| Freilassing(schu) "Der deutsche Astronom
Kopernikus wurde für seine Entdeckung, dass sich die Erde um
die Sonne dreht, auf den Scheiterhaufen verbrannt, Galileo traute
sich erst auf dem Sterbebett, sich zu dieser Erkenntnis öffentlich
zu bekennen, die Sonne sei der Mittelpunkt unseres Planetensystems.
Auch wenn man heute für das Bekenntnis zur Sonnenenergie nicht
verbrannt werde, so haben es manche Solaraktiven schwer, die Menschen
von den Potentialen der Sonnenenergie zu überzeugen". |

In einem anschaulichen Würfelsystem wird im Freilassinger Rathaus
dargestellt, wie gross das Potential der täglich einstrahlenden
Sonnenenergie ist, Der kleine blaue Würfel im rechten Eck deutet
die jährlich von der gesamten Menschheit verbrauchten Energie
an. Die Ausstellung ist noch bis zum 3.August zu besichtigen. Foto
Hermann Schubotz
(Es gebe auch Geld vom Staat eine direkte Unterstützung von
54 Euro pro Quadratmeter Sonnenkollektor, die sich auch 70 Euro
erhöht, wenn mit dem System auch die Heizungsanlage unterstützt
werde.)
Die Architektin Helga Meinel aus Inzell beschrieb die langfristige
Werterhaltung der solar ausgerüsteten Immobilie sowie höheren
Wohnkomfort für den Bauherren als Vorteil. Der Einstieg solle
bereits bei der Bauleitplanung beginnen und der solaren Architektur
und modernen Energiekonzepten mit aktiver Sonnennutzung durch Sonnenkollektoren
und Photovoltaik-Anlagen eine reale Chance zur Entfaltung geben.
(Die Firstrichtung und Dachneigung des Hausese und die Ermöglichung
von passiver Sonnenenergie-nutzung durch große Glasflächen
oder Wintergärten an der Südseite seien wichtige Aspekte
bei der Bauplanung. Man solle bei der Anordnung der Gebäude
die Verschattung durch Nachbarhäuser vermeiden. Verdichtete
Bauweise und kompakte Baukörper seien energetisch günstiger.
Ebenfalls von Vorteil sei es, auf der kühleren Gebäudenordseite
Räume unterzubringen, die weniger geheizt werden müssen,
betonte Frau Meinel und regte die Gemeinden an, in ihrer Bauleitplanung
solare Architektur und Energiekonzepte von vornherein zu integrieren
sowie mit Agenda-Gruppen zu kooperieren.
Über den Bericht von Hermann Schubotz über den Zwischenbericht
zum Stand des Energieumsetzungsbeschlusses 2030 des Kreistages von
2001 berichten wir in einer nächsten Ausgabe. ) -schu- |
| Mit diesem historischen Vergleich begrüsste
Bürgermeister Schacherbauer die anwesenden Gäste der Solarausstellung
in Freilassing und wies auf die Gelegenheit hin, sich im Freilassinger
Rathaus über das unendliche Potential der Sonnenkraft und seine
Umsetzung in den Dienst der Menschen für Wärme und Strom
noch bis zum 3.August zu informieren.
Peter Rubeck informierte die Besucher über Motive und Möglichkeiten,
die Wärme von der Sonne zu nutzen und die Inzeller Architektin
Helga Meinel zeigte Wege auf, wie man die Sonnenenergie bereits
beim Bau des Hauses optimal einbeziehen kann.
In seine Vortrag Wärme von der Sonne sagte Peter Rubeck vom
Bundesverband Solarwirtschaft bei der Eröffnung der Ausstellung
Solares Bauen, „Wir nutzen unseren heimischen Energielieferanten
viel zu wenig, auf der andere Seite ist unser Erdball durch den
hohen Kohlendioxid (CO2) Ausstoss und Treibhauseffekt in einem jämmerlichen
Zustand, der sich weiter verschlimmert".
Er verglich die Welttemperatur mit der des menschlichen Körpers,
wenn diese sich um ein Grad erhöhe, dann habe der Körper
Fieber, und wie würde man sich dann erst bei 40 Grad Körpertemperatur
fühlen. In diesem bedenklichen Zustand befinde sich der Planet
bereits heute.
(Der Klimawandel sei voll im Gange, er nannte die bekannten Phänomene
wie Hurrikane, Überschwemmungen, New Orleans, Gletscherschmelze
und Trinkwasserprobleme. Auf der anderen Seite liegen die fossilen
Energieressourcen der Erde in Krisengebieten wie dem Nahen Osten,
Russland, Südamerika und Afrika. Die Energiefrage habe sich
zu der zentralen Aufgabe der nächsten Jahrzehnte heraus kristallisiert.)
Heizöl wird unerschwinglich
In einem Rechenbeispiel zeigte er, wie sich der Heizölpreis
bei einer jährlichen Steigerung von drei Prozent in zwanzig
Jahren entwickeln würde, und wie der Endpreis bei einer Steigerung
von fünf oder sogar acht Prozent aussehen würde. Diese
Preis kann nach menschlichem Ermessen keiner mehr bezahlen.
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Die Ausstellung in Freilassing ist ein Baustein der
bundesweiten Aktion „Wärme von der Sonne", mit der
die Kooperation Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und das Bundesumwelt-ministerium
regionale Initiativen bei ihrer Informationsarbeit unterstützen
wollen. Das Aktionsbündnis „Sonnenstrom vom Watzmann
bis zum Wendelstein" wurde heuer wieder in Bayern ausgewählt,
mit weit über 300 Aktionen die Bevölkerung für die
Nutzung der Sonnenenergie zu begeistern. Als Ergänzung zur
Wanderausstellung finden in der Region zahlreiche Besichtigungen
von Solaranlagen und energiesparenden Heizungssystemen in Privathäusern
statt. Terminhinweise gibt es auf der Internetseite der Agenda21
www.agenda21-bgl.de.
(Ebenso wurde von der Aktion „Wärme von der Sonne"
eine regionale Zeitung für den südostbayerischen Raum
mit innovativen Technologien, aktuellen Rechenbeispielen, Terminen,
Anbieter und Handwerker-verzeichnissen heraus gegeben, diese könne
sich jeder Besucher mit nach Hause nehmen.
Peter Rubeck bezeichnete das Berchtesgadener Land mit seinen Nachbarkreisen
Traunstein und Rosenheim Als „Vorreiter-Region". Seit
fast zehn Jahren arbeiten hier Bund Naturschutz (BN), Agenda21-Arbeitskreise
und ähnliche Gruppierungen sowie die Handwerkerschaft für
eine intensivere Nutzung der Sonnenenergie zusammen. Er wünschte
dem Kreis Berchtesgadener Land „viel Erfolg bei dem Plan,
die gesamte Energieversorgung innerhalb von dreissig Jahren auf
erneuerbare Energien umzustellen. Denn wenn man den Energieverbrauch
durch Fassadendämmung und Stromsparmassnahmen und weitere Energiesparmassnahmen
etwa auf die Hälfte reduzieren könne, dann sei es denkbar,
den Rest durch erneuerbare Energien abzudecken.
Die solare Energiewende birgt eine grosse Chance für das lokale
Handwerk, mit einem Umsatz von 3,8 Milliarden Euro im Jahre 2005
und 200.000 Arbeitsplätzen hat sich die Solarbranche zum wachstumsstärksten
Industriezweig in Deutschland entwickelt. )
In einem anschaulichen Beispiel zeigte Rubeck, dass auf einem
Quadratmeter soviel Sonnenenergie strahle wie in 100 Litern Erdöl
enthalten sei. Wenn ein Sonnenkollektor 50 Prozent der Sonnenenergie
in Wärme umsetzen könne, dann werde durch einen Quadratmeter
Sonnenkollektor rund 50 Liter Heizöl ersetzt. Zur Kalkulation
des Bedarfes sagte er, dass mit einem Quadratmeter pro Person rund
50 Prozent, mit zwei Quadratmetern dann 70 Prozent des Warmwasserbedarfes
eines Hauses gedeckt werden könne.
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