| BAD REICHENHALL (wür) - „Nutzen
Sie Energie-sparlampen, fahren Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln
oder dem Fahrrad, schalten Sie den Stand-by-Betrieb Ihrer Geräte
aus, kaufen Sie ein Hybrid-Auto, dämmen Sie Ihre Häuser"
- diese und weitere Energiespar-maßnahmen lesen die Zuschauer
am Ende des Films „Eine unbequeme Wahrheit". Der Film
stammt von AL Gore, dem amerikanischen Präsidentschaftskandidaten,
der im Jahr 2000 nur äußerst knapp gegen George W. Bush
verlor. Was AL Gore mit der unbequemen Wahrheit meint, ist nichts
anderes, als dass die Menschheit vor allem ihre Energie-Verbrauchs-gewohnheiten
ändern muss, soll die Erde nicht in absehbarer Zeit unbewohnbar
werden. Mitglieder und Freunde von Bündnis 90/Die Grünen
sahen sich den Film an und verbanden den Kinobesuch mit einer Diskussion
über das Thema.
Es ist alarmierend und diskussionswürdig, was AL Gore an
Fakten, wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen und Schlussfolgerungen
über den Klimawandel zusammengetragen hat. Die Fakten: Die
zehn wärmsten Jahre auf der Welt seit Beginn derTemperaturmessung
wurden in den vergangenen 14 Jahren gemessen. Polkappen und Gletscher
schmelzen dramatisch, Süßwasserreservoirs schrumpfen.
Daran schuld ist der exorbitante CO2-Ausstoß durch die Verbrennung
von fossiler Energie, also vor allem von Erdöl, Kohle und Erdgas.
Der US-Politiker beschäftigt sich seit seiner Jugend mit
dieser Thematik, und er vermittelt so viel Wissen darüber,
dass die Konzentration der Zuschauer stark auf die Probe gestellt
wird. Aber die Mischung aus harten Fakten und persönlicher
Erfahrung des Autors, verbunden mit faszinierenden Bildern von der
Erde, lockert die Vortrags-dokumentation immer wieder auf.
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Für
die anschließende Diskussion, geleitet vom Kreisvorsitzenden
der Grünen, Franz Eder aus Laufen, gab es also genug Gesprächsstoff.
So stellte Wolfgang Fieweger die Vorteile des in Freilassing geplanten,
höchst umstrittenen Baus eines BiomasseHeizkraftwerkes heraus,
immer unter dem Aspekt der Einsparung von fossilen Energien.
Kritisiert wurde auch die Waldrodung am Götschen für
eine erweiterte sportliche Nutzung des Geländes: Jeder Hektar
vernichteter Bergwald schade dem Klima. Und Bruno Rettelbach ergänzte,
die Fichten-Bergwälder seien ohnehin durch das durch den Klimawandel
verursachte vermehrte Auftreten des Borkenkäfers stark gefährdet.
Edwin Hertlein, Kreisrat aus Teisendorf, erklärte, wenn jeder
die Stand-by-Betriebe an seinen Geräten ausschalte, erspare
das zwei Kernkraftwerke. Franz Eder stellte der Bevölkerung
im Landkreis im Großen und Ganzen in puncto Energieeinsparung
und Nutzung alternativer Energien ein positives Zeugnis aus, aber
„ die Entscheidungsträger, Landratsamt und Bürgermeister
machen noch nicht mit. Das ist ein Problem".
Wie ein roter Faden zog sich durch die Redebeiträge der Aufruf
an jeden Einzelnnen, verantwortungsvoll mit seinem Energieverbrauch
umzugehen, sich über die Konsequenzen des Klimawandels zu informieren
und dabei immer die Zukunft der Kinder im Auge zu haben.
„Außerdem gehört das Thema Klimawandel und seine
Ursache verstärkt in den Schulunterricht", meinte der
Kreisvorsitzende und Hauptschullehrer Franz Eder und meinte damit
wohl eine Schwerpunktsetzung in den Lehrplänen. Der Film „Eine
unbequeme Wahrheit" ist bis Mittwoch, 13.Dezember im Reichenhaller
Park-Kino zu sehen.
(Korrektur: nur noch bis 12.12. und einmalig am 19.12.) |