| FREILASSING (schu) - Für einen Tag
wurde der Rathaussaal in Freilassing zu einer Bootswerft für
Solarboote umfunktioniert. Die Ortsgruppe des Bund Naturschutz führte
einen Solarbastelkurs für Kinder durch, um sie in die Kunst
der Nutzung der Sonnenenergie am Beispiel des Solarbootbauens einzuweisen.
Die Boote sollten mit moderner Technologie ausgestattet werden und
sich mit der Kraft der Sonne bewegen.
Die jungen Bootsbauer aus Freilassing hatten ihren Spaß
und konnten gleichzeitig erkennen, dass die kostenlos zur Verfügung
stehende saubere Energie aus der Sonne in brauchbares Spielzeug
umgesetzt werden kann. Die fertigen Solarboote aus einer Fischdose,
Karton und Strohhalm bestanden ihren Tauglichkeitstest, in dem sie
sich in der Luft allein mit der Kraft aus indirektem Sonnenlicht
drehten, obwohl regenschwere Wolken die Sonne verdeckten. Die Energie
kam aus einer aufgelöteten, diesmal größeren Photovoltaikzelle,
die mit dem erzeugten Solarstrom einen kleinen Elektromotor antrieb.
Kursleiter Hermann Schubotz empfahl den Kindern, die benötigten
Teile ganz im Denken eines Ingenieurs nach dem vorgelegten Bauplan
zuerst mit dem GeoDreieck auszumessen und anzuzeichnen und dann
erst das Material aus Gurkenkartons oder Apfelsaftdosen mit der
Schere auszuschneiden. Das Werk sollte gerade ausgerichtet und ordentlich
verarbeitet werden, denn die Solarboote sollten eine Weile in Funktion
bleiben und auch ein verdientes Lob der Eltern einbringen.
Zunächst schnitten die jungen Solarbauer die Abdeckung für
die mitgebrachte leere Fischdose fachgerecht aus dem Obstkarton
aus und klebten sie mit einer Heißklebepistole auf der Dose
fest. Somit wurde ein wasserdichter und schwimmfähiger Bootskörper
gefertigt. Für diesen Rumpf bastelten die Kinder zwei Halterungen
für die Photovoltaik-Zelle und den Solarmotor und klebten sie
dann gerade ausgerichtet auf der Fischdose fest.
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Eifrig bastelten die Buben und Mädchen im Freilassinger Rathaus
an ihren Solarbooten, um sie bald „in See stechen" zu lassen.
Foto: Schubotz
Den kleinen, über 20 Gramm schweren Elektromotor klebten die
jungen Schiffsbauer auf eine Halterung und achteten darauf, dass er
nicht am Bootsrand touchierte und somit Antriebsenergie verloren ging.
Auch musste sich die Schiffsschraube nach dem Festkleben noch leicht
bewegen. Aus Sicherheitsgründen lötete der Kursleiter Hermann
Schubotz selbst die vorgefertigten rund 25 Quadratzentimeter großen
und leicht zerbrechlichen Solarzellen an den beiden Drähten des
Motors fest und befestigte diese Zelle dann auf der Halterung am Boot.
Die bereitstellende Bürolampe erweckte die Freilassinger Solarboote
sofort zum Leben. Auf dem Rathaus-Vorplatz wurden die Boote dann in
die Luft gehalten und die Motorschraube drehte sich trotz wolkenverhangenem
Himmel. |