| Reaktion auf Artikel: Auch im Naturbad ist alles künstlich
Nachdem in dieser Sache nun seit Langem mehr oder weniger nachprüfbare
Argumente hin und her geworfen wurden möchte ich die Informationspolitik
der beide „Naturbad- Kampfparteien“ an dieser Stelle
einmal gegenüberstellen:
Die Stadt Freilassing hatte meines Wissens vor Feststellung der
Zulässigkeit des Bürgerbegehrens die Möglichkeit,
umfassend zu informieren. Leider wurde dies weitgehend bis komplett
versäumt. Die spärlichen Informationen die mich erreichten
waren allerdings meiner Meinung nach sachlich und hinterfragbar.
Der Kreis um Frau Michael- Blagrave legte dagegen bis heute eine
bewundernswerte Intensität bei Informationsarbeit und Unterschriftensammlung
an den Tag, die mich an den „Flatscher- Wahlkampf“ (Haustür-
Aktion) erinnert. Das Wort Sachlichkeit ist allerdings in weiter
Ferne von vielen Informationen, die ich beurteilen kann und in zwei
Leserbriefen bereits dargestellt habe.
Einige Punkte im aktuellen Artikel toppen dies noch schmerzlich:
„Wasservögel müssen ganzjährig bejagt werden“
Alle Wasservögel die dem Jagdrecht unterliegen haben eine gesetzlich
geregelte Jagd- und Schonzeit und werden entsprechend ausschließlich
in diesen Zeiten ohnehin bejagt. Wenn sie dem Jagdrecht nicht unterliegen
oder Schonzeit haben, werden sie selbstverständlich auch im
Naturbad nicht bejagt.
„Flußkrebs- Population wird ausgerottet“
Erstens ist der Flußkrebs ein Weisertier für reinstes
Fließwasser und kommt nur in solchem vor, also sicher nicht
im Naturbad. Zweitens, wie sollte sich wohl bei jährlicher
Reinigung eine „ganze Flußkrebspopulation“ entwickeln,
die anderswo viele Jahre braucht.
„Bademöglichkeiten für Naturfreunde“
Alle genannten Gewässer, außer dem Abtsdorfer See sind
zum Teil sogar private Fischgewässer in denen baden ausdrücklich
verboten, mindestens jedoch unerwünscht ist.
Man sieht hier deutlich, daß bei der Suche nach Argumenten
deutlich Quantität vor Qualität geht und Fundament und
Wahrheitsgehalt nicht so wichtig sind, solange es sich um ein Gegenargument
handelt.
Wenn man die vielen „Fachinformationen“ und Zahlen aus
dem gleichen Winkel betrachtet, erscheint die Glaubwürdigkeit
der Naturbad- Gegner in keinem guten Licht.
Ich fordere alle Freilassinger, auf sich sachlich und kritisch
zu informieren und hoffe sehr, daß bei dem Bürgerbegehren
möglichst viele ihre Stimme abgeben.
Das schlimmste wäre eine Entscheidung die aus mangelnder
Beteiligung, oder populistischer, unsachlicher Information resultiert.
Bernhard Schmähl
Enzianstr. 35
83395 Freilassing
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