Südostbayerische Rundschau vom 9. Juni 2006
Sonnenkraftwerk zahlt Zinsen aus
Erfreuliche Zahlen bei Hauptversammlung des Bürgersonnenkraftwerkes Ainring
Ainring(schu) Die Jahreshauptversammlung des Bürger-Sonnenkraftwerkes Ainring brachte ein Überraschung für die anwesenden Förderer. Ab nächstem Jahr werden die aufgelaufen und jährlichen Zinsen ausbezahlt. Mit einem Plus von 19 Prozent beim Solarertrag war das vergangene Jahr 2005 das zweitbeste in der fünf-jährigen Laufzeit.

Hermann Schubotz dankte allen Gesellschaftern und Förderern, dass sie sich persönlich und mit eigenen finanziellen Mitteln für eine Energiewende in der eigenen Heimat eingesetzt haben und sicherlich weiterhin einsetzen werden.

Den Kassenbericht und trug Maria-Anna Eschlberger vor, die von schwarzen Zahlen zum Jahresabschluss 2005 berichten konnte. Die Berichte wurden einstimmig angenommen und der Vorstand für das Jahr 2005 entlastet.

Ein Novum brachte der nächste Punkt der Tagesordnung. Hatten in den vergangenen Jahren die Förderer, das sind Darlehensgeber für die Erstellung von Photovoltaik Anlagen, ihre Ertragszinsen zum Bau weiterer Anlagen auf dem Konto gelassen, so beschlossen die Gesellschafter, dass diese und die aufgelaufenen Zinsen zum Ende dieses oder Beginn nächsten Jahres nun ausbezahlt werden. Die Förder mögen ihre betreffende Bankverbindung an Frau Maria-Anna Eschlberger an die im Anschreiben an die Förderer bereits genannt Kontaktdaten bekannt geben.

Der Vorstand weist auch auf die im Fördervertrag (§9 und 10) genannte Möglichkeit hin, dass nach fünf Jahren unter gewissen berechtigten Umständen das Kapital vorzeitig und auf Antrag an den Vorstand ausbezahlt werden kann.

Nach einer anregenden Diskussion über den Bau von weiteren und zukünftigen Photovoltaik Anlagen zur Erzeugung umweltfreundlichen Stroms im Gemeindegebiet dankte der Versammlungsleiter den Anwesennden fürs Kommen und die regne Beiträge und schloss die diesjährige Jahreshaupt-versammlung. -schu-

die Solarfreunde Ainring errichteten eine dritten Photovoltaik-Anlage auf der Grundschule Ainring im Herbst 2005, die seither zufriedenstellend laufte. Damit betreibt das lokale Bürgersonnenkraftwerk drei Kraftwerke in der Gemeinde mit einer Gesamtleistung von 25 kWp. Allerdings muss das Engagement der Solaraktiven auch unter dem Einfluss der weltweiten steigenden Anzahl von Naturkatastrophen und den offensichtlich zu Ende gehenden fossilen Energiere-ssourcen gesehen werden, wie Schriftführer Hermann Schubotz in seinem Rechenschaftsbericht darlegte.

(Leistung von zehn kWh errichtet. Die Leistung der dritten Photovoltaik Anlage (Strom aus Licht), diesmal im Ortsteil Feldkirchen auf dem Dach der Grundschule Feldkirchen,soll auch mit einer Aussenanzeige am Schulgebäude den Schülern, Lehrern und Passanten sichtbar gemacht werden. )

Des Weiteren berichtete Schubotz über die Solarbastelkurse, die in fünf Gemeinden mit 100 Kindern im Rahmen der Ferienprogramme auch mit Unterstützung von Mitgliedern der Solargemeinschaft durchgeführt wurden und die heuer im Sommer fortgesetzt werden.

(Diese lokalen Solar-Aktivitäten dürften aber nicht isoliert gesehen werden, denn wie aus den Presseberichten des letzten Jahres ersichtlich, häufen sich Naturkatastrophen in Deutschland ebenso wie weltweit, und das Ende der fossilen Energien zeichnet sich bereits in den rasant gestiegenen Kosten für Heizöl und Sprit ab. Die Gesetze der Marktwirtschaft besagten, dass je geringer eine Ware am Markt vorhanden sei und je höher der Bedarf dafür steige, desto höher wird der Preis für diese Ware, in diesem Falle Erdöl sich entwickeln.

Schubotz verwies auf die beiden Vorträge zum Schluss der Versammlung, die eine konkrete Handlunganleitung zu dieser Zwickmühle anbieten. Zwei wesentliche Entscheidungen der verflossenen rot-grünen Regierung hätten den Regierungswechsel überlebt, einmal das Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien (EEG), das die wirtschaftliche Grundlage für alle Bürgersonnenkraftwerke darstellt und der Atom Ausstiegsbeschluss. Auch die neuen Bundesregierung habe die Notwendigkeit der Förderung der erneuerbaren Energien im Kampf gegen die Globale Erwärmung erkannt.)


Foto (nicht abgedruckt)
Gesellschafter und Förderer des Bürgersonnenkraftwerkes Ainring nach erfolgreicher Jahreshauptversammlung, im Vordergrund der Vorstand von links, Georg Thesz, Hermann Schubotz, Siegfried Eschlberger. Foto: Hermann Schubotz