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BAD REICHENHALL - Eine Allianz
gegen ein Kraftwerk bei der Luitpoldbrücke haben Bezirks-fischereiverein
Saalachtal, die CSU-Stadtratsfraktion Bad Reichenhall und Bund Naturschutz
geschmiedet. Das geht aus einer Pressemitteilung der CSU über
einen gemeinsamen Lokaltermin auf der Luitpoldbrücke hervor.
Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner wies allerdings darauf
hin, dass die Stadt Bad Reichenhall zum jetzigen Verfahrensstand
lediglich Anhörungs-beteiligte ist.
Der Vorsitzende des Bezirksfischerei-vereins Saalachtal, Michael
Dorrer, hatte eingeladen, um eine Vielzahl von Bedenken gegen die
geplante Maßnahme vorzubringen. Für den Fischbestand
in der Saalach habe das Kraftwerk fatale Folgen, so Dorrer und nannte
als Auswirkungen der Turbinen: Flussauf -wärts schwimmende
Fische im Laichzug würden im Unterwasser gegen den Turbinen-strahl
anschwimmen und dabei ihre Kraft vergeuden. Sie wären danach
für den Laichakt zu geschwächt oder würden an Entkräftung
verenden.
Noch schlimmer seien die Auswirkungen für die flussabwärts
schwimmenden Fische. Beim Durchschwimmen der Turbine seien Verletzungen
unvermeidlich, dazu kämen Probleme mit Druckschwankungen sowie
teilweise ebenfalls tödliche Auswirkungen von Desorientierung.
Des Weiteren seien zwischen dem bereits bestehenden Kraftwerk und
der geplanten Anlage Aufstauungen unumgänglich, wodurch für
Fließ-gewässer typische Lebensräume verloren gingen.
Besonders betroffen seien bedrohte Arten wie Äsche, Huchen
und Mühlkoppe.
„Weiterhin sind Überschwemmungen mit einer Gefährdung
der Augebiete und des Fahrradweges beziehungsweise der Straße
kaum zu vermeiden", so der Vorsitzende des Fischereivereins.
Darüber hinaus würde sich in diesen Staubereichen das
Wasser schneller erwärmen, wodurch erneut Nachteile für
die Fischfauna entstünden.
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Karl Dörfler, Erich Prechtl, Dr. Herbert Lackner, Stefan Kantsperger,
Michael Dorrer und Sebastian Renoth (von links) sind sich einig.
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Für den Bund Naturschutz erklärte Erich
Prechtl die ablehnende Haltung seiner Organisation. Neben einer
ganzen Reihe von verfahrensrechtlichen Einwänden, wobei unter
anderem die volkswirtschaftliche Bedeutung der CO2-Vermeidung bei
Kleinkraftwerken in Zweifel gezogen wird, geht es dem BUND vorwiegend
um naturschutzrechtliche und naturschutz-fachliche Bedenken.
Der Gewässerabschnitt zwischen Kibling und der Mündung
des Kanals habe sich zu einem „naturnahen Lebensraum mit Wildflusscharakter"
entwickelt. Der Bau eines Kraftwerks würde die Lebensbedingungen
für die im Gewässer vorkommenden Organismen entscheidend
verschlechtern. Prechtl vermisst bei den Planungen die Beurteilung
der Umwelt-verträglichkeit und die Auswirkungen auf das Landschaftbild.
Ebenso wie Michael Dorrer bezweifelte auch er, dass die für
den Kraftwerksbetrieb vorgesehene Mindestwasser-menge von sechs
Kubikmetern pro Sekunde erreicht werde. Beim bereits bestehenden
Restwasserkraftwerk am Saalachsee würden bisher nur vier Kubikmeter
pro Sekunde angesetzt.
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Abschließend baten Michael Dorrer und Erich
Prechtl die CSU-Vertreter, sich deutlich gegen die geplante Maßnahme
auszusprechen.
Dies müsse frühzeitig erfolgen, um die Zerstörung
der Lebensbedingungen zahlreicher Tier- und Pflanzenarten sowie
des Landschaftsbildes zu verhindern. Schließlich verwiesen
beide Interessenvertreter auf die 2001 unterzeichnete Saalachresolution,
in der sich neben allen Anlieger-Bürgermeistern auch die Stadt
Bad Reichenhall dem besonderen Schutz dieses Flusses verpflichtet
habe.
Sowohl bei Oberbürgermeister Dr. Lackner als auch bei den
Repräsentanten der CSU Stadtratsfraktion stießen die
warnenden Worte Dorrers und Prechtls auf offene Ohren. Es wurde
schnell deutlich, dass alles unternommen werden müsse, um den
für Bürger und Gäste gleichermaßen beeindruckenden
Blick von der Luitpoldbrücke zu erhalten. „Ein Kraftwerk
an dieser Stelle würde ein einzigartiges Panorama zerstören
und zudem noch ungeahnte Auswirkungen für die Natur mit sich
bringen", heißt es abschließend in der Mitteilung
von Fraktionssprecher Stefan Kanstperger.
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