| Washington. Der Klimawandel schlägt sich
bereits im Erbgut der Tierwelt nieder. Allerdings sind kleine Arten
mit kurzer Lebensspanne meist besser in der Lage, sich genetisch auf
die globale Erwärmung einzustellen. Dagegen laufen die großen
Tierarten Gefahr, vom Klimawandel überrollt und ausgelöscht
zu werden, warnen Evolutionsbiologen der Universität von Oregon. |

Folge des Klimawandels: Europäische Vögel wie die Mönchsgrasmücke
überwintern nicht mehr am Mittehneer, sondern in Groß-britannien.
Foto: dpa
Generell seien es nicht wärmeren Temperaturen, die den Tieren
das Leben erschwerten, betonen die Biologen, sondern die Verschiebung
der Jahreszeiten und dadurch bedingte - Veränderungen in Flora
und Fauna.
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| William Bradshaw und Christina Holzapfel berichten
im Fachjournal „Science" (Bd. 312, S. 1477) von heute,
dass sich zahlreiche Arten auf kürzere Winter eingestellt haben:
Kanadas Eichhörnchen bekommen früher im Jahr Nachwuchs,
europäische Vögel wie die Mönchsgrasmücke überwintern
nicht mehr am Mittelmeer, sondern in Großbritannien, und Nordamerikas
Mücken verhalten sich wie ihre Artgenossen im Süden. Diese
neuen Verhaltensweisen werden den Biologen zufolge vererbt und haben
eine genetische Basis. Selbst das Erbgut von Fruchtfliegen zeige
deutliche Veränderungen.
Je kleiner die Tierart, desto schneller sei in der Regel ihre Umstellung
auf das wärmere Klima, schreiben die Autoren unter Verweis
auf Studien. |
„Bei Moskitos war die (genetische) Adaption nach
fünf Jahren sichtbar. Bei den Rothörnchen äußerte
sie sich langsam nach zehn Jahren", heißt es in „Science".
Doch der Zusammenhang zwischen Größe und Anpassungsfähigkeit
gilt nicht für alle Tierarten: Die europäischen Kohlmeisen
täten sich selbst nach 30 Jahren noch schwer mit der Umstellung
auf die frühere Verfügbarkeit von Raupen, einer ihrer Haupt-nahrungsquellen.
schildern die Forscher. Dieser Vogel „kann mit den veränderten
Umweltbedingungen nicht Schritt halten und somit vom Aussterben bedroht
sein", folgern Bradshaw und Holzapfel.
Ebenso dürften etliche große Tierarten im Norden auf Grund
ihrer Lebensdauer das Rennen gegen die Klima- und Umwelt-veränderungen
verlieren. Ihnen droht dann, entweder ausgelöscht oder durch
Artgenossen aus dem Süden ersetzt zu wer den. |