Freilassinger Anzeiger vom 1. September 2007
Unwort Begehrlichkeiten
Leserbrief zu Wunschliste weckt Begehrlichkeiten vom 22.8.2007
 

Das Unwort Begehrlichkeiten macht wieder die Runde

Auch im Vorfeld der Freibad Fragebogen Aktion wurde ich gewarnt, "Wecken Sie bitte nicht die Begehrlichkeiten der Bürger", und das von Bürgervertretern und anderen Verantwortlichen. Mich wundert, dass man seine Mitbürger für verschwenderische Gesellen hält und sie nicht als verantwortlich denkende Bürger ansieht, die selber einen Haushalt führen und wissen, dass Investitionen Geld, unser Steuergeld kosten. Ich habe selber viele Umfragen ausgewertet und dabei gesehen, dass die Bürger sehr wohl verantwortlich und selektiv angekreuzt haben.

Eine Umfrage ist eine Umfrage und kein Wunschzettel oder sogar eine Bestellung. Wir vom Bürgerarbeitskreis Freibad Freilassing in der Agenda21 haben uns sehr wohl bei jeder Frage überlegt, hilft es der Entscheidungsfindung und sind Investitionen damit verbunden. Bei der Befragung, an der über 920 Freilassinger Bürger und Badegäste teilgenommen haben, ging es in erster Linie darum, Schwerpunkte heraus zuarbeiten, was die Badegäste an ihrem Bad verbessert haben wollten und mit welchen Attraktionen mehr Badegäste zum Verweilen in Oberbayerns schönstem und größtem Freibad eingeladen werden können. Die Verbesserungswünsche haben sich klar herauskristallisiert, aber auch, was die Bürger nicht wollen. Somit bleibt die Stadt vor kostenträchtigen Fehlinvestitionen bewahrt. Sie weiss, wenn sie die Wünsche nach einer festzulegenden Prioritätenliste abarbeitet, dass diese Einrichtungen auch von den Badegästen angenommen werden.

 

 

50-65 Prozent haben für eine grössere Wasserfläche im Nichtschwimmerbecken, für eine grössere Rutsche, für einen Warmbadetag und für einen Sprungturm votiert. Während hingegen die Meinung zum Kneippbad, einer frühmorgendlichen Öffnung, einem Minigolfplatz und mehr Markisen eher geteilt war, wurde einem Grillplatz, Torwand, Schachfeld, Kultursaal, Leseraum, Fitnessraum, Fahrradverleih eine eindeutige Absage erteilt. Über diese Themen muss nicht mehr geredet und kein Geld ausgeben werden, sie werden einfach nicht gewünscht.

Wir waren auch so mutig und haben gefragt, ob eine leichte Erhöhung der Eintrittspreise akzeptabel sei, 70 Prozent haben dies bejaht, 23 Prozent sind dagegen. Wir hoffen, mit dem Begriff "leichte Erhöhung" nicht zu sehr die Fantasie und die Begehrlichkeit der Entscheider angeregt zu haben.

Ebenso war unser Bestreben, eine kostengünstige Sanierung vorzuschlagen, mit der Prüfung der Becken, eventueller zeitlicher Streckung der Investitionen und dem Einsatz erneuerbare Energien (70 Prozent Zustimmung) mit Sonnenkollektoren und Blockheizkraftwerken mit Pflanzenöl, die zudem durch die Stromerzeugung Einnahmen für die Stadt erwirtschaften. Diese konkreten Schritte müssen nun in einer Projektgruppe inhaltlich mit Vorschlag der Prioritäten besprochen werden, an der wir Bürger im Sinne der Agenda21 Bürgerbeteiligung (Betroffene zu Beteiligten machen) weiterhin dabei sein wollen. Der Stadtrat wird dann aufgrund dieser ausgearbeiteten Vorschläge entscheiden.

Hermann Schubotz
Sprecher Bürgerarbeitskreis Freibad Freilassing, BaFF

 
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