| FREILASSING (wür) - Auf dem Dach des
Freilassinger Feuerwehrhauses gibt es seit kurzem eine dritte Photovoltaikanlage.
Stolz verkündete der Vorsitzende des Bürgersonnenkraftwerks,
Dominik Zauner, den Anschluss der Anlage und deren Stromeinspeiung
in das Freilassinger Stromnetz, alles fiianziert von Freilassinger
Bürgern.
Initiator des Bürgersonnenkraftwerks war vor fünf Jahren
Hermann Schubotz aus Freilassing. Er gründete mit fachkundiger
Unterstützung des Freilassinger Rechtsanwaltes Franz Tradler
eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, die inzwischen 32
Mitglieder hat, unter ihnen auch der erste und der dritte Bürgermeister.
„Am Beitritt des zweiten arbeiten wir", meinte Heinrich
Auerbach schmunzelnd während der Einweihungsfeier. Grund für
die Initiative von Schubotz war der weltweit notwendige Energiewandel.
Dass man die Energiewende voranbringen muss, sei mittlerweile überall
wissenschaftlich anerkannt, sogar in den USA, das beweise der jüngste
Klimagipfel in Nairobi.
Nur werde diese Erkenntnis noch viel zu wenig in die Tat umgesetzt,
meinte Schubotz. „Und deshalb warten wir nicht Kyoto ab, sondern
machen die Energiewende vor Ort", erklärte er selbst-bewusst
und wartete mit interessanten Zahlen auf: Kohlendioxid träge
mit 50 Prozent zum Treibhauseffekt bei. Jeder Europäer, auch
jedes Kind, produziere pro Jahr umgerechnet zehn Tonnen dieses umweltschädlichen
Gases, bei den Amerikanern seien es sogar 24 Tonnen.
90.000 Euro Investitionsgelder liegen mittlerweile auf dem Dach
des Feuerwehrhauses, das damit allerdings auch voll ist. Die Gesellschaft
sucht nun nach neuen Möglichkeiten zur Installation von weiteren
Modulen. |
Zunächst kommen öffentliche Gebäude dafür
in Frage wie zum Beispiel die Berufsschule, das Rathaus oder das
Badylon. Die Stadt Freilassing habe sich bisher kooperativ gezeigt,
so Schubotz. Die Mitglieder hoffen, dass sich daran auch nichts
ändert. Die Dächer müssen allerdings gewissen Anforderungen
genügen, das heißt eine Ost-West-Ausrichtung des Giebels
mit einer Dachfläche nach Süden ist erste Voraussetzung.
Auf dem Dach des Feuer-wehrhauses werden jetzt, nach der Installation
der dritten Photovoltaikanlage, auf 150 Quadratmetern 15 Kilowatt
Strom erzeugt.
Der wird in das heimische Stromnetz eingespeist. E.ON Bayern zahlt
dafür zwischen 47 und 50 Cent pro Kilowattstunde, und das 20
Jahre lang. Die Gesellschafter können mit einner Verzinsung
ihres eingesetzten Kapitals in Höhe von drei Prozent rechnen.
Wer als Gesellschafter beitritt, zahlt für den ersten Anteil
1.000, für alle weiteren 500 Euro. Jeder Gesellschafter hat
eine Stimme, der Gewinn bleibt im Unternehmen für weitere Investitionen.
Kinder können sogenannte Förderbausteine erwerben.
In der Gesellschafter-versammlung zur Einweihung des dritten Teils
der Photovoltaikanlage kam auch das umstrittene Projekt des Biomasse-Heizwerks
in Eham zur Sprache. Man dürfe das nicht nicht negativ sehen,
hieß es. Man könne beispielsweise die Möglichkeit
in Betracht ziehen, dass sich die Freilassinger Sonnenkraftgesellschaft
über eine Öffnungsklausel für Gruppierungen an diesem
Kraftwerk beteiligt odei auch Freilassinger Bürger, meinte
Rechtsanwalt Tradler.
Auch verbinde Freilassing mit Salzburg im Energiebereich schon
eine ganze Menge: Der Strom, mit dem die E.ON Bayer die Stadt versorgt,
kommt aus Salzburg, genauer gesagt aus dem Kraftwerk Rott.
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