Freilassinger Anzeiger vom 3. März 2007
Die Energiewende kommt nicht von allein
Ortsgruppe des Bund Naturschutz setzt auf Engagement der Bevölkerung
 
Zum Teil nachdenklich folgten die Anwesenden den Ausführungen des Ortsvorsitzenden Michael Behringer. Links Kreisvorsitzender Erich Prechtl. Fotos: Edthaler.

Hermann Schubotz bei seinem Referat, rechts daneben die Bürgermeister von Saaldorf-Surheim und Ainring, Ludwig Nutz und Hans Eschlberger.
 
 

FREILASSING (he) - Gespickt mit aktuellen Themen der Umweltpolitik war die Jahres-hauptversammlung der Ortsgruppe Freilassing-Ainring-Saaldorf-Surheim des Bund Naturschutz. Dabei wurden Möglichkeiten für die Zukunft angesprochen und angeregt, auch regional aktiv zu werden.

Wie Ortsvorsitzender Michael Behringer berichtete, konnten im letzten Jahr Erfolge bei der Besucherlenkung und der Jagdverpachtung im Ainringer Moos erzielt werden. Dabei habe man sich mit dem Pächter auf einen Verzicht der Wasservogeljagd einigen können.

Besonders freute sich Behringer über die Umstellung des Blockheizkraftwerkes Mitterfelden auf Hackschnitzelbetrieb. Ursprünglich wurde es mit Öl- und Gasfeuerung betrieben. Ebenso berichtete er über diverse Aktivitäten, wie zum Beispiel die Springkrautbeseitigung im Ainringer Moos und am Sonnwiesgraben oder die Fahrradexkursion ins Waidmoos bei Lamprechtshausen.

Ein Fachreferat über Neophyten, was wörtlich so viel wie „Neu-Pflanzen" heißt, hielt Mag. Maria Fleischer. Neophyten sind Pflanzenarten, die eigentlich nicht bei uns vorkommen, aber durch den Menschen hierher „verfrachtet" wurden. Anhand einiger, auch bekannter, Arten zeigte sie die Herkunft, Verbreitung und Auswirkungen dieser fremden Arten auf. So sei etwa auch das Veilchen erst im Jahr 1775 über die Alpen gekommen und eigentlich nicht in der Gegend beheimatet. An die Regionalpolitiker appellierte Fleischer, nur heimische Gewächse in öffentlichen Grünanlagen zu pflanzen, um die hiesige Flora zu schützen.

Ausführlich erörterte Michael Behringer in seinem Referat die Zukunft des Öffentlichen Personennahverkehrs im Berchtesgadener Land und im Salzburger Raum. Bei der Verlängerung der Salzburger S-Bahn bis Berchtesgaden seien wesentliche Punkte aus dem Verkehrskonzept „Watzmann-Salzach-Bahn" des Bund Naturschutz aus dem Jahr 2001 umgesetzt worden. Die Fahrgastzahlen seien deutlich, in Zahlen um etwa 40 Prozent, angestiegen.

Damit werde durchschnittlich pro Autofahrt von Freilassing nach Berchtesgaden ein Ausstoß von 15 Kilogramm Kohlendioxid vermieden. Nur 500 „Umsteiger" von Auto auf Bahn reduzieren den Ausstoß pro Woche um knapp 50 Tonnen. In seiner Präsentation ging Behringer auf den weiteren Ausbau dieses Nahverkehrsnetzes ein und erläuterte auch mögliche weitere Haltestellen, um die Attraktivität dieses Angebots zu erhöhen.

In anschließenden Vortrag ging Hermann Schubotz auf die Energiewende ein und sagte dass die Kohlendioxid-Kurve „rasant nach oben" gehe. Wichtig sei auch das Engagement der Bürger, dieser Entwicklung entgegen zu wirken. Schubotz sprach sich auch für ein Biomasseheizkraftwerk in Freilassing aus.

Freilassings Stadtrat Walter Schramm sprach die Abhängigkeit von den Gasimporten an, die ihm zu denken gebe. Der Ainringer Bürgermeister Hans Eschlberger berichtete von den Vorteilen des „neuen" Heizkraftwerkes in Mitterfelden und Aktionen wie Sparlampen für die Straßenbeleuchtung und die Renaturierung des Schmidinger Weihers. Saaldorf-Surheims Bürgermeister Ludwg Nutz sprach sich abschließend für die Nutzung der Wasserkraft an der Salzach aus.

 
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