| Zum Leserbrief von Siegfried Popp vom 16. Dezember
„Solarenergie hat sonnige Tage vor sich":
Der Strom kommt bei uns allen aus der Steckdose. Leider ist jedoch
nicht jedem klar, wie er da hineinkommt. Die Stromerzeugung setzt
sich aus vielen Komponenten zusammen, wobei ich insbesondere über
die hochgejubelte Komponente „Photovoltaik" einige allgemeine
Gedanken vorbringen möchte.
Bekanntlich liefert eine Photovoltaikanlage nur dann Strom, wenn
genügend Lichteinfall vorhanden ist. Verinnerlicht man sich
nun die Zeiten in unserer dunklen Jahreszeit, wo Tageslicht voll
zur Verfügung steht, sieht die Ausbeute mager aus. In den Hochlastzeiten,
morgens und abends, wird aufgrund der Dunkelheit sowieso keinerlei
Photovoltaikleistung erbracht.
Nun bleibt die restliche Tageszeit, welche mit Hell -und Dunkelphasen
ein doch sehr welliges Leistungsdiagramm erzeugt. Von einer Leistungserzeugung
an Schlechtwetter-tagen kann dabei sowieso keine Rede mehr sein.
Was bleibt den Elektroversorgungs-untemehmen anderes übrig,
als ganzzeitlich Atom-, Kohle- und Wasserkraftwerke vorzuhalten,
um das Stromnetz zu stabilisieren?
Auch Umweltschützer wollen Kaffee kochen und in einer warmen
Wohnstube sitzen und nicht vom Tageslicht abhängig sein. Erzeugt
wird dann an schönen Tagen, wo die Abnahme der Stromkunden
gering ist und sowieso viele Kraftwerke auf Sparflamme laufen. Hier
wird Photovoltaik eigentlich gar nicht benötigt.
Wenden wir uns einer anderen Komponente zu: den Kosten. Zuerst
sei bemerkt, dass zur Herstellung der Siliciumplatten einer Photo-voltaikanlage
ein mehrfaches an Energie verbraucht wird, als sie jemals zu erzeugen
vermag. Wo die meisten dieser kostengünstigen Anlagen hergestellt
werden, kann jeder selbst erraten. Nun, das wird von den Betreibern
großzügig in Kauf genommen, erhalten sie doch für
eine Kilowattstunde gut das Doppelte des durchschnittlichen Haushaltsstrompreises.
Das geht dann so, dass der Photovoltaik-strom über eine eigene
Messung (zum teuren Preis) ins Gesamtnetz eingespeist wird. Die
Stromabnehmer erhalten dann ihren Strom zum „Normalpreis"
(auch der Erzeuger vom Photovoltaikstrom). Ein gutes Geschäft.
Dieser Normalpreis aber ist natürlich unter dem Mäntelchen
des Umweltschutzes mit dem Mehrpreis des Photovoltaikstroms beaufschlagt.
Wer sollte auch sonst die Gewinne für PV-Strom bezahlen, als
viele jene Klienverbraucher, denen das nötige Kleingeld zur
Errichtung einer PV-Anlage fehlt. Eine Kapital-umschichtung also.
Die meisten Stromkunden scheinen sich über diese Tatsachen
anscheinend noch keine Gedanken gemacht zu haben, denn: Der Strom
kommt ja aus der Steckdose.
Joachim Barleben, Mitterfelden
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