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Bei Hochwasser wie Anfang September nach dem tagelangen Regen
werden die drei Wehrfelder des Wasserkraftwerkes Freilassing geöffnet,
um die Wassermengen ablaufen zu lassen, die nicht mehr durch die beiden
Turbinen fliessen und damit energetisch genutzt werden können.
Fotos :Hermann Schubotz
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Schliesslich stand noch ein Besuch in
den Tiefen des Kraftwerkes an, wo bei hoher Geräuschkulisse
die beiden Kaplan-Turbinen besichtigt wurden. Abgerundet wurde
der Informationsbesuch mit einer offenen Gesprächsrunde über
das Erlebte. (Neben der Weitergabe des Geschiebes dient das Saalach
Kraftwerk auch als Stützkraftwerk für die weiter flußaufwärts
querende Eisenbahnbrücke und zur Steuerung der Wassermassen
bei Hochwasser.)
(Wieder im Freien unter der Nachmittagssonne standen die Besucher
herum und diskutierten über das Erlebte. Ein junges Paar sagte,
ihnen haben die Führung sehr gut gefallen und sie freuten sich,
dass der Arbeitskreis diese Führung der Bevölkerung ermöglicht
habe. Sie seien beeindruckt, welch grosser Aufwand betrieben werden
müsse, um den für den Haushalt und die Lebensqualität
benötigten Strom zu erzeugen. Sie seien nun um so mehr motiviert,
noch weiter die Edelenergie Strom zu sparen, obwohl sie bereits
ein ausgeprägtes Energiebewußtsein hätten. Sehr
viel Stromenergie werde beim Stand-by, beim PC und bei anderen Haushaltsgeräten
vergeudet, deshalb solle sich jeder Stromverbraucher bewußt
werden, wie aufwändig Strom hergestellt werden muss.
Ein weiterer Zuhörer witzelte, er wußte immer, dass
der Strom aus der Steckdose kommt, aber nun weiss er, wie und woher
der Strom in die Steckdose fliesst.
Auf die Frage eines Zuhörers, ob der Stausee vor dem Kraftwerke
nicht als grenzüberschreitendes Naturbad, wie in Freilassing
kürzlich heiß diskutiert, nutzbar gemacht werden könne,
antwortete der Betriebswärter Johannes Königsdörfer,
dass selbst einem abgehärteten Naturbad Freund eine Temperatur
von 12 bis 16 Grad auf Dauer zu kalt sein werde, denn die Saalach
sein ein Gebirgsfluss und führe das kalte, aber nährstoffreiche
und fischfreundliche Wasser aus dem Gebirge der Alpen ab.
Eine weitere Gruppe diskutierte über das beantragte Kraftwerk
an der Luitpoldbrücke in Bad Reichenhall, über dessen
Rahmenbedingungen wir in einem weiteren Bericht informieren werden.
-schu- )

Durch diese Turbinen im Wasserkraftwerk Rott-Freilassing fliessen
30 Kubikmeter Wasser je Sekunde, erzeugen Strom und verursachen
dabei einen Höllenlärm. Der Wasserstrom fliesst in das
Bayerische Versorgungsnetz und wird nach dem Gesetz zum Vorrang
erneuerbarer Energien (EEG) vergütet. |
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Freilassing (schu). Freilassinger Bürger wollten
wissen, woher ihr Strom kommt. Im Rahmen der Freilassinger Energietage
wurde auch das Wasserkraftwerk an der Grenzbrücke zu Salzburg
besichtigt, das nahezu den gesamten Strombedarf für die Freilassinger
Haushalte erzeugt. Über eine Fischtreppe können die Flussbewohner
das Hindernis umgehen. Mit drei Wehren und zwei Grossturbinen wird
die Kraft der Saalach gebändigt und energetisch genutzt. Viele
der über 40 Besucher waren beeindruckt, welcher Aufwand betrieben
werden muss, und eine Kleinstadt mit der benötigen Edelenergie
Strom zu versorgen.
Eingeladen hatte der Agenda21 Arbeitskreis Energie und Wirtschaft,
um im Rahmen der Freilassinger Energietage die heimischen Kraftwerke
kennen zu lernen. In seinen einleitenden Worten erklärte der
Organisator und Vorsitzende des Arbeitskreis Hermann Schubotz den
Zuhörern, dass es Ziel und Aufgabe des Agenda21 Arbeitskreises
sei, die Bevölkerung mit Vorträgen und Besichtigungen
über Energie zu informieren, (damit sie sich mehr mit dem Thema
Energie beschäftigten, wo komme Energie her, wie werde sie
erzeugt, und was koste sie etc. In diesem Zusammenhang sei auch
der Beitrag eines jeden Energieverbrauchers zum weltweiten Treibhauseffekt
und damit zum Klimawandel zu erwähnen. Um die drohende Klimakatastrophe
zumindest abzumildern, müsse der Energieverbrauch und damit
die Kohlendioxid Emissionen (CO2) drastisch auf die Hälfte
reduziert werden. Dies könne aber nur derjenige bewußtseinsmäßig
umsetzen, der über die verschiedenen Energieformen, sein eigenes
Verbraucherverhalten und die Auswirkungen auf die Umwelt Bescheid
wisse. Dies habe sich also der Energie- Arbeitskreis zur Aufgabe
gemacht und wolle nun die Freilassinger mit ihrem CO2-freien Kraftwerk
vor der Türe bekannt machen.)
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Da die Kraftwerksleitung nicht mit so vielen Besuchern
gerechnet hatte, wurde ein zweiter Wasserwerker hinzugezogen, um
den interessierten Freilassingern, "ihr Kraftwerk" vorzustellen.
Die beiden kompetenten Salzburger Betriebswärter Gerhard Ziegelwagner
und Johannes Königsdorfer erklärten in zwei Gruppen zunächst,
wie die Fischtreppe auf bayerischer Seite funktioniert. Die Saalach
ist reich an Fischen, 34 Fischarten kommen in ihr vor. Diese Fischtreppe
ist die erste ihrer Art und dient der wissenschaftliche Überprüfung,
ob Fischtreppen sinnvoll sind und wie sie von den Flussbewohnern
angenommen werden. In einem Zählkorb wird jeden Tag festgestellt,
wie viele und welche Fische diesen Kraftwerksübergang für
ihre Wanderungen benutzten.
Ein Gang über das Kraftwerk in Richtung Österreich zeigt
die drei rund neun Meter breiten geschlossenen Wehrfelder, an denen
das Wasser bis zum Rand stand. Die Fallhöhe und damit Unterschied
vom Ober- zum Unterwaser beträgt 10 Meter und gibt eine Hinweis
auf die nutzbare potenzielle Energie. Das Salzburger Kraftwerk auf
Freilassinger Seite der Saalach hat eine Leistung von 5.000 kW (Kilowatt)
und produziert 28 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr.
Damit können fast alle Freilassinger Haushalte mit umweltfreundlichen
und sauberem Wasserstrom versorgt werden.
Der Bau des Kraftwerks wurde in der Rekordzeit von gut zwei Jahren
zeitgleich mit dem Bau der neuen Grenzbrücke durchgezogen und
hat rund 20 Millionen Euro gekostet, wie der Betriebswärter
den Zuhörern erklärte. Wenn mehr als die maximale Menge
durch die Turbinen läuft, werden eines oder weitere der Wehrfelder
geöffnet, über die die bei Hochwasser anfallenden Wassermengen
ablaufen können. Bei dieser Gelegenheit werden auch die Wehrfelder
unten geöffnet, um die angesammelten Schotterberge durchrauschen
zu lassen, denn jeder Fluss braucht sein Geschiebe, um sich nicht
weiter in die Sohle einzugraben.
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