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Herr Barleben ist leider in seinen Äusserungen der viel verbreiteten Mär
vom teuren Solarstrom aufgesessen. Von den Vertretern der grossen
Energieversorger wird immer wieder die völlig unlogische These
in propagandaartiger Weise vertreten, Solarstrom würde die
für die Erzeugung seiner Module benötigte Energie nie
wieder selbst erzeugen können, welch ein Unsinn. Auch Umweltschützer
und Solarmodulhersteller können rechnen und wenn diese Formel
wahr wäre, würde keiner mehr über Solarstrom reden.
Wir reden ja auch nicht vom Mondstrom, auch wenn der Mond in manchen
klaren Nächten recht helle leuchtet, so dass man dabei die
Zeitung lesen könnte.
Richtig ist dahingegen, dass eine Photovoltaik-Anlage die zu ihrer
Erzeugung benötigte Energie in etwa drei Jahren selbst erzeugt
und in den restlichen 25 und mehr Jahren zusätzlich umweltfreundlichen
Strom ins öffentliche Versorgungsnetz einspeist. Haben Sie
einmal diese Rechnung bei einem Kohle- oder Atomkraftwerk gemacht
und die Kosten der Abrüstung mit berücksichtigt ? Zumal
hier die Primärenergie auch noch teuer aus dem Ausland eingekauft
und der giftige Müll entsorgt werden muss, während die
Sonnenenergie selbst kostenlos ist, sie kann bei uns zu Hause geerntet
werden und hinterläßt keine schädlichen Abfälle.
Richtig haben Sie erkannt, dass eine Photovoltaik-Anlage (Strom
aus Licht) aufgrund unseres Sonnen-Erde-Systems die beste Leistung
am Tage und im Sommer liefert. Das können wir leider auch nicht
verbessern, aber effektiver gestalten durch Solarstrom Anlagen,
die dem Sonnenstand nachgeführt werden und die rund 40 Prozent
mehr Ertrag bringen als fest installierte Systeme.
Strom aus Sonnenlicht ist ja auch nicht als einzige Alternative
zur fossilen Stromerzeugung gedacht, sondern kann in einem Energiemix
aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse den Energiebedarf der Zukunft
decken. Die Energieeinsparung und die Energieeffizienz spielen hierbei
eine grosse Rolle. Wussten Sie, dass beim Energietransport aus fernen
Ländern bereites 70 Prozent auf der Strecke bleiben, nur 30
Prozent können hier verarbeitet werden und werden dabei oft
noch grosszügig vergeudet, wie offene Ladentüren im Winter
und "warmlaufende" Motoren, etc.
Zu den Kosten: können Sie sich noch an den Kohlepfennig zur
Verstromung der Kohle erinnern, der zum Schluss sieben Pfennig pro
Kilowattstunde ausmachte oder die Milliardenförderung an die
Atomforschung ? Die heutige Solarforschung bekommt nur einen geringen
Bruchteil davon. Deshalb ist es sinnvoll, in ein Marktanreizprogramm
für zukünftige Energieerzeugungssysteme zu investieren.
Ein normaler Haushalt mit 3.500 kWh Stromverbrauch im Jahr zahlt
rund 1 Solarpfennig pro kWh oder rund 20 Euro im Jahr für die
Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das Stromnetz.
Eine wahrhaft sinnvolle Investition in die Energieversorgung unserer
Zukunft und die unserer Nachkommen.
Eine Photovoltaikanlage ist ein spezielles Spitzenlastkraftwerk,
denn sie liefert nach den Definitionen der Strombörse in Leipzig
ausschließlich Spitzenlaststrom zu Zeiten eines erhöhten
Bedarfs, tagsüber speziell zur Mittagszeit. Die Stromversorger
sind froh, wenn sie für Solarstrom "nur" rund 45
Cent ausgeben müssen, anstatt mehre Euro pro kWh für sonstigen
Spitzenlaststrom. Insofern trägt Solarstrom zur Stromverbilligung
bei.
Zum Schluss müssen Sie sich selbst, im Bekanntenkreis und
Ihren Kindern und Enkeln die Frage stellen und beantworten, wie
Sie in einigen Jahren die hohen Energiekosten bezahlen wollen und
woher Sie in einigen Jahrzehnten überhaupt noch fossile Energie
beziehen wollen, wenn das Erdöl versiegt ist und die Uranvorräte
ausgebeutet sind, wenn nicht aus den erneuerbaren Energien, die
uns auf Dauer durch die Sonne zu Verfügung stehen und auf unseren
Feldern jederzeit nachwachsen.
Deshalb muss heute massiv in den Aufbau eines Energie-versorgungssystems
aus Erneuerbaren Energien mit Hilfe der noch preiswerten fossilen
Energie investiert werden, damit sie morgen flächendeckend
bereit stehen und das unweigerlich zu Ende gehende fossile Zeitalter
ablösen können.
Beantworten sollten Sie auch die Frage, wie unsere Nachkommen
mit den giftigen Hinterlassenschaften unserer jetzigen fossilen
Energieerzeugung wie Atommüll, Luft- und Wasserverseuchung
durch Erdöl, und Kohle, etc. umgehen sollen, und die Sicherung
teuer bezahlen müssen, ohne daraus noch einen Nutzen ziehen
zu können.
Hoch interessant ist die Frage der Grössenordnung, schaffen
wir es in den verbleibenden Jahrzehnten, dieses System aus organischen
Energien aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse aufzubauen, um den
Klimawandel, wie wir ihn heuer im Dezember mit Frühlingstemperaturen
erleben, wenigstens abzumildern. Das geht nur mit einer drastischen
Energiewende, dabei können Sie mithelfen.
Hermann Schubotz, Freilassing
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