Freilassinger Anzeiger vom 13. Oktober 2007
Friedensnobelpreis für Kämpfer gegen die Klimakatastrophe
Auszeichnung für den ehemaligen US-Vizepräsidenten AL Gore und den UN-Klimarat weltweit begrüßt
   
Unsere Bilder zeigen Rajendra Pachauri (links), den Vorsitzenden des UN-Weltklimarats (IPCC) und den ehemaligen US-Vizepräsident AL Gore (Archivfotos). Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an AL Gore und den UN-Klimarat für ihren Einsatz gegen eine drohende Klimakatastrophe. Das teilte das Nobelkomitee am Freitag in Oslo mit. (Bild: dpa)

Oslo (dpa) - Friedensnobelpreis für den Kampf gegen die drohende Klimakatastrophe: Die mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Auszeichnung geht in diesem Jahr an den früheren US-Vizepräsidenten AI Gore und den UN-Klimarat. Mit dieser Vergabe wolle das Nobelkomitee »zu größerer Aufmerksamkeit« für den Klimaschutz beitragen, hieß es am Freitag bei der Bekanntgabe in Oslo.

Die Entscheidung des Nobelkomitees in Oslo wurde weltweit fast einhellig begrüßt. Gore (59) zeigte sich »zutiefst geehrt«. Der Inder Rajendra Pachauri (67), der Chef des UN-Klimarats IPCC, sagte: »Ich bin völlig überwältigt.« »Wir wollen durch unseren Preis nicht zuletzt mehr Aufmerksamkeit für das Thema Klimakatastrophe schaffen«, sagte Komitee-chef Öle Danbolt Mjos. Der Klimawandel sei eine »wirkliche Bedrohung für die gesamte Menschheit«. In der Begründung heißt es: »Handeln ist notwendig, bevor der Klimawandel für Menschen außer Kontrolle gerät.«

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mahnte: »Die Gefahren des Klimawandels gehören zu den größten Herausforderungen für die Menschheit im 21. Jahrhundert.« UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich »sehr erfreut«. Das wegen seiner Umweltpolitik von Gore häufig kritisierte Weiße Haus reagierte ebenfalls positiv.



 
  Mjos würdigte Gore als einen »seit Jahren weltweit führenden Umweltpolitiker«, der wie kein anderer als »Einzelner zur Schaffung eines breiten Bewusstseins für die Maßnahmen beigetragen (hat), die nun nötig sind«. Das Werk »Eine unbequeme Wahrheit« von Gore über die Gefahren des Klimawandels erhielt dieses Jahr einen Oscar als bester Dokumentarfilm. Der UN-Klimarat hat nach Überzeugung der norwegischen Juroren mit seinen wissenschaftlichen Berichten seit 20 Jahren entscheidend zu einem breiten Konsens über das Ausmaß der Klimabedrohung beigetragen. So hatte der Rat in seinem diesjährigen Report die Verantwortung des Menschen für die Erderwärmung so klar wie nie zuvor aufgezeigt. Gore sagte in einer Erklärung: »Wir haben es mit einer wirklichen globalen Bedrohung zu tun. Die Klimakrise ist kein politisches Thema, sondern eine moralische und geistige Herausforderung für die gesamte Menschheit.« Die Auszeichnung sei umso bedeutungsvoller, als er sie mit dem UN-Klimarat teile, sagte Göre. IPCC-Chef Pachauri sagte: »Dieser Preis geht an die internationale UN-Gemeinschaft und alle Staaten, die uns unterstützen.« Er habe vor der Entscheidung aus Oslo selbst öffentlich gesagt, dass Gore ihn wie kein anderer verdient habe. Das Nobelkomitee hatte schon 2004 mit der Vergabe an die Kenianerin Wangari Maathai Engagement für den Umwelt-schutz ausgezeichnet.  

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