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Johannesburg (dpa/lby) - Mit dem Schuhplattler durch
Afrika, mit dem Alphorn ins Township - für Bayerns krawallig-musikalische
Botschafter Biermösl Blosn kein Problem. Die Kulttruppe, die
jetzt rund 300 Zuhörer im Goethe-Institut Johannesburg begeisterte,
hatte gleich zum Auftakt ihrer Afrika-Tournee um Sympathie geworben.
»Please be nice to us Germans, don't call us Krauts ... German
humour is really no joke« (Seid freundlich zu uns Deutschen
und nennt uns nicht Krauts ... deutscher Humor ist wirklich kein
Witz) klang es in breitestem »bavarian english« von
der Bühne.
Es sei statistisch erwiesen, dass die Deutschen drei Mal am Tag
lachen, meinten die Brüder Hans, Michael und Christoph (Stofferl)
Well. Das Lachen blieb vielen Zuhörern jedoch mitunter fast
im Halse stecken. Denn das satirische Trio begleitete seine Volksmusik
mit scharfzüngigen Texten, die auf Ausländer-feindlichkeit,
Heuchelei und Obrigkeitsdenken abzielten. Gleich zur Begrüßung
stand eine lange Liste von Gemeinsamkeiten zwischen Bayern und Südafrika,
die wortspielerisch auf die politische Farbe der Heimatregierung
wie auch der Hautfarbe südafrikanischer Politiker abzielte.
»Auch bei uns in Bayern ist "black voting" sehr
verbreitet«, meinte etwa Christoph Well, der mit seiner unentwegt
rutschenden Lederhose arg beschäftigt war. Wenig später
warnten die Brüder die rund 300 Zuhörer musikalisch: »If
you're from America -welcome to Bavaria; if you're from Africa -
no chance in Bavaria« (solltest Du aus Amerika stammen: willkommen
in Bayern; solltest Du aus Afrika sein: keine Chance in Bayern).
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Die Biermösl Blosn nahm deutsche Safari-Urlauber
in Kenia aufs Korn, die sich beim »Löwenbier im Grand-Hotel«
mit einer »super-scharfen schwarzen Mamba» vergnügten,
und spürte den Wurzeln des von schwarzen Bergwerksarbeitern
kreierten Gumboot-Dance nach - dabei wird rhythmisch gestampft und
auf die Seite der Gummistiefel geklatscht.
Nach der Biermösl Blosn-Forschung hatte ein bayerischer Auswanderer
nach einem Goldfund einst vor Freude einen Schuhplattler getanzt
und so das Fundament dafür gelegt. »Andere wiederum behaupten,
er sei entstanden, weil es hier so viele Mücken gibt.«
Die wenigen Afrikaner im Publikum waren sichtlich angetan von
der fremden und doch vertrauten Volksmusik. Selbst zu den Klängen
von Drehleier oder Hackbrett wiegten sich einige im Takt. Begeisterung
kam jedoch beim Einsatz des Alphorns (»Bayerns Antwort auf
die Vuvuzela«) - die lärmige Tröte südafrikanischer
Fußballfans - auf.
Ein Requiem auf Bruno, den Bär, sollte es begleiten, der viel
zu kurz »zu Gast bei Freunden« gewesen sei. Deutsch-lands
Südafrika-Botschafter Harro Adt hatte sein Ohr dabei direkt
am Geschehen: das gut drei Meter lange Alphorn war viel zu lang
für die Frischluft-Bühne und ruhte daher für die
Dauer des Geschehens auf diplomatischer Schulter.
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