Freilassinger Anzeiger vom 10. März 2007
Wertvolle Zeit verloren
Leserbrief Hermann Schubotz, der Redaktion eingereichte Version
  Leserbrief zu Der Klimawandel ist nicht mehr zu verhindern vom 3.März 2007

Jetzt auf einmal soll der Klimawandel nicht mehr zu verhindern sein ?
Ich möchte daran erinnern, dass spätestens seit 1992 auf der Agenda21 Konferenz in Rio, Brasilien der Treibhauseffekt aus Hauptursache für den sich anbahnenden Klimawandel erkannt wurde. Seit der Zeit meldeten sich die Zweifler und Vogel-Strauss-Politiker und lenken ab, predigten vom natürlichen Klimaschwanken, Sonnenflecken, etc. alles sei ganz normal. Es müsse erst einmal weiter gemessen und geforscht werden, um sich einer solch unerhörten Tatsache wirklich ganz sicher zu sein. Wertvolle Zeit verging und wertvolle Milliarden Euro an Forschungsgeldern wurde in Projekte verpulvert, deren Ergebnis offensichtlich war.

Jetzt im Jahre 2007, genau 15 Jahre nach Rio wurde es nun nach dem UN Bericht amtlich. Der Klimawandel hat wirklich die menschliche Lebensweise bzw. den vergeuderischen Umgang mit Energie als Ursache und die Hauptquelle als das Kohlendioxid aus der Verbrennung fossiler Energien erkannt.

Nun könnte man sagen, frisch ans Werk, verlorene Jahre aufholen, CO2 rapide vermeiden und erneuerbare Energien drastisch fördern. Aber weit gefehlt, auf einmal soll der Klimawandel nicht mehr zu verhindern sein. Was sagen denn die Verhinderer der Gegenmassnahmen dazu, die jahrelang beinahe jede einzelne Massnahme zur Reduzierung des Co2 Ausstosses und des Ausbaus der Erneuerbaren Energien verhindert oder gemauert haben, wo es nur ging ?

Müssten wir nicht erst einmal mindestes fünfzehn Jahre alle Energie auf die Gegenmassnahmen wie Energieeffizienz und Erneuerbare Energien mit nachwachsenden Rohstoffen setzen?.

Die gesamte Technologie steht bereit und die Theorien sind bekannt, sie müssen nur mit vollem Einsatz und ganzer Absicht und hohem Tempo umgesetzt werden. Aber die Flinte sogleich ins Korn werfen? Eventuell prägt ein "nach-mir-die-Sintflut" Denken bei unseren schon etwas älteren Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft deren Zukunftsaussichten. Sollen doch die Kinder und Enkel die schmutzige und giftige Suppe auslöffeln, die wir ihnen eingebrockt haben.

Richtig ist, man kann immer etwas tun. Richtig ist, dass das Klimathema zum TOP-Thema gemacht wird, und die jetzt vorhandene gesunde Beunruhigung genutzt wird, konkrete Ziele zu setzen und diese konsequent umzusetzen. Jeder deutsche Bürger kann seine CO2-Belastung von im Durchschnitt von 10,4 Tonnen zuerst mit einem CO2-Rechner-Programm verifizieren und dann die angewiesenen Massnahmen in seinem Privatbereich umsetzen.

Statt dessen werden wieder Nebelgranaten geworfen wie Glühbirnen verbieten, Fahrverbot am Wochenende und CO2-freie Kohlekraftwerke, ein Witz so ähnlich wie wasserloses Wasser, und die Aufmerksamkeit der Bürger wird wieder abgelenkt, wie Rauchverbote etc.

Der Planet ist krank, er hat Krebs oder AIDS, da helfen keine halbherzigen Massnahmen oder "Klimaretten am Wochenende" oder erst einmal den Schnupfen bekämpfen. Krebs oder AIDS warten nicht, sie wuchern weiter und müssen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln intensiv bekämpft werden. Und der einzelne Bürger muss eingebunden werden eingedenk der Aussage von AL GORE aus dem Film, "eine unbequeme Wahrheit": "Von der Eindeutigkeit des wissenschaftlichen Beweises erdrückt, akzeptieren wir mittlerweile die Realität des Klimawandels. Allerdings noch nicht unsere Verantwortung dafür. Der Film soll die Menschen jetzt vom Verdrängen zum Handeln bewegen".

Hermann Schubotz, Freilassing

 
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