Lokalpresse vom 19. Mai 2007
Sind acht Jahre eine lange Zeit ?
Leserbrief "Nur noch acht Jahre zum 3.UN-Klimabericht"
  Leserbrief zu "Die Menschheit hat nur noch acht Jahre Zeit, Klimaschutz wäre nicht übermässig teuer" vom 5.Mai2007 von Hermann Schubotz

Sind acht Jahre eine lange Zeit ?

Diese Frist gibt uns der dritte UN Klimabericht, in der wird Menschen den steigenden Ausstoss von Klimagasen reduzieren müssen, ansonsten wird durch die Erwärmung des Planeten das Leben auf diesem unerträglich heiss. Aber liegt nicht dieser Termin in der übernächsten Wahlperiode ? Dann müssten sich die dann regierenden Politiker darum kümmern.

Falsch gedacht. Klimawandel und Erderwärmung entsteht im Wesentlichen durch das Klimagas Kohlendioxid, dass durch Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle Gas und Erdöl entsteht. Dies Abgase aus diesen seit rund 100 Jahren intensiv genutzten Energieträgern werden dem Planeten zuviel, er kann sie nicht verkraften und wärmt sich langsam aber sicher auf. Eine komplette Energieumstellung auf CO2-freie und erneuerbare Energieformen braucht Zeit, Zeit, die bisher in unsinnigen Diskussionen und Messungen des Klimawandels grösstenteils vertan wurde und die uns jetzt fehlt, als gehört die Geschwindigkeit des Umstellungsprozesses erhöht.

Von Horrorvorstellungen von über 6 Grad Erwärmung und 58 cm Ansteigen des Meeresspiegels ist die Rede. Aber das betrifft die Holländer und die Norddeutschen, das hat mit uns in Bayern nichts zu tun, oder ?
Wieder falsch gedacht. Millionen Bewohner der Küstenländer weltweit sind in ihrer Existenz bedroht und werden in einer Art Völkerwanderung in Massen in die höher gelegenen Gebiete auswandern müssen, also auch nach Bayern.

Aber was können wir kleinen Bürgerinnen und Bürger schon tun, wir trennen Müll, fahren mit dem Radl, wenns geht, sparen Strom und machen im Winter die Fenster zu. Ist nicht die notwendige Energiewende eine Sache der Politik und der Industrie mit ihren Kohlekraftwerken, die ja die grossen Mengen an Kohlendioxid verursachen ?
Doppelt falsch gedacht. Die produzierte Energie wird von uns Bürgern verbraucht und die Politiker von uns gewählt und die Wirtschaft kann nur florieren, wenn wir Bürger ihre Produkte auch kaufen und konsumieren.

Also die Macht liegt beim einzelnen Wähler und Bürger und Konsumenten. Man kann immer etwas tun, Manche können aber auch den Kopf so tief in den Sand stecken, dass sie ihn nicht mehr herausbekommen. Denn es ist unsere Zukunft, die dort versaubeutelt wird. Wir Betroffene müssen etwas dagegen tun.

Stellen Sie sich vor, der Arzt würde Krebs prognostizieren, man hätte noch acht Jahre Zeit, seine Lebensumstände zu regeln, Was würde man tun ? Sicher flink herumwieseln und alles Mögliche tun und regeln, um diese Lebensdauer weit zu verlängern und womöglich so gesund werden, dass die Krankheitsprognose nicht eintritt.

Genau das ist jetzt angesagt. Drastische Massnahmen setzen, dass der Kohlendioxid Ausstoss rapide gesenkt wird. Das bedeutet, Strom sparen, Wärmeverbrauch einsparen durch Fassadendämmung, sanftere Fahrweise und Weglassen unnötiger Autofahrten.

Das bedeutet auch, massiver Ausbau erneuerbarer Energien, Energieeffizienz aber keine neuen Braun- und Stein-Kohlekraftwerke. Wie anders will Frau Merkel denn die Reduzierung um 20% CO2 Ausstoss erreichen, etwa durch effektivere fossile Kraftwerke ?

Das bedeutet aber auch, dass wir Bürger von den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft das in konkreten Schritten einfordern, was sie jahrelang vollmundig angekündigt versprochen und nicht gehalten haben.

Nehmen wir die Energiewende selbst in die Hand, in unserem eigenen Umfeld und Beteiligung an Massnahmen in unserer eigenen Umgebung, dem Berchtesgadener Land, das nicht in Bangladesch aber auch nicht auf der Insel der Seligen liegt, dann schaffen wir in acht Jahren eventuell eine Trendwende beim Klimawandel.

Hermann Schubotz Freilassing

 
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