Freilassinger Anzeiger vom 1. Dezember 2006
Dritte Photovoltaikanlage eingeweiht
Auf dem Dach des Feuerwehrhauses werden jetzt 15 Kilowatt Strom erzeugt

FREILASSING (wür) - Auf dem Dach des Freilassinger Feuerwehrhauses gibt es seit kurzem eine dritte Photovoltaikanlage. Stolz verkündete der Vorsitzende des Bürgersonnenkraftwerks, Dominik Zauner, den Anschluss der Anlage und deren Stromeinspeiung in das Freilassinger Stromnetz, alles fiianziert von Freilassinger Bürgern.

Initiator des Bürgersonnenkraftwerks war vor fünf Jahren Hermann Schubotz aus Freilassing. Er gründete mit fachkundiger Unterstützung des Freilassinger Rechtsanwaltes Franz Tradler eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, die inzwischen 32 Mitglieder hat, unter ihnen auch der erste und der dritte Bürgermeister. „Am Beitritt des zweiten arbeiten wir", meinte Heinrich Auerbach schmunzelnd während der Einweihungsfeier. Grund für die Initiative von Schubotz war der weltweit notwendige Energiewandel. Dass man die Energiewende voranbringen muss, sei mittlerweile überall wissenschaftlich anerkannt, sogar in den USA, das beweise der jüngste Klimagipfel in Nairobi.

Nur werde diese Erkenntnis noch viel zu wenig in die Tat umgesetzt, meinte Schubotz. „Und deshalb warten wir nicht Kyoto ab, sondern machen die Energiewende vor Ort", erklärte er selbst-bewusst und wartete mit interessanten Zahlen auf: Kohlendioxid träge mit 50 Prozent zum Treibhauseffekt bei. Jeder Europäer, auch jedes Kind, produziere pro Jahr umgerechnet zehn Tonnen dieses umweltschädlichen Gases, bei den Amerikanern seien es sogar 24 Tonnen.

90.000 Euro Investitionsgelder liegen mittlerweile auf dem Dach des Feuerwehrhauses, das damit allerdings auch voll ist. Die Gesellschaft sucht nun nach neuen Möglichkeiten zur Installation von weiteren Modulen.

Zunächst kommen öffentliche Gebäude dafür in Frage wie zum Beispiel die Berufsschule, das Rathaus oder das Badylon. Die Stadt Freilassing habe sich bisher kooperativ gezeigt, so Schubotz. Die Mitglieder hoffen, dass sich daran auch nichts ändert. Die Dächer müssen allerdings gewissen Anforderungen genügen, das heißt eine Ost-West-Ausrichtung des Giebels mit einer Dachfläche nach Süden ist erste Voraussetzung. Auf dem Dach des Feuer-wehrhauses werden jetzt, nach der Installation der dritten Photovoltaikanlage, auf 150 Quadratmetern 15 Kilowatt Strom erzeugt.

Der wird in das heimische Stromnetz eingespeist. E.ON Bayern zahlt dafür zwischen 47 und 50 Cent pro Kilowattstunde, und das 20 Jahre lang. Die Gesellschafter können mit einner Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals in Höhe von drei Prozent rechnen. Wer als Gesellschafter beitritt, zahlt für den ersten Anteil 1.000, für alle weiteren 500 Euro. Jeder Gesellschafter hat eine Stimme, der Gewinn bleibt im Unternehmen für weitere Investitionen. Kinder können sogenannte Förderbausteine erwerben.

In der Gesellschafter-versammlung zur Einweihung des dritten Teils der Photovoltaikanlage kam auch das umstrittene Projekt des Biomasse-Heizwerks in Eham zur Sprache. Man dürfe das nicht nicht negativ sehen, hieß es. Man könne beispielsweise die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass sich die Freilassinger Sonnenkraftgesellschaft über eine Öffnungsklausel für Gruppierungen an diesem Kraftwerk beteiligt odei auch Freilassinger Bürger, meinte Rechtsanwalt Tradler.

Auch verbinde Freilassing mit Salzburg im Energiebereich schon eine ganze Menge: Der Strom, mit dem die E.ON Bayer die Stadt versorgt, kommt aus Salzburg, genauer gesagt aus dem Kraftwerk Rott.


Fotos von der PV-Anlage und der Einweihungsfeier


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