten mit der hohen CO2-Erzeugung sind aufgerufen, ihre Verantwortung für den Klimawandel zu übernehmen und den Ausstoß von Klimagasen drastisch zu reduzieren, durch eigenes energiesparendes Verhalten und durch die Produktion und Verwendung von energiesparenden Geräten und Kraftfahrzeugen.

Bewusster Umgang mit dem Edelstoff Energie erzeugt keinen Komfort Verlust, sondern auch Freude daran, wenn man mit erneuerbaren Energien seinen eigenen Strombedarf decken kann und somit nicht an CO2-Emissionen und am Klimawandel beteiligt ist.

Hermann Schubotz

Freilassing


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