Freilassinger Anzeiger vom 14. Juni 2007
Umweltfreundlicher Strom für den ganzen Landkreis
Berchtesgadener Land mit Wasserkraft komplett aus erneuerbaren Energien versorgen
  Ainring(schu)  Rund eine Milliarde Kilowattstunden (kWh) Strom könnten pro Jahr mit dem Wasser der Salzach gewonnen werden. Damit könnten die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien mit Strom versorgt werden. Dipl. Ing. Anton Zeller machte dies bei der Eröffnung der Ausstellung "Sonnenenergie im Berchtesgadener Land" klar. Er selbst betreibt bereits ein Wasserkraftwerk.

Die Sanierung der Sohlrampen der Salzach kostet insgesamt mehr als 300 Millionen Euro. Laut Zeller liesse sich dabei die Nutzung der Wasserkraft mit einbeziehen. Bei voller Erschliessung der Wasserkraft könnte ein Milliarde Kilowattstunden Strom gewonnen werden.

Ökologischer Komponenten wie freien Fließstrecken, Flachwasserzonen und Fischtreppen müssten dabei mit einbezogen werden. Das Berchtesgadener Land könnte dabei mit etwa rund 300 Millionen kWh rechnen, was dem Strombedarf des Landkreises Berchtesgadener Land entspricht.

Die Sohlrampen sollen die Flusssohle stützen,  und so würde es laut Zeller nahe liegen, das dort entstehende Gefälle energetisch in einem Wasserkraftwerk zu nutzen. Zeller meinte in seiner Rede, es sei unverantwortbar, diese Chance nicht zu nutzen.


Regierungsbaumeister Dipl.Ing. Anton Zeller warb für die Nutzung der erneuerbaren Energien aus Wasserkraft. Foto: Hermann Schubotz
Der wachsende Strombedarf müssen ansonsten aus der gefährlichen Atomkraft oder durch umweltschädliche fossile Kohle-Kraftwerke gedeckt werden müsse. Aber nicht nur Gründe des Klimaschutzes sprechen für den Einsatz erneuerbarer Energien aus Wasserkraft. Die fossilen Rohstoffe würden immer knapper und die Rohstofflieferanten aus dem Ausland könnten immer leichter Geld erpressen.

Zeller dankte der Gemeinde Ainring für ihr Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien im Gemeindegebiet. Deutschland weit gehöre die Gemeinde Ainring im Berchtesgadener Land zu den Spitzengemeinden mit nahezu 100 prozentiger Stromversorgung aus erneuerbaren Energien wie Wasserkraft und Photovoltaik Anlagen. Der Referent erinnerte an der jüngsten Beschluss des Traunsteiner Kreistages, den gesamten Strombedarf des Landkreises bis zu Jahr 2020 aus erneuerbaren Energien zu decken. Ebenso habe der Kreistag im Berchtesgadener Land eine Umstellung der gesamten Energieversorgung für Strom, Wärme und Mobilenergie aus erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 beschlossen.

Mit der Nutzung der Wasserkraft und der Reaktivierung der vielen stillgelegten Wasserräder können weitere Millionen von Kilowattstunden mit in die Energiebilanz eingebracht und damit das ehrgeizige Ziel erreicht werden. Durch eine Erneuerung eines Kraftwerkes könne die Leistung um über 30 Prozent gesteigert werden, durch die Kraftwerke würden grössere Wasserflächen gebildet werden und in Trockenperioden würde das Wasser langsamer abfliessen, und so in niederschlagsarmen Zeiten das Überleben von Fischen, Krebsen und Kleinlebewesen ermöglichen. -schu-

 

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